Montag, 7. Dezember 2009

Noch mehr Vorfreude

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Bedauerlicherweise habe ich die meisten Filme, auf die ich mich gefreut habe, bisher noch nicht gesehen. Einige davon habe ich verpaßt, etliche sind aber noch gar nicht angelaufen. Die Liste dieser Filme ist ein Stückchen länger geworden.

Denn zahlreiche Filme, die mich ansprechen, starten erst 2010. Wie zum Beispiel The Imaginarium of Doctor Parnassus, die neuste Regiearbeit von Terry Gilliam und der letzte Film, in welchem Heath Ledger mitgespielt hat. Ist bereits die Entstehungsgeschichte des Film tragisch und märchenhaft zugleich, verspricht der Trailer ein Fest für die Sinne und die Phantasie.



Einen alten Mythos erweckt The Wolfman zum neuen Leben: den der Werwölfe. Der Trailer verspricht Schaudern und Gruseln abseits weichgespülter Werwolf-Erotik a la "Twilight" und wartet mit einem Großaufgebot an talentierten Schauspielern auf. Da sollte eigentlich wenig schief gehen können.

Selbiges dürfte auch für die Neuinterpretation des Kriminalisten-Klassikers Sherlock Holmes gelten.

Leonardo DiCaprio wird uns Zuschauer gleich mit zwei Filmen in düstere und rätselhafte Filmwelten entführen. Und ich werde ihm wohl folgen, da sowohl Shutter Island als auch Inception, meine Leidenschaft für dunkle Geheimnisse ansprechen.

Gründe genug für mich, 2010 mit Vorfreude entgegenzusehen.
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Samstag, 5. Dezember 2009

Verspätetes Fernsehen

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Es gibt Momente, in denen ich mich über Kleinigkeiten einen ganzen Tag lang wundern kann. Auch wenn sie so banal sind wie die Ausstrahlung einer Fernsehserie. Genauer gesagt die verspätete Ausstrahlung. Oder die ausgefallene.

Eigentlich ist die Verwertungsreihenfolge internationaler und insbesondere us-amerikanischer Fernsehserien in Deutschland doch klar geregelt. Zuerst läuft eine Serie auf Premiere (wie der Name schon sagt) bzw. neuerdings auf dem Nachfolger Sky, wo sie nur von dem kleinen Kreis von Abonennten gesehen wird, die neben Rundfunk- und Kabelgebühren auch noch die Abo-Gebühr zahlen, um unterhalten zu werden. Dann läuft sie meistens im Privatfernsehen (neudeutsch: "Free"-TV) und schließlich erscheint die Serie auf DVD, die sich all die kaufen, die zwischen den Folgen weder eine Woche warten möchten oder die sich lieber die Originalversion anschauen, weil in der Übersetzung - so gut sie auch immer sein mag - ein gehöriges Maß an Wortwitz, Akzente, Anspielungen und ein Teil der eigentlichen Schauspielkunst verloren gehen.

Seltsam wird es nur, wenn eine laufende Serie nach dem Ende einer Season schlicht und einfach in der Versenkung verschwindet... und dann mir nichts dir nichts die Fortsetzung auf DVD erscheint. So gerade geschehen bei Supernatural. Die dritte Staffel hat das Privatfernsehen mal so eben übersprungen. Nicht daß sich der Fan darüber beschweren müßte, daß er seine Serie jetzt in nahezu einem Stück und ohne Werbung genießen kann.

Mich hat jedoch das Erstaunen gepackt. Denn wer wird die Serie jetzt noch im Fernsehen schauen? Mit Werbung? Mit wöchtlicher Wartezeit? Selbst wer sich die DVDs nicht für 40 € kaufen will oder kann, findet sie sicherlich in jeder guten DVDthek. Die Antwort dürfte also lauten: Weniger bis niemand. Was das Schicksal der zwei weiteren Staffeln ebenfalls besiegeln dürfte.

Ist das von den deutschen Verantwortlichen gewollt? Oder liegt es an den amerikanischen Produzenten, die langsam erkennen, daß die Zeit vorbei sind, in den europäische Zuschauer geduldig jahrelang auf den (Neu-)Start einer Serie gewartet haben, die in den Staaten bereits gelaufen ist. Ändern sich die Zeiten? Kann ich gar davon träumen, daß wie so mancher Blockbuster nun auch Fernsehserien bald weltweit gleichzeitig starten?

Oder liegt das alles nur dran, daß Supernatural eher eine Nischenserie ist, die einfach keinen Platz mehr im glattgebügelten Konzept deutscher Sender hat? Zu düster? Zu blutig? Zu anders?

Vielleicht. Vielleicht erscheinen auch bald die fehlenden Staffeln von Dexter auf DVD, ohne eine Vorabsendung im "Free"-TV. Mein Warten hätte ein Ende. Das Fernsehen wäre aber um ein bis zwei Attraktionen ärmer. Und bei verspätetem Fernsehen zappe nicht nur ich weg.
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Mittwoch, 11. November 2009

Künstliche Welten

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Das Thema "Verhältnis von Realität zur Virtualität" hat mich immer noch nicht losgelassen. Vielleicht auch deshalb, weil es bereits still und heimlich in verschiedenen Erscheinungsformen Gestalt in Bereichen annimmt, ohne auf den ersten Blick erkennbar zu sein.

Da wäre zunächst der neue Film von James Cameron Avatar, in welchem zunächst der titelgebene Kunstkörper für einen Soldaten eine nicht unerhebliche Rolle spielt, ist sein echter Körper doch gelähmt. In seinem neuen sehr mobilen Körper soll er eine fremde, außerirdische Kultur inflitieren, die auf einem für Menschen nur schwer zugänglichen Planeten lebt. Der Trailer deutet bereits an, dass er dabei bald in einen Gewissenskonflikt geraten wird. Soweit ist die Story nicht besonders originell. Denn die Solidarisierung eines Spions mit den Ausspionierten bzw. eines Fremden mit eigennützigen Motiven mit einer fremd, aber freundlichen Kultur wurde bereits in vielen Filmen thematisiert. Eine interessante Erweiterung dieser Geschichte könnte aber durch den Umstand eintreten, dass in diesem Fall der Protagonist gleichsam eine zweite Identität mit einem neuen Körper lebt. Vielleicht wirft der Film neben aller Action auf die Frage danach auf, was Identität und Ich-Bewußtsein überhaupt ausmachen. Wie definiert sich das "Ich", wenn es mehr als einen Körper hat? Welche Empfindungen sind real, welche Erfahrungen künstlich? Ich bin jedenfalls neugierig geworden. Spannenderweise ist der Film an sich auch ein Wunderwerk des Virtuellen. Denn die Landschaften existieren ebenso wenig wie die Außerirdischen. Ihre wahre Heimat ist der Computer. Und dennoch versprechen die Macher Bilder von niegesehender Schönheit und Echtheit...



Wie die virtuelle Welt auf anderem Wege mit der realen vermischt werden könnte, wird gerade unter dem Begriff der Augmented Reality (Erweiterte Realität) von Ingenieuren der Mobiltelefon-Branche entwickelt. Zunächst soll nämlich für tragbare Geräte die Möglichkeit geschaffen werden, Informationen über reale Orte und Werbung für dort verfügbare Produkte und Dienstleistungen zielgenau für den Nutzer bereitzustellen. Auf diese Weise könnte sich dieser dann über den Preis leerstehender Wohnungen ebenso schlauklicken wie über die Geschichte eines historischen Gebäudes. Zumindest in der Theorie. Denn in der Praxis scheitert die bisherigen Entwicklungen an technischen Unzulänglichkeiten wie der Ungenauigkeit des GPS-Systems. Aber zumindest der Traum, bald Bilder, Videos und ähnliches über Brillen und Kontaktlinsen ins Sichtfeld des Anwenders zu projezieren, wird bereits geträumt. Es könnte sogar möglich sein, daß die künstlichen Bilder die tatsächlichen überlagern.

Und damit würde die Realität um eine weitere Komponente erweitert, welche die bisherige Grenze zwischen der virtuellen Realität etwa des Internets und der des Real Life weiter aufweichen würde. Kunst- und Realwelt würden zu etwas Neuem verschmelzen, das ein jeder individuell wahrnehmen könnte.

Ein Wunder hier. Ein Traum gleich dort. Wolfheim haben die "Künstlichen Welten" wohl ganz gut getroffen.
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Freitag, 6. November 2009

Angeln in Azeroth

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Seit einigen Tagen habe ich ein neues Hobby – Angeln. Lange Zeit habe ich mich dagegen gesträubt, obwohl es durchaus nützlich ist, hier und da seinen Schwimmer in ein Gewässer zu werfen und darauf zu warten, dass ein leckerer Fisch anbeißt, der sich dann kunstvoll zu einer wohlschmeckenden Speise zu bereiten lässt.

Und noch eine andere Komponente habe ich unterschätzt.

