Sonntag, 11. Dezember 2011

Möge die Macht mit Euch sein!

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Als Freund von Online-Rollenspielen fiebere ich seit einigen Tagen dem Start von BioWares erstem MMO entgegen: Star Wars: The Old Republic (oder auch SWTOR). Zwar erscheint das Spiel offiziell erst am 20.12.11, aber ich habe es - wie zahlreiche andere - vorbestellt. Und damit einen vorzeitigen Zugang zum Spiel. Mal sehen, wann der für mich freigeschaltet wird.

In der Zwischenzeit habe ich mich schon mal mit den acht auf jeder Seite spielbaren Charakterklassen vertraut gemacht. In SWTOR stehen sich dabei die namensgebene Republic und das Sith-Imperium als erbitterte Feinde gegenüber. Ich bevorzuge eindeutig die helle Seite der Macht und die Jungs und Mädels von der Republic und wollte daher wissen, mit welchem Charakter ich meine eigene Saga starten werde. Die Wahl fiel mir angesichts der vielversprechenden Auswahl nicht leicht. Schließlich versprechen Schmuggler, Soldaten und Jedi-Ritter nicht nur eine Menge Aktion, sondern auch eine eigene - hoffentlich mitreißende - Geschichte.

Aber dieses Video hat mich dann doch überzeugt, einen Jedi-Gelehrten zu spielen. Heilen und Telekinese sind nun ja... cool und genau meine Liga:



Gänsehaut und Star Wars - Feeling scheinen außerdem garantiert zu sein. Und die dargestellten Fähigkeiten sollen wohl genauso im Spiel umgesetzt werden.

Da bin ich wirklich auf den Start gespannt. Weihnachten ist auch dieses Jahr wieder vorverlegt.
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Donnerstag, 1. Dezember 2011

8 Bit Heart

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Genauso wie ich mich für ungewöhnliche, abseitige Filme und TV-Serien interessiere, liegt mein Musik-Geschack meistens abseits dessen, was gerade in den Charts angesagt ist. Auch wenn mich das eine oder andere Lied anspricht, bringe ich doch dem Mainstrema im Allgemeinen wenig Interesse entgegen, insbesondere dem zur Zeit Mode gewordenen "Club-RnB-Rap-HipHop-Kram", der hauptsächlich davon handelt, wie irgendwelche Wanna-bes in.. nun ja Clubs auf dicke Hose machen. Das ist ungefähr so spannend, als ob ich über meinen Job im Büro singen würde oder über meine morgentliche Zahnpflege.

Dann doch lieber Lieder über Liebe. Das Thema wird nie alt.

Insbesondere dann nicht, wenn die Suche nach Liebe nicht bloß als kurzer Ausschnitt aus dem Leben eines Menschen besungen wird, sondern als der Prozess, der es nun einmal ist, den (oder die) Richtige zu finden, den/ die man in seine Seele einläßt. Und so richtig spannend wird es, wenn sich die Musik dank Videospiel-Effekten ganz anders anhört als das, was täglich aus dem Radio dringt. Nämlich gleichzeitig retro und zukunftsweisend.

Simon Curtis versteht es dabei nicht nur aus verschiedenen Elemente (8-Bit-Soundbits und Chor-Modulen!) eingängige und ungewöhnliche Musik zu basteln, sondern auch nebenbei viel Wahres über das Gefühlschaos in Wort und Ton und mit dem Humor eines echten Nerds umzusetzen, das durch Liebe nun einmal verursacht wird - und ganz am Ende des bemerkenswerten Debüt-Albums 8-Bit-Heart auch noch eine kleine, aber feine Lebensweisheit zu präsentieren, die der Hörer im oben genannten Musik-Genre vergeblich suchen wird.

Hör- und Textprobe gefällig?
"I can't count all the times that I,
I had to say I'm sorry
for wanting something with a few more bits
than my Atari..."



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Donnerstag, 27. Oktober 2011

Und wieder cineastische Vorfreude

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Der Winter naht. Und mit ihm die langen, dunklen Abende und Nächte, in denen der geneigte Zuschauer sich in bequeme Kinosessel kuscheln kann, um sich schaurige Geschichten zu Gemüte zu führen.

Ich freue mich dabei besonders auf:

The Raven



Weil John Crusack in stimmungsvollen Horror-Thriller immer wieder eine gute Figur macht und Edgar Allan Poe nicht ohne Grund der Meister des Makabaren genannt wird.

