Dienstag, 31. März 2009

Aus dem Takt

Code Delphi. Hier anfangen.
Ein beliebtes Thema in fantastischen Serie sind Paralleluniversen, in welchen die Hauptpersonen geraten, meist ohne zunächst zu wissen, wo sie sind. Irgendwann stellt sich dann bei ihnen das Gefühl ein, daß irgendetwas falsch ist.

In unserem Leben lässt sich diese Erfahrung leicht nachempfinden.

Es ist vollkommen ausreichend, auf den Beginn der Sommerzeit zu warten.

Zumindest ich fühle mich dann die nächsten sieben Monate irgendwie in einem Paralleluniversum, in welchem irgendwas falsch ist. Eigentlich ist es nach Normalzeit erst halb sechs Uhr abends, während ich diese Zeilen verfasse, nach der Sommerzeit ist es jedoch schon halb sieben. Verwirrend.

Die Natur kennt zwar die gern zitierte "innere Uhr", und Chronobiologen beschäftigen sich mit der Frage, welche biologischen Prozesse durch welche äußeren Faktoren - wie etwa morgentliches oder abendliches Licht - ausgelöst werden, aber die Einteilung der Zeit in Abschnitte zu 24 Stunden zu je 60 Minuten zu je 60 Sekunden ist ein menschliches Konzept. Und damit ist auch die Entscheidung, die Uhren im Sommer (eigentlich bereits im Frühling) um eine Stunde vorzustellen, ein rein menschliche. Und jedes Jahr beschleicht mich das Gefühl, daß diese Entscheidung auf menschlichem Versagen basiert.

Angeblich wird durch diese Maßnahme jede Menge Energie gespart. Bei in der Morgendämmerung nun erleuchteten Wohnungen und Büros möchte ich dies in Zweifel ziehen. Was im übrigen einige Untersuchungen nahelegen. Tatsächlich hat noch keine Studie den Beweis geführt, daß tatsächlich Energie gespart wird.
Und der Umstand, daß es abends länger hell ist, ist nun wahrlich nicht der Zeitumstellung geschuldet. Es besteht nur die Möglichkeit, länger in der Dämmerung aktiv zu sein - wenn das dann überhaupt gewünscht ist. Denn alle Frühaufsteher werden durch den Umstand genervt, daß sie im Hellen ins Bett gehen, während alle Romantiker eine Stunde länger auf den Sonnenuntergang warten müssen. Und wer hat eigentlich die Prämisse aufgestellt, daß wahre Feierabenderholung nur bei Licht zu finden sei. Mir fallen sponatn - trotz akutem "sozialem Jetlag" - gleich drei Freizeitbeschäftigungen ein, die im ersten Dunkel der Nacht mehr Spaß machen. Und ich hab erst einmal nur die jugendfreien gezählt.
Wenn sich schließlich ein Gutteil meiner Mitbürger alle Jahre wieder einen Knoten beim Versuch ins Gehirn macht, eigenständig zu erklären, ob die Uhren nun eine Stunde vor oder zurück gestellt werden, stellt sich bei mir kein Schmunzeln, sondern nur ein herzhaftes Gähnen ein. Denn meine innere Uhr kommt jedes Jahr aus dem Takt.

Und irgendwie auch dieses Post. Worauf wollte ich hinaus?

Ach ja. Mich nervt die Sommerzeit einfach. Jedes Jahr. Seit ich klar denken kann. Also ungefähr seit ihrer deutschlandweiten Einführung im Jahre 1980. Denn ich kann das Konzept der Einteilung der Zeit in Stunden nachvollziehen. Aber wenn es darum geht, einen Grund für die Einführung der Sommerzeit zu finden, fühlt sich dieses Univesum einfach nur falsch an.

Kann sie bitte jemand abschaffen? Danke!

Links, zwo, drei, vier:
Sommerzeit: Gerät die innere Uhr aus dem Takt?
„Sag´ NEIN zur Zeitumstellung!
Was Wikipedia dazu meint...
samt Einstieg in Chronobiologie.

Ich wußte vorher auch nicht, daß es einen solchen Forschungszweig gibt. Wieder was gelernt.
Code Delphi. Hier aufhören.
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Samstag, 21. März 2009

Verschollen in der Zeit

Code Delphi. Hier anfangen.
Aus meinem Vorsatz mit den "LOST"-Rezensionen wird einfach nichts. Aber noch ist die fünfte Staffel ja nicht vorbei. Ich werde mal versuchen, mein Schreibtempo zu erhöhen.