Denn Angeln hat etwas sehr Beruhigendes. Während der Wind murmelt und das Meer rauscht, kann der Angler seine Gedanken schweifen lassen über die glitzernden Wellen hinweg bis zum Horizont, der irgendwo im Dunst des Nebels liegt. Dabei kommen dann manchmal eigentümliche Gedanken an die Oberfläche. Zuallererst der, wann sich wohl virtuelles Angeln nicht mehr von tatsächlichem Angeln unterscheiden wird. Denn ich angle nicht im Real Life, sondern in World of Warcraft, das ich seit einigen Wochen wieder für mich entdeckt habe. In diesem Spiel ist die Angel-Fähigkeit zwar aus oben genanntem Grund sehr nützlich, wurde aber früher von mir eher stiefmütterlich behandelt. Action war mir lieber. Das hat sich inzwischen geändert. Da aber Angeln im Gegensatz zu der Hatz auf Monster durchaus eine realistische Freizeitbeschäftigung ist, stellte sich bei mir tatsächlich irgendwann diese gerade genannte Frage ein, so banal sie auch auf den ersten Blick erscheinen mag.

Denn natürlich unterscheidet sich das virtuelle Angeln vom echten Angeln noch erheblich. Etwa in seiner Komplexität. Verschiedene Köder für verschiedenen Umgebungen werden in der virtuellen Umgebung nicht benötigt. Und ein Zerren und Ringen mit einem geköderten Fisch findet auch nicht statt. Ein Klick reicht, und der Fisch landet im Rucksack. Allein bei der Bestimmung der möglichen Beute greift das Programm auf die Realität zu und sorgt dafür, dass sich in Flüssen andere Schuppentiere herumtreiben als im Meer. Und natürlich fehlt jede haptische, olfaktorische und gustatorische Darstellung des Prozesses. Die Simulation dieser Wahrnehmung liegt noch außerhalb dessen, was Computer heute zu leisten vermögen. Vielleicht auch deshalb, weil wir Menschen unsere Umwelt hauptsächlich über visuelle und akustische Reize wahrnehmen. Und die Darstellung dieser wird von Jahr zu Jahr besser. Dass sich Fotografien am Computer nahezu beliebig manipulieren lassen, ist uns inzwischen ebenso geläufig wie die Selbstverständlichkeit, mit der am Computer Musik entsteht und künstliche Geräusche erzeugt werden.

Doch mit der Frage nach der Möglichkeit der Simulation öffnet sich erst die Tür zu den wirklich spannenden Fragen. Was macht eigentlich die Wirklichkeit aus? Wenn sich die Realität und die Virtualität in bestimmten Bereich nicht mehr unterscheiden, worin liegt dann noch ein Unterschied zwischen dem, was wir in dem einen und was wir in dem anderen Bereich erleben? Unsere Erfahrungen und damit natürlich auf unsere persönliche und biografische Entwicklung wird schließlich durch die Wahrnehmung der Umgebung, durch das Erleben von Ereignissen und unseren individuellen Umgang mit diesen Faktoren bestimmt. Noch können die Kritiker von Computerspielen und Simulationen im allgemeinen darauf verweisen, dass das „wahre“ Leben jenseits von Tastatur und Maus stattfände und virtuelle Erfahrungen – wenn überhaupt – ein schwacher Ersatz für Erfahrungen im Tatsächlichen seien. Die Sehnsucht nach virtuellen Welten haben sie damit aber nicht unterbunden. Denn überall dort, wo eine technische Weiterentwicklung möglich ist, findet diese auch statt. Wenn auch langsamer als erwartet, erhofft oder befürchtet. Aber mit steigendem Realismus der Simulationssysteme wird sich auch der Benutzer Gedanken darüber machen müssen, wie er mit dem dort Erlebten umgeht und welche Grenzen, Perspektiven und Möglichkeiten dort gelten sollen.

In dieser Hinsicht greifen mir die bisher geführten Diskussionen gerade im Bereich der Onlinespiele – die ja nicht zur Speerspitze der Entwicklung gehören und diese besonders markant kennzeichnenen - zu kurz: Die ledige „Killerspiel“-Debatte, die zuletzt in einer geflopten Entsorgungsaktion für angeblich gefährliche Spiele endete (siehe hier) ebenso wie auch die Debatte über eine strengere Einordnung angeblich suchterzeugender Computerspiele (siehe hier). Zwar halte ich es für wichtig, ein Problembewußtsein für diese schrecklichen und traurigen Randerscheinungen zu schaffen. Was die Debatte aber unnötig erschwert, scheint mir die sehr unterschiedliche Einstellung zur virtuellen Welten im allgemeinen zu sein. Insbesondere für junge Leute, die mit Computern und vor allem dem Internet aufgewachsen sind, ist ein Leben mit und gleichsam in diesen Medien eine Selbstverständlichkeit geworden, mit welcher die meisten zwang- und problemlos umgehen können. Aus vielen Bereichen des Lebens sind Computer heute bereits nicht mehr wegzudenken. Und ich spreche hierbei nicht nur von den technischen Bereich. Auch ein einfaches Büro wird heute vom Computer dominiert. Die Zeiten von Karteikästchen und Schreibmaschine sind vorbei. Und mit ihrer steten technischen Verbesserung steigen auch die Nutzungsmöglichkeiten für virtuelle Umgebungen. Es sei nur einmal an Onlinekonferenzen oder -unterrichtsstunden gedacht. Weit entfernt wohnende oder gerade erkrankte Menschen könnten miteinander arbeiten, kommunizieren und schließlich sogar interagieren. Und trotzdem gibt es – gerade auf Seiten der Kritiker und Gegner – viele, die sich weder auf Computer noch auf das Internet und virtuelle Welten außerhalb von vielleicht beruflicher Notwendigkeit einlassen (wollen) und für die das Schreiben einer Email noch ein besonderer Akt ist.

Daher wäre über die Möglichkeiten der Virtualität, die damit verbundenen Chancen und Risiken zunächst einmal ein Grundkonsens herzustellen, bevor Lösungsversuche für extreme Ausprägungen gesucht werden. Denn wer sich in virtuellen Welten gar nicht erst bewegen will und den Einfluss neuer Medien lieber pauschal zurückdrängen als nutzen möchte, versperrt sich einer furchtbaren Diskussion im Ansatz, ebenso wie der, der sich für jeden Gedanken an ein Risiko aufgrund seiner Begeisterung für die neue Technik verschließt. Denn beide Seiten reden dann nicht auf der gleichen Faktenlage und Grundeinstellung miteinander. Dass wird auch in der Hitzigkeit, mit der die Debatten geführt werden und am Schrillen der Argumentation einem neutralen Beobachter schnell deutlich. Wer daran zweifelt, möge einfach einen kurzen Blick in die Tagespresse oder einen Internetnachrichtendienst werfen.

Die erste Frage sollte also lauten, in welchen realen und virtuellen Welt wir überhaupt – und zwar gemeinsam - leben wollen. Und erst dann kann die Frage aufgeworfen werden, ob auch in Azeroth Angelscheine einzuführen sind. Um den Bogen zum Angelthema zurückzuspannen.

Bis dahin Petri heil!

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Montag, 28. September 2009

Tigerenten an der Macht

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Zugegeben, die Bezeichnung "Tigerenten"-Koalition für das kommende Bündnis aus CDU und FDP läßt etwas vom Ernst vermissen, welcher der gegenwärtigen Krisenlage angemessen wäre. Aber wenn schon Verkehrslichtzeichen oder karibische Staaten als Namensgeber für Koalitionen herhalten müssen, warum dann nicht auch kuschelige Tierchen?

Zumal die tatsächlich neue Koalition angesichts ihrer vielfältigen Herausforderungen nicht nur selbst ein bißchen Humor gebrauchen kann.

Humor wird wohl auch deshalb gebraucht, weil sicherlich dem einen oder anderen, der die Neuen nicht gewählt hat, angesichts der kommenden Politik etwas das Lachen vergehen wird. So zum Beispiel den etwa 1,9 Millionen ehemaligen SPD-Wählern, die lieber zu Hause geblieben sind, anstatt ihre Partei zu wählen. Vielleicht mit dem Hintergedanken, ihrer Partei für die als unangemessen empfundene Politik der letzten Jahre einen Denkzettel zu verpassen. Es mag sich erweisen, daß diese Politik noch sehr zahm und nett war, verglichen mit dem, was die neue Koalition aushecken wird. Die SPD als letzter Puffer sozusagen. Das wäre fast tragisch.

Ich jedenfalls hätte dann doch nicht gedacht, daß der SPD soviele Stimmen versagt bleiben. Vor vier Jahren wußten die Wähler wenigstens, was Schwarz/ Gelb wollte. Jetzt kann der Wähler es nur ahnen. Böses Erwachen inklusive. Da habe ich mehr Verhinderungswillen erwartet. Insofern hat der inhaltsleere Wahlkampf der Kanzlerin seinen Zweck erfüllte. Und ich habe eine echte Fehldiagnose abgeliefert. Mal sehen, ob meine nächste Einschätzung das Kommende besser abbildet.