Zwar habe ich Teil 3 nur im Fernsehen geschaut, war aber sehr antan von der Vorgeschichte der Vampir- und Werwolf-Saga. Weshalb ich Underworld Awakening wohl wieder auf der großen Leinwand sehen werden.



Spannend könnte auch Chronicle werden, insbesondere wenn es dem Film gelingt, die richtige Mischung zwischen Humor, Drama und Thriller zu finden... das wird nicht ganz leicht werden.



Und in den Sommermonaten gehe ich unter Garantie in:

The Dark Knight Rises



Weil der Film trotz seines eher lahmen Titels sicherlich absolut sehenswert wird. Christopher Nolan und Christian Bale werden schon dafür Sorge tragen, dass das Finale batman-mäßig wird.
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Sonntag, 18. September 2011

Der Tag der Piraten

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"Everything's better with pirates!"

Ich weiß nicht mehr genau, wann und wo ich diesen Satz im Zusammenhang mit einer Werbebotschaft gelesen habe, aber das spielt auch keine Rolle.
Denn mit ihrem Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus hat eine kleine Partei, die frisch, modern und bisher eigenartig glaubwürdig aufgetreten ist, die politische Landschaft Deutschlands verändert:
Die Piratenpartei Deutschland.

Natürlich bleibt abzuwarten, ob dieser Wahlsieg der einzige bleiben wird und wie sich die neuen Herrn und Damen Abgeordneten als Real Life Politicians schlagen werden. Auch die Partei der Grünen hat vom ersten Einzug in ein Parlament bis zur Beteiligung an einer Regierung Jahre benötigt. Aber das ändert sich daran, dass mit dem heutigen Tag politische Entscheidungen abseits der bisherigen Standards der alteingesessenen Parteien - insbesondere der beiden schrumpfenden "Volksparteien" CDU und SPD - wieder als denkbar erscheinen.

Dazu kommt insbesondere die andere Art und Weise an Politik heranzugehen und sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Von der kühlen Distanz anderer Spitzenpolitiker ist bei Spitzenkandidat Andreas Baum und seinen 14 Mitstreitern jedenfalls wenig zu spüren. Und dass die Piraten genauso viele Sitze gewonnen haben, wie sie Kandidaten auf ihrer Liste hatte, ist ein zusätzlicher Gag, der rasend schnell getwittert werden dürfte.

So oder so ist ein frischer Wind in den Segeln nicht nur für Piraten eine gute Nachricht.
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Montag, 1. August 2011

Ich mach Urlaub!

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Eingeräumt und zugegeben. Ich fahre diesen Sommer nicht in die Ferien. Schließlich habe ich gerade erst eine neue Arbeitsstelle angetreten.

Aber ich wäre nicht wie ich bin, wenn ich nicht Urlaub im Kopf machen könnte.

Und daher habe ich mir eine fantastische Welt ausgesucht, dessen Besuch ich viel zu lange aufgeschoben habe...

Und so besuche ich in diesem verherbsteten Sommer die Welt von Dragon Age Origins aus dem Haus der Computerkünstler von BioWare.



Und ja, dass Spiel wird seinen Lorbeeren bisher vollkommen gerecht. Die atmosphärische Geschichte saugt den Spieler quasi dirkt ein.

Urlaub für's Gehirn eben. Wenn auch ein ziemlich blut-feuchter...
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Samstag, 7. Mai 2011

Mehr zu Minecraft

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Wie zahlreiche andere Gamer bin auch ich ein großer Freund von Minecraft geworden. Das harmlose Spielchen beschäftigt mich nach wie vor stunhttp://www.blogger.com/img/blank.gifdenlang, während ich tiefere und raffinierte Gänge und Räume in den Berg schlage, in welchem ich vor Wochen begonnen habe. Inzwischen habe ich ursprüngliche Anlage wohl ein Dutzend Mal überarbeitet und verfeinert.

Und verfeinern kann der Spieler dank zahlreicher Texture-Mods auch die Grafik des Spiels. Auch wenn die 90er-3D-Grafik sicher einen Teil des Charms ausmacht, vermitteltn doch etwas schönere Texturen gleich ein anderes Spielgefühl. Mein persönlicher Favorit ist die Mod von Doku, die sich zwar noch im Beat-Staduim befindet (und tatsächlich bei mir etwa alle fünf Minuten abstürzt), mich aber mit ihrem Fantasy-Styling so anspricht, dass ich das gerne in Kauf nehme.