Der Time-Warp geht unvermindert weiter mit der Folge...

Season 5 Episode 5 - This Place is Death
Zwar ist Ben immer wieder für eine Überraschung gut, aber ich ahnte bereits, daß er Sun gegenüber im Augenblick der Konfrontation absolut ruhig bleiben würde. Daß Sun ihm die Schuld an Jins Tod geben würde, hatte ich ja auch vermutet. Und ebenso wenig war ich überrascht, daß Ben einen Beweis für seine Worte haben und Sun damit manipulieren würde. So unheimlich es ist, daß Ben nahezu auf jede Situation vorbereitet ist, so nachvollziehbar ist es auch. Ben hat meistens einen Wissensvorsprung und er ist ein Spieler, der in ungünstigeren Situationen geschickt zu buffen versteht. Allein Alex´ Tod traf ihn bisher unerwartet. Ich bin gespannt, ob Ben auf alles vorbereitet ist, was nach der Rückkehr zur Insel passiert, denn seiner eigenen Aussage nach kann er eigentlich nicht zurück. Mich hat es etwas überrascht, daß Sayid und Kate sich weigern, mit Ben und Jack auf die Insel zurückzukehren. Auch wenn beide sehr gute Gründe haben, Ben nicht zu vertrauen, sollten sie doch genügend Vertrrauen in Jack haben, um seinem Urteil zu trauen. Aber anders als Jack, der schon einen verzweifelten Versuch zur Rückkehr unternommen hat, sind die beiden nicht dazu bereit. Liegt es daran, daß ihnen keine "Walking Deads" begegnet sind? Hmm. Zumindest Kate hatte einen "Traum" von Claire, in welchem sie diese aufforderte, Aaron nicht zurückzubringen. Über einen möglichen Sinneswandel der beiden kann ich an dieser Stelle nicht einmal spekulieren.

Derweil wird Jin auf der Insel Zeuge, wie Rousseaus Team zuerst Nadine an das "Monster" beziehungsweise der "Sicherheitssystem des Tempels" - wie Robert erst später ausdrückt (ebenso wie Rousseau als sie in der 1. Staffel von Sayid danach gefragt wird) - verliert und dann Montand seinen Arm verliert. Davon hatte Rousseau den Überlebenen bereits ebenfalls berichtet - und zwar bei ihrer Reise zur "Black Rock". Der Tempel scheint sich also ebenfalls im "Dunklen Territorium" zu befinden. Und der Grund, warum Ben bei der Invasion der Söldner angenommen hat, daß Rousseau, Alex und Karl dort - wie die "Others" - sicher seien, liegt wohl im Sicherheitssystem begründet, daß dort (besonders) aktiv zu sein scheint. Daß es die Form einer langen, schlangenähnlichen, schwarzen Wolke hat, war uns ja bereits bekannt. Insofern bietet der jetzige Angriff wenig neue Erkenntnisse, außer der, daß das System aus ungeklärten Gründen bestimmte Menschen aus großer Höhe zu Tode schmettert, während es andere unter die Erde zieht. Es ist auf Jins Eingreifen zurückzuführen, daß Danielle als einzige an der Rettungsmission nicht teilnimmt.
Was schließlich dazu führt, daß sie annimmt, daß Monster habe ihren Verlobten krank gemacht. Tatsächlich versucht sie dieser nach einem kurzen Zeitsprung zu ermorden, was ihm nicht gelingt, da Rousseau - wie sie bereits berichtet hat - den Schlagbolzen seiner Waffe entfernt hat. Die seltsamen Himmelslichter, die ein neue Zeitreise ankündigen, scheint Rousseau im übrigen nicht zu bemerken. Für sie ist Jin einfach verschwunden. Dies ist eine interessante Klarstellung zu den bisherigen Zeitsprüngen, die bisher stets aus der Sicht der betroffenen Charaktere geschildert wurden.