Für die schwer angeschlagene "alte Tante" SPD ist das Wählervotum nach meinem Dafürhalten nämlich nur eine zeitweise Niederlage. Sie kann zunächst auf der Oppositionsbank Platz nehmen und durchatmen. Und solange sie dem Impuls widersteht, sich mit einer überflüssigen Personaldebatte in die Schlagzeilen zu quengeln, kann sie dem alten Koalitionspartner dabeizusehen, wie der vom neuen, nun sehr selbstbewußten Partner munter getrieben wird. Ganz so wie einst die Linken die SPD trieben. Und dabei im Licht der Schlagzeilen um ihr eigenes Profil kämpfen und sich gegen allzu forsche Ideen der FDP stemmen muss. Denn so wie ich die FDP einschätze, wird sie nicht mir angezogener Handbremse regieren wollen. Dem Ziel des einstmals verlachten "Projekt 18" bis auf drei Prozentpunkte nahegekommen und mit der Überlegung im Kopf, daß sich in den nächsten vier Jahren der Wind wieder drehen könnte, werden die Liberalen Gas geben, um möglichst viele ihrer Ziele umzusetzen. Sie wären auch kurzsichtig, wenn sie dies nicht tun würden. Denn in dieser Koalition hängt ihr weiterer Erfolg maßgeblich davon ab, daß sie als eigenständige Kraft wahrgenommen werden. Sonst bleiben die gewonnenen Stimmen letztlich nur Leihstimmen. Angesichts der schwachen Abschneidens der CSU hat die FDP aber auch die Möglichkeit dazu, sind sie doch nicht länger ein Appendix, sondern ein notwendiger Partner.

Die Unannehmlichkeiten, welche die neue Koalition auf den Weg bringen wird und bringen muß, wird das Störfeuer der Linken, aber auch der Grünen von der SPD ablenken. Zeit also für Wundheilung und Grabenüberwindung. Zeit für Neuorientierung und Kräftesammln. Insofern ist die Zeit auf der Oppositionsbank nicht notwendig verlorene Zeit. Es kommt darauf an, was daraus gemacht wird. So könnte aus der Niederlage vielleicht 2013 ein Sieg werden. Und sich die Erkenntnis einstellen, daß Opposition der "Großen" Koalition doch vorzuziehen ist.

Und dann haben die Tigerenten beim nächsten Mal vielleicht das Nachsehen.
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Donnerstag, 24. September 2009

Verschworen, um zu täuschen

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Eines möchte ich gleich am Anfang klarstellen. Ich mag Verschwörungstheorien. Nicht nur wegen ihres Unterhaltungspotentials. Ich halte die Wahrheitsfindung für einen manchmal langwierigen und ressourcenintensiven, aber stets notwendigen Prozeß. Und ich bin mir im klaren darüber, daß sich die Wahrheit in einigen Fällen nur aufdecken läßt, indem zunächst eine kühne und unwahrscheinliche These aufgestellt wird, die dann mittels einer Antithese zur Synthese geführt wird.

Leider wird diese einfache Form der Wahrheitsfindung mitunter in der Berichterstattung freundlich formuliert ignoriert. Thesen bringen mehr Aufmerksamkeit als Synthesen. Und daß Regierungen - insbesondere die der USA - immer wieder für die Rolle eines passablen Bösewichts taugen, beweist ein Blick in die Kino- und Büchercharts. Zeit, an zwei Beispielen den schwierigen Wahrheitsfindungsprozeß nachzuholen...

Fangen wir mit dem Mond an. Leider war ich bei der Mondlandung noch nicht geboren. Ich hätte sie als Sci-Fi-Fan bestimmt mit großen Augen am Fernseher verfolgt. Und mich im Nachhin sicher geärgert, daß die deutschen Moderatoren die historischen Worte von Neil Armstrong überplappert haben. An der Echtheit der Mondlandung selbst hätte ich allerdings nie gezweifelt.

Was andere allerdings getan haben. Im Netz haben diese Zweifel schließlich auch ein neues Zuhause gefunden. Wer allerdings denkt, daß die Mondlandung - aus welchen Gründen auch immer - nur ein Fake war, den belehrt ein gewisser Phil Plait auf seiner Bad Astronomy Website gern eines Besseren. Und zerlegt gleichzeitg Hollywood-Film in ihre Einzelteile, wenn sie Schindluder mit der Wissenschaft treiben.

Warum ich ihm glaube? Ich bin sicher nicht wissenschaftshörig. Aber für stichhaltige Argumente zugänglich. Und die sprechen eher dafür, daß die Amis den Russen tatsächlich mal was voraus hatten und auf dem Mond gelandet sind. Und sie die geheimen Mondbasen der Nazis deshalb nicht gefunden haben, weil es dort oben keine gab.

Ungleich schwieirg gestaltet sich die Wahrheitsfindung im Fall des 11. September 2001. Zumal es um ein tatsächliches Verbrechen geht und nicht um wissenschaftlichen Fortschritt. Das erfordert zum einen aber einen gewissen Anstand gegenüber den Opfern - was bestimmte absurde Theorien von vorherein ausschließen sollte - und zum anderen natürlich sorgfältige Ermittlungen - was dazu führen sollte, daß die Untersuchungen auf soviele Quellen wie möglich zugreifen kann. Also auch auf die eine oder andere, welche eine Regierung gerne als "Top Secret" bezeichnet.

Nun entsteht gerade durch den Wunsch einer Regierung nach Geheimhaltung in vielen Fällen von Verschwörungstheorien erst gerade der Verdacht, die Regierung hätte etwas zu verschweigen. Und wenn es auch nur die eigene Unfähigkeit war, in der Situation das Richtige zur richtigen Zeit zu tun. Und wenn eine Regierung - wie die unter Präsident George W. Bush - die Öffentlichkeit dann tatsächlich täuscht - siehe Atom-, Bio- und Chemiewaffenarsenal des Irak - leidet ihre Glaubwürdigkeit. Aber lügt und betrügt sie deshalb stets?

Auch zu diesem Thema blühen im Netz die Verschwörungstheorien. Etwas anderes wäre auch nicht zu erwarten. Als Beispiel für viele möge der Film "Unter falscher Flagge" dienen. Leider auch als Beispiel, wie Meinungen und Behauptungen als Thesen in die Welt gestellt werden, ohne sie an einer Antithese zu reiben. Und auch als Beispiel wie aus einer einfachen Fragestellung im Laufe von etwas über einer Stunde ein Haufen von abenteuerlich reißerischen Thesen darüber wird, was die Regierung unter Herrn Bush sonst noch so geplant hat oder hätte. Agent Mulder hätte seine Freude daran gehabt.

Aber wahrscheinlich hätte ihn Agent Scully mit wissenschaftlichen Fakten auf den Boden zurückgeholt. Im richtigen Leben übernimmt das sehr genau und ausführlich Popular Mechanics. Und obwohl ich bei Akte X meistens auf der Seite von Mulder stand, glaube ich im wahren Leben doch lieber der Stimme der Vernunft. Insbesondere dann, wenn sie an Synthesen interessiert ist.

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Mittwoch, 23. September 2009

Nur für's Protokoll

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Zwar fiebern meine Mitbürger am heutigen Abend erstmal der Ziehung der Lottozahlen entgegen, weil ein Jackpot mit rund 30 Millionen Euro auf eine Schar glücklicher Gewinner wartet, aber richtig wichtig ist dieses Ereignis natürlich nur für die wenigen, deren Leben sich durch diese Summe nachhaltig verändern könnte.

Ungleich relevanter ist natürlich, wer Deutschland ab dem 27. September regieren wird. Na ja, genau genommen irgendwann nach der Wahl des Bundeskanzlers. Aber ich will mich nicht um ein paar Tage streiten. Denn nach meinem Dafürhalten steht die neue Koalition bereits fest.

Es wird die alte aus CDU und SPD sein.

Warum?

Weil erstens Frau Merkel kein richtiger guter Grund für eine Koalition mit der FDP einfällt - siehe Fernsehduell. In einer schwarz-gelben Koalition müßte sie zudem führen, doch die staatsmännische Moderation liegt ihr einfach mehr.
Zweitens weil Herr Steinmeier weiß, daß Opposition Mist ist, wird die SPD einen Weg finden, an der Macht zu bleiben. Und mangels aussichtsreichem Bündnispartnern - schließlich wird eine Koalition mit den ganz linken Ex-Genossen abgelehnt - bleibt nur die CDU.
Und weil drittens die FDP, Die Grünen und Die Linken keiner Drei-Parteien-Koalition zugestimmt haben und wohl auch nicht zustimmen werden. Da diese Parteien noch ein klares Profil haben, bestehen bei ihnen auch noch Unterschiede.

So einfach ist das.

Wählen gehen sollte der Wähler trotzdem. Denn wenn die Demokratie aus den Köpfen verschwindet, ist sie irgendwann weg. Hilfe bei der Wahlentscheidung gibt der Wahl-o-Mat.

So einfach kann Politik sein. Und jetzt drück ich die Daumen für den Lotto-Jackpot.
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Freitag, 11. September 2009

Der September wird grausig...

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Wenn im Herbst die Blätter welken, starten in den USA die neuen Seasons erfolgreicher Fernsehserien. Darunter natürlich auch einige meiner Favoriten.

Und da ich es gerne dunkel, mysteriös und schaurig mag, dürfte es keinen verwundern, daß ich mein Augenmerk eher auf die weniger fröhlichen Fortsetzungen lege.

Vorsicht! Spoiler Warnung!

Bei Supernatural stehen die Zeichen dieses Jahr auf Sturm. Denn es hat alles den Anschein, daß in der fünften und letzten Staffel niemand Geringeres als der Höllenfürst selbst der Gegner von Dean und Sam Winchester ist. Wer die Serie kennt, der ahnt, daß es auch diesen Herbst so manche böse Überraschung im Kampf gegen das Böse geben wird...

Der passende Trailer fängt jedenfalls die düstere Stimmung mit einem Augenzwinkern ein.