Auch eine bemerkenswerte Eigenheit des Spiels...
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Dienstag, 26. April 2011

K-Pop

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Zum Geburtstag hat mir ein guter Freund einen You-Tube-Link "geschenkt". Wir machen das seit einigen Jahren so. Auf diese Weise können wir unseren Ehrentag mit mitreißender Musik feiern. Dieses Jahr bekam ich einen Link zu einer (süd-)koreanischen Girl-Group, die Musik macht, die eigentlich gar nicht meinen Geschmack träfe.

Aber 2NE1 sind irgendwie so speziell, daß sie mich doch zum Mitwippen animieren. Vielleicht liegt es an ihrem unverbrauchten Charme, ihrer asiatischen Niedlichkeit oder den cyberstylischen Klamotten. Vielleicht auch daran, daß sie anders als westliche Rap- und HipHop-Stars nicht wie Zombies aus dem Klonlabors der Schönheitsindustrie wirken: Rihanna mit ihrer (inzwischen) hochgepitchten Plastikstimme und 50Cent mit seiner Gesichtslähmung können jedenfalls einpacken, wenn es nach mir geht.

Clap your hands for K.O.R.E.A.!



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Mittwoch, 23. Februar 2011

Zerstörerische Kunst

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Nicht nur Filme aus den fantastischen Genres reizen mich, sondern auch solche, welche sich mit den Abgründen der menschenlichen Seele beschäftigen und als geschickt inszenierte Dramen daherkommen. Solche Filme dürfen mich auch gerne für längere Zeit nach dem Kinobesuch verstören. Fight Club gehört sicherlich in diese Kategorie. Aber seit meinem letzten Kinobesuch auch Black Swan von Darren Aronofsky, der rein vordergründig als Ballet-Film über die Kinoleinwand tippelt - und tatsächlich die zerstörerische Seite von Kunst, Leidenschaft und Hingabe zeigt.

Die überaus begabte Natalie Portman spielt darin die junge, ehrgeizige Ballettänzerin Nina Sayers, die den Traum vieler kleiner Mädchen umzusetzen versucht: nämlich die Hauptrolle auf der Bühne zu tanzen - und zwar im berühmten "Schwanensee" von Tschaikowski. Nina hat für ihren Erfolg hart bei der New York City Ballet Company unter ihrem Direktor Thomas Leroy (gleichermaßen schmierig und ausdrucksstark: Vincent Cassel) gearbeitet und ergreift ihre Chance, als der Stern der bisherigen Prima Ballerina Beth Macintyre (wieder im Filmgeschäft: Winona Ryder) zu sinken beginnt. Die Rolle des keuschen und tugendhaften Weißen Schwans Odette liegt so nahe an der Ninas, daß sie diese geradezu meisterlich beherrscht. Doch die Rolle des bösen Spiegelbildes des titelgebenen Schwarzen Schwans Odile stellt die unter der Knute ihrer Mutter Erica (Barbara Hershey) stehende Tochter vor große Probleme. Denn Nina hat für ihre Karriere ihre Leidenschaft und sexuellen Bedürfnisse konsequent unterdrückt und weder Erfahrung noch Vorstellung wieder diese erwecken soll. Da taucht zu allem Überfluss die junge und wilde Lily (Mila Kunis) auf, welche die leidenschaftliche und dämonische Rolle nur allzu gut verkörpern könnte...

Schon die kurze Skizzierung des Plots lässt nichts Gutes erahnen, zumal das Ballet-Stück, dessen Besetzung sich auch innerhalb der Hauptfiguren des Films wiederfindet, in der hier vorgestellten Variante keine glückliches Ende findet. Aber auch die Inszenierung des Films selbst lässt von der ersten Filmminuten keine Illusion aufkommen. Zwar sind die Tanz-Szenen auf der Bühne selbst von einiger Magie durchdrungen, das Geschehen hinter der Bühne wird aber so unglamourös, realistisch und schonungslos dargestellt, dass es den Zuschauer zuerst fröstelt und dann schaudert. Denn langsam, aber stetig kriecht das Grauen in die schäbigen Korridore des Theaters, das gegen seinen finanziellen Niedergang kämpft, und die traurige kleine Wohnung, welche Nina und ihre Mutter bewohnen. Unheilvoll ist nicht nur Ninas rabitater Umgang mit ihren Tanzschuhen, sondern auch mit ihrem Körper, wenn sie für ihre Tanzschritte ihre Füße im wahrsten Sinne des Wortes blutig tanzt und sich die Nägel kürzer und kürzer schneidet, um ihr zwanghaftes Kratzen an den Schultern zu kontrollieren.