So spannend diese Handlung auch ist, wirkte sie doch etwas gehetzt auf mich. Es ist allerdings nachvollziehbar, daß Jin einige wichtige Stationen im Leben von Danielle miterlebt - wenn auch wieder Fragen unbeantwortet bleiben. Könnte es sei, daß die vier Männer im Tempel auf die "Other" gestoßen sind und eine Art Handel mit ihnen eingehen mußten, der Rousseau nicht gefallen würde?
So oder so kommt wieder das Motiv zum Tragen, daß alle Menschen auf der Insel auf geheimnisvolle Weise mit einander verbunden sind. Und daß sich Rousseau zunächst nicht erinnern kann, liegt daran, daß es für Jin noch nicht passiert ist. Hier scheint dieselbe Gesetzmäßigkeit zugreifen, die dazuführte, daß Desmond sich erst an seine Begegnung mit Faraday "erinnerte", als dieser an die Tür der Swan-Station geklopft hat. Leider ist Rousseau inzwischen verstorben.

Daß die mysteriöse Person, die Ben und den Oceanic Six helfen kann, zur Insel zurückzukehren, Eloise Hawking, die Mutter von Daniel Faraday ist, war bereits abzusehen. Woher Ben dies alles weiß, ist zwar noch vollkommen unklar, aber möglicherweise hat er das Wissen von Locke, der auf seinem Weg zu dem geheimnisvollen Zeitrad auf Christian Sheppard trifft, der ihm eröffnet, daß es eigentlich seine, und nicht Bens Aufgabe gewesen sei, die Insel zu bewegen. Dem zufolge sind die Zeitsprünge von Jacob nicht beabsichtigt gewesen. Auffällig ist, daß Christian - der ja eigentlich lange tot sein müßte - in völliger Selbstverständlichkeit Locke bittet, Grüße an seinen Sohn auszurichten, so als sei es das normalste auf der Welt (was es unter anderen Umständen ja auch wäre). Ich hatte bisher angenommen, daß die "Walking Dead" tatsächlich telepathische Projektionen von Jacob sind. Dazu würde passen, daß sie fast nie körperlich aktiv werden (obwohl Christian in der letzten Staffel Aaron wiegen und mitnehmen konnte). Der seltsame Auftritt in dieser Woche läßt mich allerdings wieder etwas ratlos zurück. Könnte es sei, daß Christian tatsächlich wiedererweckt wurde? Ermöglicht die elektromagnetische Besonderheit dieser Insel solche Wunder?

Charlottes Tod hat mich sehr getroffen. Ich hatte die spröde Rothaarige gerade in mein Herz geschlossen. Der Bericht über Daniels Warnung an die kleine Charlotte wirft natürlich zahlreiche Fragen auf. Die wichtigste ist wohl, ob Daniel die Warnung überbringen wird oder nicht. Denn nach seiner eigenen Zeitreisephilosophie wird er dies tun - es ist nämlich schon passiert.

Bemerkenswerte Zitate:
Daniel: "So do you speak any other languages?"
Charlotte: "Only Klingon!"

Robert: "We do not leave anyone behind."
Live together, die alone. Leider führt der Grundsatz dieses Mal nicht zum gewünschten Ergebnis.

Charakterhintergrund:
  • Die Ehrringe von Sun uns Jin haben in der Serie eine besondere Bedeutung. In der 1. Staffel verlegte Sun ihren Ring und hätte beinahe gleichzeitig auch Jin (und seine Liebe) verloren. Jetzt gibt Jin seinen Ring fort, um Sun von seinem Tod zu überzeugen und von einer Rückkehr auf die Insel abzuholen. Ich schätze, daß Sun trotzdem gehen wird. Was wird dann aus Ji Yeon? Wird sie bei ihrer Großmutter in Korea aufwachsen?
  • Daß Charlotte Koreanisch spricht, hat Jin erfahren, als er mit ihr Medikamente für Jacks Blinddarmoperation geholt hat. Weder Daniel noch Miles wußte um diese Talent ihrer Kollegin.
  • Die übrigen Mitglieder von Rosseaus Team hießen Nadine, Brennan und Lacombe. Zweitere spielte Geige (oder Violine - ich bin schlecht, was das Identifizieren von Musikintrumenten angeht). Die Spieluhr, die Sayid später für Danielle reparieren wird, lag funktionsfähig am Strand, als Danielle Robert mit einem Kopfschuß tötete. Viele Jahre später stirbt auch Danielle durch ein Gewehr.
Die Zeitreise geht in den nächsten Tagen weiter. Bleiben Sie bitte angeschnallt.

Code Delphi. Hier aufhören.
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