Der ungewöhnliche Serienmörder Dexter wird in der neuen vierten Staffel jedenfalls vor alte und neue Herausforderungen gestellt. Einerseits ist da immer noch sein dunkler Passagier und sein stetiger Trieb, Mörder zur Strecke zu bringen, welche dem System entkommen sind. Andererseits ist Dexter jetzt mit einer liebenswerten Familie verheiratet und Vater eines knuddligen Sohnes. Daß dieses Spannungsfeld Dexter in manche Schwierigkeiten bringen wird, läßt sich leicht erahnen. Aber der Trailer verspricht noch sehr viel mehr...


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Freitag, 4. September 2009

Gleichberechtigte Enthüllungen

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Es wäre nicht so, daß die neusten Enthüllungen auf Seite 1 der BILD ein Kaufargument für diese Loseblattsammlung wären. Aber bemerkenswert finde ich es dennoch, daß seit einigen Tagen nicht (halb-)nackte Damen, sondern (halb-)nackte Herren im unteren Seitenbereich was für´s Auge bieten. Gleichberechtigung kann so schön sein.

Wie die ganze Sache mit dem "BILD-Boy" anfing und wer sich da schon so alles präsentiert hat, läßt sich (noch) bei BILD Online nachlesen nachlesen, inklusive den zum Teil sehr peinlichen - und daher ungeheuer witzigen - Leserkommentaren wie
"Ich bin geschockt. Wie soll man das seinen Kindern erklären? Ich kaufe keine BILD mehr. Das versaut mir das Frühstück."
Ich könnte jetzt einige pädagogisch wertvolle Erklärungsmodelle anbringen, spare mir das aber lieber für private Nachfragen auf. Denke allerdings, daß es eine Menge sehr viel erklärungsbedürftigere Möglichkeiten gibt, auf der ersten Seite zu landen, als sich auszuziehen...

Und ansonsten gilt natürlich weiterhin, daß sich gerade bei der BILD eine fundierte Quellenkritik immer noch lohnt. Wenn auch inzwischen andere Printmedien nicht zu Unrecht ihren Weg in den "Watch Blog" gefunden haben. Wie verkündete der Fernseher VOX zu seinen seligen Anfangszeiten zu den Werbepausen noch gleich? Richtig. Mißtraue den Medien. Die Ironie ist zwar bei dem Sender leider längst verkocht worden. Aber an der Richtigkeit der Warnung ändern auch gleichberechtigte nackte Tatsachen nichts.
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Sonntag, 30. August 2009

Lesen als Abenteuer

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Früher verging kaum ein Monat, in welchem ich nicht einen Wälzer mit einer fantastischen Geschichte verschlungen habe. In den letzten Jahren ist mein jährlicher Buchkonsum mehr und mehr gesunken. Was zum einen damit zusammenhängen dürfte, daß ich neben meinem Beruf mit meinem diversen Online-Daseinsformen und meiner Liebe zu Fernsehserien zeitmäßig recht ausgelastet bin, zum anderen aber auch damit, daß heute unter einer Trilogie bei Fantasy-Serien eigentlich nichts mehr geht. Ob es für die Geschichte nun erforderlich ist oder nicht.

Um so schöner, wenn sich plötzlich ein Buch findet, in dem auf knapp 500 Seiten ein Wortfeuerwerk vor den Augen des Leser durchgezündelt wird, das in punkto Komposition, Farbigkeit, Tempowechsel und Abwechslung winzigwenig zu wünschen übrig läßt – und sich gleichsam nebenbei noch über den gesamten Literaturbetrieb in treffender Weise lustig macht.

Die Rede ist von Hildegunst von Mythenmetz´ biographischem Roman Die Stadt der Träumenden Bücher, von keinem Geringeren als Walter Moers ins Deutsch übertragen und überaus reichhaftig und kunstvoll illustriert.

Der Autor dieser hochvergnüglichen Seiten gehört zum Volk von flugunfähigen, aber auf dem Gebiet des Schreibens, Lesens und Rezitierens hochbegabten Lindwürmern. Seine Reise durch die fantastische Welt Zamonien nimmt ihren Anfang auf der Lindwurmfeste (wolkenhoch und uneinnehmbar), als sein hochverehrter Dichtpate Danzelot von Silbendrechsler verstirbt und dem Trauernden wenig mehr hinterläßt als ein zehnseitiges, leicht vergilbtes und stockfleckiges Manuskript. Das hat es freilich in sich. Denn niemals zuvor hat der junge Lindwurm, obgleich ausgesprochen belesen, ein solches Meisterwerk in den Händen gehalten, welches es versteht, ihn mal zu Tränen zu rühren, mal Stürme der Begeisterung auszulösen und mal nahezu hysterische Lachsalven aus ihm herauszukitzeln. Schließlich faßt Hildegunst den Entschluß, den Urheber dieser Schrift in Buchhaim aufzuspüren – der Literaturmetropole Zamoniens schlechthin. Was freilich nur beim ersten Darübernachdenken eine gute Idee ist. Denn an diesem Ort ist das Lesen noch ein echtes Abenteuer, eine waghalsige Unternehmung mit höchst ungewissem und vielleicht fatalem Ausgang also. Nichts für Kamilleteetrinker, Turnbeutelvergesser und Vollkaskoversicherte. Denn nicht nur Buchjäger, Trompaunenkonzerte, gefährliche Bücher, eine finstere Verschwörung, die Labyrinthe unter Buchhaim und die Buchlinge verwickeln den jungen Dichter in ein haarsträubendes Abenteuer nach dem nächsten. Schließlich begegnet er auch noch dem überaus schrecklichen Schattenkönig in Schloß Schattenhall selbst. Und kommt auch noch in den Besitz des Blutigen Buches. Wahrhaft schauerliche Ereignisse also, die dem Leser da zugemutet werden. Zum Glück werden Personen mit schwachen Nerven gleich auf der ersten Seite eindrücklich vor der Lektüre gewarnt.

Daß Walter Moers einen sehr schrägen Humor besitzt, war mir aufgrund der Lektüre diverser Kleiner Arschloch und Adolf – Die Nazisau Comics schon bekannt. Als großartigen Geschichtenerzähler wäre er mir dennoch beinahe durch die Lappen gegangen. Denn „Die Stadt der Träumenden Bücher“ ist auf jeder Seite durch und durch lesenswert. Nicht nur wegen der stets vergnüglichen und spannenden Handlung, den kurios-liebenswerten Charakteren und den schaurig-schönen Schauplätzen. Sondern vor allem wegen der Sprachgewalt, der Jonglierkunst und des Wortwitzes, welche in diesem Buch dargeboten werden. Nebenbei spöttelt und philosophiert Moers über gute und schlechte Literatur, lebende und tote Dichter und Literaten, Kritiker und Verleger und die Liebe zu Büchern. Dabei überschlagen sich die Ideen und Witze förmlich, ohne daß der Autor seinen lakonischen Ton verlieren würde. Nichts bringt ihn wirklich aus der Fassung. Und selbst im Angesicht des schlimmsten Schrecken weiß er noch eine lehrreiche Bemerkung über gutes Geschichtenerzählen einzuflechten – denn nichts mehr und nichts weniger macht er schließlich die ganze Zeit. Insofern stellt sich nicht die Frage ob, sondern wie Hildegunst all den tollkühnen und abenteuerlichen Situationen entgeht – und was er daraus lernt. Gut möglich, daß Hildegunst am Ende eine ganze Menge von jenem unbekannten Meisterpoeten mitgenommen hat, nach welchem er suchte.

Ich für meinen Teil weiß jetzt jedenfalls, wie gute Geschichten beginnen (und aufhören), daß dicke Bücher (und Trilogien) deshalb so dick sind, weil der Autor nicht die Zeit hatte, sich kurz zu fassen und daß bibliophile Menschen nach Lektüre dieses Buches lieber Buchlinge denn Bücherwürmer sein wollen. Aber ich werde nicht verraten, warum. Das muß sich schon jeder selbst erlesen. Wenn er sich denn traut.
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Donnerstag, 6. August 2009

Du hast eine sehr wichtige Verabredung...

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Nachdem ich im Kino den zwar storymäßig eher dünnen, dafür in Bezug auf Aktion und Spezialeffekte ziemlich starken Transformers - Die Rache über mich hinwegdonnern ließ und dabei für zwei Stunden und ein paar Minuten ordentlich unterhalten wurde, entschloß ich mich, mal zu prüfen, ob es Neuigkeiten von dem Film gibt, auf den ich mich zur Zeit am meisten freue.

Und siehe da: es gibt bei YouTube einen ersten Trailer zu Tim Burton´s Alice in Wonderland.

Und was könnte ich noch sagen außer: anschauen, staunen, nochmal anschauen.
Langsam, ganz langsam die Vorfreude auf den 05.03.2010 einläuten. Aber nichts überstürzen. Es ist noch eine Weile hin...
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Mittwoch, 5. August 2009

Wer hat uns verraten?

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Die SPD hat´s nicht leicht. Gerade hab ich bei Spiegel Online gelesen, daß die Partei bei der neusten Forsa-Umfrage gerade mal 20 Prozent der Wählerstimmen erhalten würde. Und das alles nur wegen eines Dienstwagen, der sich unerlaubt von seiner Ministerin entfernt hat? Upps. Das könnte ein schwarz-gelbes Erwachen geben am 28. September.

Aber warum bloß ist die SPD so tief gefallen? Vielleicht gibt es kleines Lied Aufschluß, das zwar schon ein gutes Jahr auf dem Buckel hat und "trotzdem [...] irgendwie in unsere Tage" (Textauszug) paßt.