Dazu versteht es der Film geschickt, bewegend und mitreißend, stetig mit den Erwartungen des Publikums zu spielen. Denn Lily ist zwar Nina Konkurrentin, aber auch ihre Ratgeberin und Freundin, als es darum geht, ihre leidenschaftliche, wilde und ungezogene Seite zu entdecken. Und zunächst hat es den Anschein, als könnte Nina endlich aus ihrem Zwangskostüm ausbrechen und zu einer einheitlichen Person werden. Doch je mehr sich die scheue Nina zum Schwarzen Schwan wandelt, desto mehr wird sich zeigen, wie furchterregend unterdrückte Gefühle und Bedürfnisse sein können. So steigt sich die Handlung zum optischen, visuellen und darstellerischen Finale nicht nur in einen Rausch aus Musik und Tanzkunst, sondern auch in den Wahnsinn einer Seele, welche von sich und anderen über Gebühr geschunden und die dem Ehrgeiz geopfert wurde. Dem Zuschauer stockt der Atem schließlich nicht vor Freude, sondern vor Grauen, Schrecken und Erschütterung. Wahrscheinlich wurde Ballet niemals zuvor einem Horrorfilm gleich in Szene gesetzt, wirkten Schritte und Drehungen so schmerzhaft für die Zuschauer, welche nun den Preis erfahren haben.

Den Preis, welchen die Kunst fordert, wenn sie zerstörerisch wird.
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Mittwoch, 16. Februar 2011

Noch ein Wort zu MTV

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Bei der Durchsicht meiner Videosammlung, die ich - wie Hunderte andere wahrscheinlich auch - inzwischen nahezu aufgelöst habe, um die Filme und Serien, die mich auch Jahre nach ihrer Ausstrahlung noch bewegen, nach und nach auf DVD oder vielleicht sogar auf Blue-Ray zu erwerben, erregte eine skurrile Animationsserie aus der Mitte der 90er Jahre meine Aufmerksamkeit.

The MAXX.

Die dreizehn Teile umfassende Serie lief seiner Zeit auf MTV im Rahmen des Formats "Oddities". Sie basiert auf der gleichnamigen Comic-Serie, in die Geschichte von Julie Winters erzählt wird, die als freischaffende Sozialarbeiterin dem obdachlosen Maxx zu helfen versucht. Dieser surchstreift in einem lila Kostüm mit Maske die Straße der Stadt und wechslet ständig aus der realen Welt in eine phantastische Welt namens "The Outback", eine fantastische Version Australiens, in welcher er seine Dschungelkönigin beschützt. Und genau in Julie glaubt Maxx seine Angebetete wiederzuerkennen, der in der realen Welt Gefahr von dem geheimnisvollen Mr. Gone droht, einem Mörder und Vergewaltiger, der seinerseits eine höchst eigentümliche Beziehung zu Julie, dem "Outback" und seinen Bewohnern hat.

Die kurze Zusammenfassung deutet schon an, daß die Serie nicht nur düster, sondern auch ziemlich schräg ist. Denn Maxx´ Wechsel zwischen den Welten führt diesen in meist peinliche, aber nie alberne Situationen. Aber auch ansonsten arbeitet die Serie viel mit Andeutungen und der Erkundung des Unterbewußtseins seiner Protagonisten. Dazu paßt der eigenwillige Stil der Serie, der zwischen klassischer Animationen, einfachen Comic-Sequenzen und der Kombination aus (verfremdetem) Realfilm und Zeichentrick wechselt, um so stets die eigenartige Realitätswahrnehmung seiner Figuren und die Eigenartigkeit der Realität an sich zu unterstreichen.

Gerade diese Eigentümlichkeiten machen die Serie für mich auch heute noch sehenswert. Es dürfte aber wenig überraschend sein, daß es die Serie hierzulande nicht auf DVD gibt, wohl aber als USA-Import. Erfreulicherweise hat jedoch dieses Mal MTV den richtigen Riecher bewiesen und die Serie bereits 2009 komplett auf ihrer Homepage eingestellt, auf der sie - leider keine Selbstverständlichkeit - auch von Deutschland aus betrachtet werden kann.

Und so bleibt dieses kleine Schmuckstück über das Ableben von MTV in Deutschland hinaus erhalten. Also auf ins "Outback".
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Samstag, 29. Januar 2011

Und nun zu Minecrack... ähm Minecraft

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Gute Computerspiele sind entweder detailverliebt und in jedem Aspekt durchdacht - wie etwa meine All-Zeit-Favoriten World of Warcraft oder Civilisation oder sie beruhen auf einer simplen, aber stets motivierenden Idee. Wie etwa Tetris. Das wird in zwanzig Jahren noch funktionieren und Spieler an den PC fesseln.

Ähnlich einfach, aber einnehmend ist ein Spiel mit dem schlichten Titel Minecraft. Das Spiel ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich.

Zum einen ist es noch gar nicht fertig, sondern wird von einem engagierten Entwickler gerade im Beta-Status verfeinert. Trotzdem hat es sich schon über eine Million Mal verkauft.
Zum anderen hat es zwar ein Spielziel, aber das ist den meisten Spielern ziemlich egal. Eigentlich geht es darum, auf einer Insel zu überleben, indem man Nahrung sammelt und Schutz vor den Angriffen der Monster sucht, die nachts aus ihren Höhlen kriechen und Jagd auf unvorbereitete Abenteurer machen.

Der Clou des Spiels liegt aber daran, daß die gesamte Welt aus Blöcken besteht, die sich abbauen und neu kombinieren lassen. Für das Abtragen loser Erde reichen da noch die Hände, Stein ist zunächst ein Hindernis. Aber geeignetes Werkzeug läßt sich durch das nachvollziehbare Kombinieren von unterschiedlichen Materialien herstellen - indem man es im Inventar "entwirft" - und so führt eins zum anderen. Aus dem ersten gefällten Baum entsteht eine Axt, mit der sich schneller Bäume fällen lassen. Mit eine Hacke lassen sich Tunnel und Räume in die Berge und Hügel graben. Und so wird aus der einfachen Loch, in welchem man in der ersten Nacht Schutz gefunden hat, bald eine Kammer mit Türen und Fenstern. Und überall findet sich Stoff, mit dem man neue Sachen bauen kann, um die Welt zu verändern.

Und mit einem Mal entsteht dieser Sog, der zahllose Ideen im Kopf freischaltet. Aus dem Abenteurer wird ein Architekt. Ein Entdecker. Ein Forscher. Ein Künstler. Aus einfachen Blöcken bilden sich im komplexere Strukturen. Statuen. Modelle. Mechanische Systeme. Und. Und. Und.

Der Überlebenskampf wird zur Nebensache. Das Umsetzen von kreativer Energie zum tatsächlichen Spielzweck. Das stetige Verändern und Erschaffen motiviert ungeheuer, und die Stunden vergehen wie im Flug. Am Ende steht nicht Zerstörung, sondern etwas Neues, Frisches und Ungesehenes. Und - trotz der überholten Grafik - optisch Wunderbares.

Dazu stellt sich ein gutes Gefühl ein, das einen zum Mitsingen anregt...



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Freitag, 28. Januar 2011

Vertront

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Manche Filme sind von ihren Ideen, ihrer Botschaft, ihrem Design oder ihren Ansprüchen ihrer Zeit soweit voraus, dass erst nachfolgende Generationen von Zuschauern richtig zu würdigen wissen, was für eine bemerkenswerte Bildparade auf Zelluloid gebannt wurde. Beispiel gefällig?

Nachdem Tron 1982 in den USA die Kinos durchlaufen hatte, konnte er gerade einmal das Doppelte seines Budgets einspielen. Schuld dran war vielleicht ein Außerirdischer, der unbedingt nach Hause telefonischen wollte. Schuld dran war vielleicht der Umstand, dass ein Großteil der Filmhandlung in den virtuellen Welten eines Computers spielte... bevor Begriff wie "Internet" oder "Cyberspace" überhaupt in den Wordschatz von Nicht-Nerds aufgenommen wurden. Und vielleicht war auch der Umstand Schuld, dass die Handlung eher märchenhafte Züge hatte und vom (ewigen) Kampf gegen Gut und Böse und Freiheit gegen Unterdrückung berichtete.