Nach dem was eine kurze Suche über den Herrn Marc-Uwe Kling so zu Tage förderte, scheint mir der Sänger nicht die Speerspitze der Konservativen zu sein. Eher ein frustierter (Ex-)Wähler, der seinen Gefühlen textliche Gestalt verleiht. So gelungen im übrigen, daß mir das Lied seit Tagen nicht aus dem Kopf geht.

Die Kommentare bei YouTube zu diesem Song sind - dies sei noch angemerkt - zwar nicht alle lesenswert, aber ihren durchgehenden Tenor, daß es sich nicht lohnen würde, ein solches Lied über die CDU zu verfassen (oder gar zu singen!), weil die wenigstens zu den "Grausamkeiten" in ihrem Wahlprogramm stünde, fand ich dann doch schon sehr aussagekräftig.
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Samstag, 1. August 2009

Mystery-Serien - ergründet (Teil 2)

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Obwohl ich inzwischen außer am "Mystery-Montag" (den Pro7 seit letzter Woche genau so bezeichent) kaum noch fernsehe, ist mein Interesse an Mystery-Serien ungebrochen. Und auch wenn die Hochzeit der Mystery-Serien vorbei scheint, gibt es noch genügend Serien, die zumindest Elemente der Klassiker übernehmen, um den Zuschauer in seltsame Gefilde der Phantasie zu entführen...

Auch wenn ich ursprünglich eigentlich noch einen kleinen Einblick in die Vergangenheit der Mystery-Serie geben wollte, verlangt die Vielzahl an aktuellen Serien geradezu danach mit diesem Vorsatz zu brechen und zuerst in der Gegenwart zu verweilen... auch wenn es noch so schwer fällt.

Daß das Verweilen in einer Zeitebene mitunter mit Schwierigkeiten verbunden sein kann, wurde in der 5. Staffel von LOST eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Serie über eine Gruppe von Überlebenen, die sich nach einem mysteriösen Flugzeugabsturz auf einer sehr, sehr seltsamen Insel wiederfinden, ist heute schon ein Klassiker des Genres. Ich gedenke, für die neuen Folgen noch kleine Artikel zu schreiben, falls es der Konsum der übrigen neuen Serien zuläßt...

Quasi als Nachfolger zu Lost drängt sich zunächst Fringe ins Bewußtsein, da diese Serie über ein Ermittlerteam des FBI, welches bizarre Grenzfälle der Wissenschaft untersucht, von den Lost-macher erdacht wurde. Die Stichworte "FBI" und "Mystery" lassen den Zuschauer natürlich gleich an The X-Files denken. Und tatsächlich gibt es auch bei Fringe eine ominöse Verschwörung, deren Ziel zunächst unklar sind. Deutlich wird nur, "daß jemand rumexperimentiert, wobei die ganze Welt das Versuchslabor ist" (O-Ton aus der Serie). Special Agent Olivia Dunham (Anna Torv) wird von ihrem Vorgesetzten Agent Phillip Broyles (Lance Reddick; Matthew Abaddon aus "LOST") beauftragt, zusammen mit dem exzentrischen Wissenschafter Dr. Walter Bishop (John Noble; Denethor aus "Der Herr der Ringe-Trilogie") und dessen Sohn Peter (Joshua Jackson; Pacey Witter aus "Dawson´s Creek) aus sogenannte "Schema" zu erforschen, welches sich in zunächst unerklärlichen und stets bedrohlichen Phänomenen äußert, welche zu einer Reihe von Todesfällen innerhalb der Bevölkerungen führen (und damit in die Zuständigkeit des FBIs fallen). Anders als bei "The X-Files" sind die anfangs gesichtslosen Verschwörer aber nicht Teil der Regierung, sondern (scheinbar) die mehr oder minder klassischen "mad scientists", die für skrupellose Großkonzerne auf Kosten von unschuldigen Menschen forschen. Oder auch nicht. Denn das schauerliche Treiben dient möglicherweise dazu, eine noch größere Katastrophe abzuwenden.

An die Qualität des Vorbilds kommt "Fringe" in der ersten Staffel noch nicht heran. Das liegt zum einen an den Fällen, die zwar deutlich Science-Fiction sind, für die aber - zum Teil haarsträubende - Erklärungen gegeben, nach denen sie heute schon umsetzbar wäre. Die Prämisse, daß eine Reihe von Wissenschaftler (unabhängig von einander) eine ganze Reihe von erfolgreichen Durchbrüchen in Grenzwissenschaften gelungen sein soll, ist nicht so leicht zu schlucken, zumal die Serie ansonsten Wert darauf legt, im Hier und Jetzt zu spielen und nicht in einem Alternativuniversum. Das wurde bei "The X-Files" einfach klüger gelöst, indem entweder bizarre Mutationen oder Alientechnologie ins Feld geführt wurden, welche sich außerhalb des menschlichen Erklärungshorizontes bewegten.
Zum anderen springt anders als bei Agent Mulder und Agent Scully der Funke bei den Hauptfiguren von Fringe nicht gleich auf das Publikum über. Agent Dunham ist - zumindest in den ersten Folgen - viel zu unnahbar, um Symphatien zu wecken. Dr. Bishop ist ein Übergenie, dessen geistige Aussetzer zwischen aufgesetzt und peinlich schwanken und keinerlei Kontinuität besitzen. Dazu kommt der Umstand, daß sich dieser Mann scheinbar in allen Grenzwissenschaften auszukennen scheint, was noch unglaubwürdiger ist als sein Charakterhintergrund. Und Peter Bishops Motivation ist eingangs ebenso rätselhaft wie sein Wert für das Team.
Im Laufe der Zeit verbessert sich zwar die Charakterzeichnung, aber die einzelnen Handlungsstränge vermögen noch nicht so recht zu überzeugen, so daß der Serie zwar Potential zugestanden werden kann, aber auch ein weiter Weg bis zu einer wirklich guten Serie. Da war LOST bereits nach einer halben Staffel weiter.

Weiter ist auch eine Serie, die von den X-Akten eher Stimmung und den "Monster-der-Woche"-Aspekt übernommen hat. Die Rede ist von Supernatural, welches bereits 4. Staffel umfaßt und sich stetig von Jahr zu Jahr gesteigert hat. Erzählt wird die Geschichte der beiden ungleichen Brüder Dean (Jensen Ackles) und Sam Winchester (Jared Padalecki), deren Vater die beiden zu Geisterjägern ausgebildet hat. Was beim ersten Hören etwas albern klingt, aber im Universum der Serie durchaus eine kluge Berufswahl ist, da Amerika von all den grausigen Geschöpfen des gothischen Horrors bewohnt wird, vor denen sich der Zuschauer als kleines Kind gefürchtet hat. Wenn hier ein kleiner Junge ein Monster unter seinem Bett vermutet, stellt sich nicht die Frage nach seiner Existenz, sondern danach, wie es am besten bekämpft wird.
Wobei es sich die Macher nicht nehmen lassen, den Geistern und Dämonen einen der Serien eigenen Hintergrund zu verpassen, so daß den Zuschauer zwar bekannte Schauergestalten erwarten, er aber zunächst im Unklaren darüber gelassen wird, welche inzwischen bekannte Mythologie denn nun wirklich gilt. Das verleiht der Serie ihre eigene Originalität.

Die Episodenhaftigkeit der Serie funktioniert in der ersten Staffel besser als bei Fringe, obwohl der rote Faden zunächst ebenfalls etwas dünn ist. Denn die Suche der beiden Brüder nach ihrem Vater, der auf der Jagd nach dem Dämon, welcher einst ihre Mutter tötete, verschollen ist, dient zunächst lediglich dazu, die einzelnen Fälle miteinander zu verknüpfen, bringt aber die eigentliche Geschichte nicht voran. Dafür etabiliert die Serie in den ersten Folgen einige Grundlagen, was den Kampf gegen Dämonen und rachsüchtige Geister angeht und baut dabei eine Atmosphäre auf, die sowohl an die "X-Files" als auch an "Millennium" erinnert. Was schon aufgrund der Tatsache nicht überrascht, daß ein stattlicher Teil der Crew von "Supernatural" vorher bei diesen Serien gearbeitet hat. Genau dieses kunstvolle Erzeugen einer charakteristischen Stimmung, der rockige und sehr dynamische Soundtrack und die schutzig-dunklen Bilder einer finsteren Version der USA machen die Erlebnisse der beiden Brüder bereits sehenswert, bevor die Serie von Staffel zu Staffel einen Gang zulegt. Dabei kommt der erzählten Geschichte der Umstand zugute, daß die Autoren mutig jeder Versuchung widerstehen, Klichees überzustrapzieren und sowohl ihre eigenen Regeln wie auch die des Fernsehens überhaupt kunstvoll zu brechen. Einige Storywendungen sind so schockierend, daß dem Zuschauer das kalte Grauen über den Rücken fährt.
Und damit erfüllt "Supernatural" die Erwartung, die man ans Unheimliche un Mysteriöse stellen kann.
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Samstag, 11. Juli 2009

Lass den Richtigen eintreten...