Und trotzdem gibt es kaum einen wahren Nerd um die 30, der nicht glänzende Augen bekommt, wenn jemand das Wort "Tron" benutzt. Steht der Film doch für eine Vision. Nämlich die, dass es eines Tages eine künstliche Welt geben wird, in der das Filmische zur Wirklichkeit wird.

Verständlich, dass meine Erwartungen groß waren, als nach fast zwanzig Jahren eine Fortsetzung durch die Kino rasen sollte. Was sollte dabei schief gehen? Denn während der erste Teil noch mit filmtechnischen Tricks arbeiten mußte, würde der zweite Teil aus dem vollen Angebot an state-of-the-arts-Computer-Tricks schöpfen können.

Jetzt, da ich Tron: Legacy gesehen habe, muss ich leider sagen:

Eine ganze Menge.

Um eines vorweg zu sagen: Die Spezialeffekte enttäuschen nicht. Denn die künstliche Spielewelt, in welche es Sam Flynn (leider eher blass: Garrett Hedlund), den Sohn Kevin Flynns, des Hauptdarstellers aus Teil eins (mit ziemlichem "Dude"-Charme: Jeff Bridges), verschlägt macht optisch einiges her. Leider nutzen sich die schwarz-weiß-neon Kulissen rascher ab als zwei Partien Speederbike-Rennen dauern. Denn nach zwanzig Jahren hat die Zielgruppe in anderen virtuellen Welten einige ganze Menge Abwechslung gesehen und erlebt. Auch wenn diese Design-Entscheidung für stylische und unverwechselbare Outfits und Locations sorgt, sehnt sich das Auge des Betrachters schon bald nach mehr. Der erste Teil vermittelte durch weniger Effekte jedenfalls eine buntere und dennoch geschlossene Welt.

Zudem haben - zumindest bei meinem Kinobesuch - die sehr kontrastreichen, weil tiefschwarzen und blendend weiße Filmbilder für eine fast schmerzhafte Erfahrung etlicher Beteiligter geführt. Und mir wird in der Regel weder von Wackelkameras schlecht noch nervt mich 3D. Aber nach Tron: Legacy hatte ich Sehnsucht nach einem kalten Waschlappen für meine wunden Augen. Ein hoffentlich einmaliges Erlebnis, dass sich aber dumpf auf meinen Filmspaß legte.

Aber auch im objektiven Bereich gerät der Motor des Films ins Stocken. Denn erhebliche Stroy-Lags sorgen recht bald dafür, dass sich der Zuschauer eine Frage stellt, die jeden VR-Plot zum Kippen bringen kann: "Warum sollte ich mich um eine virtuelle Welt sorgen, wenn diese die reale Welt nicht beeinflußt?".

Zwar behauptet der Film recht kühn, dass der "Bösewicht" aus dem Grid entkommen könnte, aber eine wirklich nachvollziehbare Erklärung bleibt er dafür schuldig. Und das gesamte Vorgeplänkel des Films, in dem Sam als Erbe des Firmenimperiums, die Pläne des gierigen Firmenvorstandes torpediert, verpufft wirkungslos. Denn Sam kämpft nicht etwa um den Erhalt der Firma seines Vaters, sondern nur mit seinem angeschlagenen Ego, weil Papa ihn im Stich gelassen hat und auf rätselhafte Weise verschwunden ist. Aber auch die Rückkehr des verschwundenen Vaters ist für die Außenwelt ohne Bedeutung. Und das "böse" Computerprogramm, das die V-World zu einer Game-Diktatur gemacht hat, strebt eher zufällig nach der Weltherrschaft, weil es Schwierigkeiten hat, den Ansprüchen an die von seinem Schöpfer gewünschte Perfektion gerecht zu werden.

Tatsächlich wirkt die Handlung mehr wie eine Aneinanderreihung von Level-Missionszielen, denn wie die durchdachte eines Spielfilms. Da war der erste Teil zwar insgesamt schlichter, dafür behielt er seine Prämissen und die Motive seiner Figuren stets im Auge. Im Nachfolger wird in einer Nebenhandlung eine merkwürdiges, machtvolles Volk aus "den Tiefen des Grid" ausgelöscht, ohne dass dies zu mehr als der Einführung einer Figur dienen würde (und der ungelösten Frage, wie zu Hölle Clu - das "fiese" Programm, eigentlich Perfektion definiert).