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Im Zuge der gerade akuten Weltwirtschaftskrisen steht ja nicht nur die weitere Existenz von Automobilbauern und Versandhäusern auf der Kippe, sondern auch die von klassichen Kaufhäusern, wie sie in jeder größeren Stadt (noch) zu finden sind. Das Kaufhaus in meiner Stadt, in welchem ich seit ich denken kann zunächst MCs und LPs dann CD und PC-Games und schlußendlich auch DVDs gekauft habe, schließt nun ebenfalls die Pforten - vielleicht gibt´s unter einem neuen Inhaber eine Auferstehung. Das ist noch alles vollkommen unsicher. Und nur die Erklärung, warum ich mich entschieden habe, den Film "So finster die Nacht" (im Original: Låt den rätte komma in; also: Lass den Richtigen eintreten) dort als Rabattangebot zu kaufen. Es wäre nicht so, daß ich nicht gerne Schnäppchen machen. Angesichts meines immer noch eher jämmerlichen Monatsbudget leiste ich mir nicht mal eben eine DVD. Aber ich wollte ein würdigens Andenken. Für den Fall, daß das Kaufhaus nie wieder seine Pforten öffnet.

Um das Ergebnis gleich vorweg zu nehmen - ich habe es bekommen. Der schwedische Film über zwei Zwölfjährige von Tomas Alfredson aus dem Jahr 2008 hat ganz recht zahlreiche Festivalpreis gewonnen. Erzählt er doch in stillen, stets wie komponiert wirkenden Bildern eine ganz alltägliche Geschichte unterlegt von zurückhaltender und umso tragenderer Musik. Zumindest auf den ersten Blick. Denn das neue Nachbarmädchen, welchem der Außenseiter Oskar nach Einbruch der Nacht auf einem verschneiten Klettergerüst begegnet, hat die für das winterliche Schweden doch eher ungewöhnliche Angewohnheit im Schlafanzug und barfuß die kleine Wohnung zu verlassen, welche sie mit ihrem Vater zu bewohnen scheint. Einem Vater, der schon bald in einer schonungslos direkten Weise einen Passanten überfällt, um ihn an einem Baum hängend ausbluten zu lassen...

Natürlich weiß der kundige Zuschauer bereits vor Oskar, daß das kleine Mädchen Eli wohl tatsächlich nur "ungefähr zwölf" Jahre alt ist. Werden doch Vampire sehr viel älter. Doch wie schon bei "Being Human" legt auch "So finster die Nacht" den Schwerpunkt nicht auf die Vampireigenschaften oder die Horrorelemente, die blutsaugerisches Treiben nun einmal mit sich bringt. Der Film schockiert und ängstigt den Zuschauer zwar, wenn es sein muß, mit sehr blutigen Bildern, wird dabei aber nie geschmacklos oder übertrieben. Vielmehr er richtet sein Augenmerk auf die langsame Annäherung zweier Fremder, die einiges verbindet und manches trennt. Mit poetischen Bildern einer verschneiten Stadt, meist in Grau oder bei Nacht, die selten zuvor in einem Film so ahnungsvoll und fasettenreich dargeboten wurden. Diese Bilder fangen damit natürlich auch das Unterbewußte ein, das die menschliche Sehnsucht steuert. Dazu paßt es, daß den Figuren oft Raum wie auf einer Bühne gegeben wird, solange sie sich fern sind, und fast intime Nahaufnahmen entstehen, sobald sich diese annähern. Auf diese ruhige Weise gelingt es dem Film, des wachsenden Verständnisses zwischen Junge und Mädchen Ausdruck zu verleihen und damit eine universelle Geschichte über das Erwachsenwerden zu erzählen - jenseits aller "Romeo und Julia"-Theatralik, welche das Thema "Vampir liebt Mensch" in sich trägt.

Zum Gelingen des Filmes trägt auch die restliche Besetzung bei, die in kleinen, aber gut gezeichneten Nebenfiguren, der Umwelt der beiden Gesicht und Glaubwürdigkeit verleiht. Zwar sind weder die in Trennung lebenen Eltern noch die mobbenen Klassenkameraden von Oskar noch die einfachen Einwohner, welche Opfer von Elis Blutdurst werden, besonders originell. Aber sie bleiben stets oberhalb jeden Klichees und damit glaubwürdiger menschlicher Gegenpol. Allerdings einer, der die Geschichte auf ein schauriges Ende zutreiben wird.

Erwachsen zu werden und jemanden ganz und gar zu lieben ist - auch ohne ein Vampir zu sein - eine schmerzhafte Angelegenheit. Und es ist noch schwieriger, dabei den Richtigen zu finden, welchem man Zutritt in seine Wohnung, sein Leben und seine Seele gewährt.
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Samstag, 27. Juni 2009

Cineastische Vorfreude

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Beim letzten Kino-Besuch wurde ich tatsächlich von einer Vorschau für einen Film überrascht, von dem ich zuvor weder gehört noch gelesen hatte - und das, obwohl ich mich durch regelmäßige Lektüre eines Kinomagazins auf dem neusten Stand halte.

Gesehen habe ich den Trailer zu Surrogates, dem neuen Film mit Bruce Wills. In der Zukunft, in welcher die Handlung des Film spielt, verwenden die meisten Menschen die titelgebenden "Surrogates", um ein Leben zu führen, in welchem sich gefahrlos alle (oder fast alle) Träume verwirklichen lassen. Denn die Surrogates sind ewig junge, schöne und sehr stabile Androiden, die online von ihren Besitzern gelenkt werden. Als es zu Todesfällen der Operators kommt, gerät das ganze System ins Wanken. Der Trailer verspricht einen Sci-Fi-Thriller mit gesellschaftskritischen Untertönen, Aktion und eindrucksvollen Special Effects. Von denen ein etwa 25 Jahre jünger wirkender Bruce Wills einer der eindrucksvollsten ist.

Nach Schauen des Trailers, stellt ich mir die bange Frage, was wohl an Filmen in den nächsten Wochen und Monaten in die Kino kommt, von denen ich noch nichts gehört habe. Ich googlte und youtubte ein bißchen und wurde sehr schnell ziemlich fündig... auch wenn ich ein paar Trailer doch schon kannte.

The Road macht auf mich einen etwas zwiespältigen Eindruck, denn postapokalyptische Filme, die das Kannibalentum thematisieren, tendieren - siehe "I am Legend" mit Will Smith - dazu nicht richtig durchdacht, sondern in erste Linie reißerisch zu sein. Mal sehen, ob Viggo Mortensen den Film trägt.

Michael C. Hall, der in der Serie "Dexter" den vielschichtigen, zimelich mörderisch-sympathischen Namensgeber verkörpert, als Schurke in Gamer, der Strafgefangene in Multi Massivly Offline Battles aufeinanderhetzt? Klingt vielversprechend.

Verfolgungswahn, Todesangst und Hochspannung in den Tiefen des Alls machen sich in Pandorum und Moon breit, während in District 9 Aliens wie illegale Flüchtlinge behandelt werden.

Daß Zombies immer noch prima als gruselige Gegenspieler taugen, die gleichzeitig für Lacher bei Leuten mit besonderem Humor sorgen, wollen Zombieland und Dead Snow unter Beweis stellen, wobei letzterer in Sachen abstrusem Gagpotential die Nase vorn hat. Denn untote Nazi-Soldaten sind so trashig, das läßt sich kaum toppen.

Vielleicht durch eigentlich ernst gemeinte, aber dennoch peinlich umgesetzte Vampirfilme. Ich muss dabei immer an "Blade" denken, der sich so verkrampft darum bemühte, möglichst cool zu wirken, daß er von Teil zu Teil alberner und unerträglicher wurde. Zum Glück hat Wesley Snipes gerade anders im Sinne als Filme zu drehen, so dass in Blood: The Last Vampire und Daybreakers kein Daywalker den Vampirmythos zu Grabe tragen kann. Vielleicht besorgen das Bella und Edward in New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde. Ich schau ja viel seltsamen Kram, aber letzteres wohl nicht. Trotz attraktiver, halbnackter Werwölfe.

Dann betrachte ich mir doch schon lieber Gevatter Tods Überstundenbericht The Final Destination. Auch wenn der dritte Teil mich etwas enttäuscht hat, weil er dem Mythos hinter den blutig-trickreichen Verkettungen von todbringenden Unglaublichkeiten nur wenig hinzufügen konnte. Oder ich stelle mir mit Cameron Diaz die zwiespältige Frage, ob es sich lohnt den roten Knopf zu drücken, damit The Box eine Million Dollar ausspuckt, wenn der Preis dafür das Leben eines unbekannten Menschen ist. Fieser Film in Zeiten der Finanzkrise.

Familientauglich und positiver kommt da schon Toy Story 3 daher... was mich daran erinnert, daß ich Teil 2 immer noch nicht gesehen habe. Schande über mich.

Ein absolutes Highlight verspricht schließlich die neuste Gemeinschaftsarbeit von Tim Burton, Johnny Depp, Helena Bonham Carter und Alan Rickman zu werden: Alice in Wonderland hat zwar noch keinen Trailer, aber schon die Fotos lassen den Betrachter einfach nur atemlos und staunend zurück...
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Mittwoch, 13. Mai 2009

Von Schurken und Helden

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Einer der Gründe für meine Bewunderung für LOST liegt in den eigentlich einfachen Momenten, in denen diese Serie ihre treuen Zuschauer eben für diesen Charakterzug belohnt. Solcherlei ist für mich inzwischen ein Unterscheidungskriterium zwischen einer "guten" und einer "sehr guten" Serie. Denn wenn ich eine Serie schaue, dann will ich sie lieben. Und ich bin glücklich, wenn meine Liebe auf diese Weise "erwidert" wird.

Season 5 Episode 8 – LaFleur
Während zu Beginn der Folge vordergründig die Erlebnisse der vier noch übrigen Zeitspringer Miles, Jin, Juliet und James (nicht länger Saywer!) erzählt werden, erklärt eine kurze Einstellung, wie je mysteriöse Statue einst ausgesehen hat, die Sayid, Sun und Jin einst auf ihrer Fahrt zum Lager der „Other“ gesehen haben... die mit den vier Zehen. Die Statue saht irgendwie ägyptisch aus und schien so etwas wie ein Ankh in den Händen zu halten... ein Hinweis auf die erste menschliche Besiedlung der Insel... Ägypter? Oder ein noch geheimnisvolleres Volk aus den Anfängen der Menschheit, das der Sage nach auf der Insel... Atlantis lebte...?

Könnte das die Erklärung für alle die offenen Fragen sein?

Zunächst führt uns eine Texttafel drei Jahre in die Zukunft. Ich finde diese Tafeln zwar manchmal ganz hilfreich, halte sie aber inzwischen für unnötig und unpassend. Denn in den ersten vier Staffeln mussten wir Zuschauer auch ohne direkte Hinweise auf die zeitliche Einordnung auskommen. Wir lernen auf Kleinigkeiten wie Handys, Lieder, Frisuren und Andeutungen zu achten. Locke hat noch Haare? Dann befinden wir uns in der Vergangenheit... Jack hat einen Bart... nahe Zukunft...

Sei´s drum. Daß die Ereignisse im Lager der Dharma Initiative irgendwann zwischen den Anfängen der Initiative und dem „Purge“ liegen, hätten wir auch so gewußt – für die Siebziger spricht schon der Bart vom Sicherheitsmann Jerry. Daß ausgerechnet Saywer, der Betrüger zum Chef der Sicherheit werden würde... wer hätte das gedacht. Ich nicht. Andererseits war es (der Legende nach) bereits im Wilden Western üblich, daß der Sheriff ein mehr oder weniger geläuteter Halunke war. Und noch in unserer Zeit wird ja gerne gewitzelt, daß sich die Organe der Rechtspflege von den Verbrechern gar nicht so sehr unterscheiden. Die Einführung mit den beiden Sicherheitsleuten, die verängstigt und sorgenvoll nachts um 03.00 Uhr ihren Chef wecken gehen, war jedenfalls ein komödiantischer Höhepunkt.

Und natürlich macht sich der LOST-Fan um schwangere Frauen wie Amy sogleich Sorgen. Zu gut ist uns schließlich in Erinnerung, daß Frauen auf der Insel keine Kinder zur Welt bringen können, sondern vorher sterben... Moment... Amy scheint bereits im neunten Monat schwanger zu sein... das paßt nicht. Es hat den Anschein, daß was immer für den merkwürdigen Umstand verantwortlich ist, auf etwas basiert, daß erst später eingetreten ist. Zwar tauchte bereits in der ersten Folge der Staffel ein kleines Kind auf, von dem aber nicht bekannt war, ob es auf der Insel geboren wurde, oder nicht. Jetzt erleben wir eine Geburt auf der Insel mit, die zwar kompliziert ist, aber von Juliet schließlich erfolgreich bewältigt wird. Für diesen Charakter ist die ganze Szene ein Moment der Reinigung von der Hilflosigkeit, die er zuvor bei jedem Tod einer Mutter erfahren hat. So undurchschaubar und berechnend Juliet auch während der 3. Staffel gewesen ist, so aufrichtig und ehrlich war sie stets um das Wohl werdender Mütter besorgt. Und es ist fast spürbar – auch dank der schauspielerischen Leistung von Elizabeth Mitchell – wie sehr Juliet nach diesem Ereignis wieder zu sich selbst findet.

Daß es James gelingen würde, nach der Errettung von Amy (welch beherzte Heldenaktion!) der Dharma Initiative eine glaubwürdige Geschichte zu präsentieren, stand für mich gleich außer Zweifel. Denn nicht ohne Grund wurde der Charakter auch durch seine Hintergrundsgeschichte als vortrefflicher Lügner porträtiert. Und wie es sich für einen wirklich guten Lügner gehört, mischt James geschickt dreiste Lügen mit richtigen Informationen zusammen. Die Wahl der „Black Rock“ verweist nicht nur kunstvoll auf das ehemalige Sklavenschiff, das als Dynamitlager bereits eine Rolle gespielt hat, sondern paßt auch zu James, der schließlich an Bord des Schiffes seinen – wenn auch ungleich brutaleren Moment der Reinigung erfahren hat. Und die Übernahme von Verantwortung, als Richard Alpert im Lager auftaucht, zeigt deutlich, wie sehr sich der Charakter von James Ford im Laufe der Zeit entwickelt hat. War er früher ein in sich gekehrter, mürrischer Einzelgänger, ist er im Laufe der Zeit zu einem Anführer, wenn nicht sogar zu einem Helden geworden. Ich habe das Gefühl, daß James wesentlich die weitere Entwicklung mitgestalten wird. Die Zeiten, in denen Saywer Alleingänge unternahm, weil er weder Locke noch Jack so richtig folgen wollte, scheinen jedenfalls vorbei. Jetzt folgen die Überlebenden James.

Es wird interessant zu sehen, wie sich die Rückkehr von Jack und Kate auf den neuen "Jim LaFleur" auswirkt. Ich drücke jedenfalls die Daumen, daß Kate ihn und Juliet nicht auseinander bringt. Die beiden passen nicht nur optisch – als Blumenkinder – besser zusammen, sondern auch von ihren Persönlichkeit. Und bei aller Probleme und Meinungsverschiedenheiten passen eigentlich Jack und Kate besser zusammen... aber im Gegensatz zu Juliet und James waren ihre drei letzten Jahre weniger glücklich.

Fast wirkt es wie eine bittere Ironie, daß Locke nur die schlimmen Ereignisse auf der Insel mitbekommen hat. Nach der Beendigung der Zeitsprünge ist das Leben wieder besser geworden... und findet jetzt im Jahre 1977 statt. Ich wette, es hat eine besondere Bewandtnis mit diesem Jahr. Es kann kein Zufall sein, daß Hurley, Kate und Jack ausgerechnet in diesem Jahr gelandet sind.

Bemerkenswerte Zitate:
Juliet/ Miles: How long do we wait?
James: As long as it takes.
Er gehört eher zu der „man of faith“ - Fraktion. Nur glaubt er an seine Freunde und nicht unbedingt an die „Insel“.

Miles: Or maybe when we get there you´ll... you´ll wanna go back to the Orchid again. And then when that gets boring, we can head back to the beach. It´s the only two plans you people have.
Immer witzig, wenn sich ein Charakter indirekt über die Handlung lustig macht. There and back again. Wobei... in „New Othertown“ waren die Überlebenden auch schon das eine oder andere Mal. Na ja, die Insel bietet nur eine begrenzte Menge geeigneter Unterkünfte. Und die Swan Station scheint es noch nicht zu geben.

Daniel: „The record is spinning again. We´re just not on the song we wanna be on.“
Temporalphysik für Dummies, Teil 2. Sehr unterhaltsam. Aber Moment... wo ist Daniel eigentlich im Jahr 1977?

James: He´s okay? She´s okay?
Juliet: Everybody´s okay.
Sie eingeschlossen. Bei diesen Worten war ich aufrichtig gerührt. Ich mag diesen Charakter einfach.

Charakterhintergrund:
  • Paul, Amys verstorbener Ehemann, trug ein Ankh bei sich, als er starb. Anscheinend bedeutete ihm dieser Gegenstand sehr viel, da ihn Horace gleich mit Paul in Verbindung bringt und sich mit seiner hochschwangeren Frau darüber streitet. Pauls Körper wurde von Richard Alpert als Wiedergutmachung für den Bruch der Waffenruhe eingefordert. Ein sehr seltsamer Preis, selbst für LOST-Verhältnisse.
  • Jim LaFleur ist angeblich der Kapitän eines Bergungsschiff aus Tahiti, welches nach dem Sklavenschiff „Black Rock“ aus Portmouth, England suchte und in einem Sturm auf ein Riff lief. Der Umstand, daß einige Besatzungsmitglieder verschwunden sind, soll die Suche im Dschungel erklären. Beeindruckend wie James aus den verschiedenen Geschichten, die er gehört hat, eine geschickte Lüge spinnt. Interessant auch, daß Horace sie nicht überprüfen läßt.


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Freitag, 1. Mai 2009

Zurück auf die Insel?

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Das Rennen zwischen mir und der wöchentlichen Ausstrahlung neuer Folgen meiner Lieblingsserie sieht zur Zeit nicht gut für mich aus. Aber sowie die Oper nicht vorbei ist, bevor nicht die dicke Frau gesungen hat, ist ein Wettkampf nicht vor der letzten Runde entschieden. Also auf zur nächsten Runde bei...

LOST

Season 5 Episode 6 - 316
Bereits zum Anfang der Episode stellte sich bei mir wohlige Gänsehaut ein. Denn natürlich erinnert Jack´ Erwachsen im Dschungel nicht von ungefähr an die ersten Momente auf der Insel damals in Staffel 1. Wieder der Bambuswald, wieder das Spiel von Licht und Schatten. Wieder folgt Jack instinktiv Hilferufen. Und doch ist dieses Mal einiges anders. Jack rettet keinen Unbekannten aus dem Wasser eines vertrauten Sees. Er ist es, der Kate hilft, nicht umgekehrt. Genauso wenig wie Hurley und Kate scheint er unfreiwillig abgestürzt – es war seine Entscheidung. Oder etwa nicht?