Wenn ich es recht bedenke, war vielleicht eher der Plot für meine Schmerzen verantwortlich.

Über die Plotaussetzer können zwar weder die atmosphärisch-scifi-klangweltliche Filmmusik von Daft Punk noch die wirklich gelungenden Fetisch-Neon-Outfits (die in anderen Welten wie etwa Second Life längst etliche Designer inspiriert haben) gänzlich hinweghovern, aber wenigstens bewahren sie den Film vor einem Totalschaden. Der Soundtrack funktioniert jedenfalls unabhängig vom Film ganz wunderbar und falls jemand die Klamotten in Serie zum einem bezahlbaren Preis produzieren und an meine verdrehte Größe (btw: 102 oder 56 L) denken sollte, könnte ich mich durchaus damit anfreuden, damit mal shoppen oder tanzen zu gehen (was ich im Second Life tatsächlich schon gemacht habe, ist aber eine andere Geschichte).

Verkratzt, verbeutelt und vertront durch's Ziel zu kommen, ist zwar nicht schlecht.
Aber der Kultfilm und der Film, der die Vision weiterträgt, bleibt wohl eher der erste Teil...
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Donnerstag, 13. Januar 2011

Ruhe in Frieden, MTV!

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Pünktlich zum Beginn des neuen Jahres (und zweiten Jahrzehnts im 21. Jahrhundert) hat der Fernsehsender MTV den freien Empfang des deutschen Programmablegers eingestellt. Er ist nur im Bezahlfernsehen zu empfangen.

Und hat sich damit wohl von seinen Zuschauern für immer verabschiedet. Ob sie ihn vermissen werden, ist aber mehr als fraglich.

Denn die seligen Zeiten, in denen MTV mit seinen Sendungen Trendsetter der Jugend und Junggebliebenen war, sind mit Aufkommen des WWW und spätestens mit YouTube vorbei. Auch wenn auf der Videoplattform das Bereitstellen von Musikvideos in den letzten Jahren immer mehr zur Qual wurde, hielt das die Zuschauer nicht davon ab, lieber dort (und auf den zahlreichen Alternativen) nach neuen Videos zu suchen, als auf die Ausstrahlung in der Glotze zu warten. Aber das ist sicher nur ein Grund. Denn auch das traditionelle Fernsehen fällt natürlich hinter den Angeboten eines weltweiten Unterhaltungsnetzes zurück, insbesondere dann, wenn man seine grauen und schwarzen Ecken mitrechnet. Nicht ohne Grund bekommen Film- und Musikindustrie regelmäßig Zornflecken im Gesicht, wenn sie die Zahlen illegaler Downloads betrachten.

Ein anderer Grund findet sich in der grundlegenden Änderung, die über MTV aufgrund der Sparpläne des Heimatkonzerns hereingebrochen ist. Denn statt der Mischung aus verrückten Live-Shows wie MTV's Most Wanted, wegweisenden Formaten wie The Real World (daß ich das mal schreiben würde, hätte ich nie gedacht, aber es stimmt (leider)) und einer ansprechenden Videoclip-Mixtur aus Mainstream und Nischenmusik bekamen die Zuschauer in den letzten Jahren vor allem Datingschows in immer neuen Varianten geboten (mal von der Show Pimp my Ride abgesehen, in welcher der Marktwert auf dem Flirtmarkt mittelbar erhöht wurde). Und deren Unterhaltungswert nutzt sich nicht nur schnell ab, sie sehen nicht nur billiger aus, sie setzen vor allen Dingen keine Trends.

Niemand spricht über sie. Niemand schaut sie 24/7. Und niemand vermisst sie.

In den Anfangstagen verkündeten in kurzen Clips Menschen wie Du und ich, Musikschaffende und Musikhörende in Chören: "I want my MTV!". Vielleicht hätten wir es zurückfordern sollen. Jetzt hat sich in uns der Gedanke festgesetzt, daß es auch ohne geht. Und so stellt sich kein Gefühl der Trauer ein, sondern nur eine ganz leichte Wehmut.
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