Welche Umstände Kate und Hurley zum Umdenken gebracht haben, verschweigen die Autoren zunächst. Aber daran habe ich längst gewöhnt. Für mich gehört es zum Besonderen von LOST, wie die Geschichten erzählt werden. In anderen Serie wäre die Rückkehr auf die Insel wahrscheinlich erst zur Mitte der Staffel hin erfolgt. Nicht so bei LOST. Wieder wird mit Erwartungen gespielt. Der Zuschauer glaubt, die Art und Weise der Rückkehr auf die Insel sei eine Herausforderung, die erst mühsam bewältigt werden muss? Er irrt. Nachdem sich fünf der Oceanic Six entschlossen haben, gemeinsam nach der Insel zu suchen, ist es – nach Überwindungen einiger Hindernisse bei der möglichst genauen Rekonstruktion der ursprünglichen Bedingungen - fast zu einfach. Mehr Gewicht wird auf die Gründe für die Figuren gelegt, ihr neues Leben aufzugeben und das zurückgelassene auf der Insel wieder aufzunehmen. Zunächst erfahren wir nur Jacks Grund – eine Mischung aus Schuldgefühlen gegenüber John und der Verpflichtung gegenüber Miss Hawking, die ihm deutlich macht, was er noch tun muss, um zurückzukehren und ihn quasi zum Anführer bestimmt. Wie schon zuvor trägt Jack die Verantwortung, doch dieses Mal gewinnen wir den Eindruck, daß er sich nicht mehr so wie früher den Winken des Schicksals entgegenstellt. Zwar zögert er damit, eine Sache zu finden und in Johns Sarg zu legen, die früher seinem Vater gehörte. Aber als das Schicksal (oder der Zufall?) einen solchen in die Hände spielt, zögert er nicht mit der Durchführung. Und wenn es auch noch so verrückt zu sein scheint. Welche Gründe auch immer Kate für ihren Standpunktwechsel haben mag, sie haben mit Aaron zu tun, von dem sich Kate getrennt hat. Und sie dankt Jack dafür, daß er sie nicht danach fragen wird, was aus seinem Neffen geworden ist. Sicher wird eine spätere Folge dieses Geheimnis lüften, fest zu halten bleibt, daß Kate weiterhin von Gefühlen getrieben wird, die sie mit dem Mann, den sie liebt, nicht teilen kann. Das zieht sich wie ein roter Faden durch sämtliche ihrer Beziehungen.

Daß Sun zurückkehrt, weil sie Jin am Leben wähnt, verwundert nicht, auch nicht, daß sie ihre Tochter nicht mitnimmt. Aber es ist anzunehmen, daß sie nicht vorhat, auf der Insel zu bleiben. Wie schon zuvor, hat sie auch dieses Mal eine eigene Einstellung, auch wenn sie das nicht zeigt. Ganz im Gegensatz zu Jack, Hurley, Sayid und Kate hat sie ein Leben außerhalb der Insel und hatte sich mit Jins Tod und dem Gedanken an Rache an Ben bereits eingerichtet. Ich habe wiederum das Gefühl, daß sie sich nicht nur aus dem Grund auf den Flug begibt, den sie Jack offenbart. Will sie doch noch Rache an Ben nehmen für die Jahre ihrer Qual? Arbeitet sie für Charles Widmore? Ich werde sie im Auge behalten.

Hurley wirkt mit seinem Gitarrenkoffer und seiner Kleidung wie eine Hommage an Charlie. Was sicher sein Beitrag zur Rekonstruktion des Fluges war und aufgrund der Freundschaft der beiden ein sehr rührender. Ich bin mir sicher, daß es ein „Walking Dead“ war, der Hurley mit Instruktionen versorgte. Vielleicht hat ihn auch Walt besucht – das spanische Comic war jedenfalls ein Bezug auf ihn.

Überhaupt lebte die Szene im Flugzeug von den vielen Bezügen an den ersten Flug. Wieder wurde das Thema der Verknüpfung von Schicksalen aufgegriffen sowie das Thema der Wiederholung von bestimmten Ereignissen, in anderem Kontext. Ben kommt fast zu spät, wie beim ersten Mal Hurley. Sayid wird gefesselt an Bord geführt und ist in Begleitung einer Wächterin (beim ersten Mal waren die Rollen mit Kate und dem Marschall vertauscht), Jack hat einen Brief dabei wie einst Saywer.

Als sich dann noch Frank über Bordfunk als Kapitän vorstellte, schloss sich für mich der Kreis dieser Erzählung. Diese Minuten an Bord gehörten für mich zu dem Tiefgründigsten, was ich seit langem im Fernsehen geschaut habe. Natürlich kann dies alles Zufall sein. Vielleicht ist es auch Schicksal. So oder so waren die Szenen großartig geschrieben. Allein die Visualisierung der Szene, in der sechs ehemals Fremde in einem fast leeren Abteil sitzen und eine gemeinsame Erfahrung der Ungewißheit – jeder auf seine Weise teilen, spürte nur so vor Magie. LOST wird wohl nie eine eindeutige Antwort darauf geben, denn die Wahrheit liegt wohl im Auge des Betrachters. Jack hat gelernt, daß er durch aus die Wahl hat – dieses Mal entscheidet er sich dafür zu glauben. Sowie der ungläubige Thomas, der die Wunden Christi erst berühren mußte, um die Geschichte der Auferstehung zu glauben. Es ist ironisch, daß dies aber seine freie und eigene Entscheidung ist. Und das machte die ganze Szene unvergeßlich.

Bemerkenswerte Zitate:
Eloise Hawking: „Oh, stop thinking how ridiculous it is and start asking yourself whether or not you believe it´s going to work. That´s why it´s called a leap of faith, Jack.“

Jack: „So was he?“
Ben: „Of course he was. We´re all convinced sooner or later, Jack.“

Jack: „How can you read?“
Ben: „My mother taught me.“
Er lügt, ohne rot zu werden. Denn seine Mutter ist bei seiner Geburt gestorben.

Charakterhintergrund:
  • Jack hat einen Großvater namens Ray, der im Heim lebt und immer wieder mit dem Gedanken spielt, dieses zu verlassen. Ganz anderes als Jack scheint dieser an Wundern und Magie eine fast kindliche Freude zu haben.
  • Hurley leistet sich den Traum eines jeden Menschen, der von Wohlstand träumt: Ein Flugzeugabteil (fast) für sich allein. Natürlich ist der Grund, daß Hurley 78 Plätze auf seinen Namen reservieren läßt, ein ganz anderer. Er will die Zahl betroffener Unbeteiligter so gering wie möglich halten. Gut nachgedacht, Hurley. Wie so oft.
  • Kate trinkt ihren Kaffee mit Milch und zwei Stücken Zucker. Wääh! Ich mag das Zeug nur schwarz. Wie Agent Cooper. Süß und blond ist nicht mein Ding.
  • Jin ist nun – wann immer das ist – Mitglied der Dharma Initiative und fährt einen blauen, neuen VW Bully. Entweder ist die Initiative heimlich auf die Insel zurückkehrt oder... Jack, Kate und Hurley sind durch das weiße Leuchten in die Vergangenheit geschleudert worden!

Sollte das möglich sein? Mal sehen, ob wir es schon in der nächsten Folge erfahren oder wieder auf die Folter gespannt werden...

Season 5 Episode 7 – The Life and Death of Jeremy Bentham
Ich hatte schon vermutet, daß zunächst nicht geklärt wird, wann und wo sich die Rückkehrer befinden. Schließlich wartet eine weitaus spannendere Frage auf eine Antwort: was ist mit John Locke alias Jeremy Bentham nach der Rückkehr auf die Insel passiert?

Die erste Antwort hat mich zunächst geschockt: John lebt! Ich hatte angenommen, daß zunächst nur der leere Sarg gefunden wird. Insofern war ich nicht überrascht, daß es zunächst keine Erklärung dafür gibt, warum John plötzlich wieder am Leben ist – und sich daran erinnern kann, gestorben zu sein. Die Szene am Strand mit den Überlebenden von Flug 316 wirkte wie eine Neuinszenierung des Absturzes von Flug 815. Doch dieses Mal war die Szene von Anfang bedrohlich und vom Mißtrauen Caesers und Ilanas gegenüber Locke geprägt. Mir ist erst beim zweiten Schauen deutlich geworden, daß sich Ilana und Caeser bereits gut zu kennen scheinen. Und Caeser durchsucht ein Büro der Dharma Initiative, so alles habe er eine Ahnung von dem, was er wohl finden könnte. Und er belügt – sehr trickreich – Ilana, was den Fund der Schrotflinte angeht. Das kann nichts gutes in einer Serie bedeuten, in der Schußwaffen die Haupttodesursache für Charaktere sind. Aber ich habe seltsamerweise keine Angst um John. Dieser wirkt in seinem Anzug so lässig und sich sich ruhend, als wandle er auf dem Weg der Vorhersehung.

Die Boote am Strand sind uns bereits aus der Folge „The Little Prince“ bekannt, was neben der Wasserflasche der Ajira Airlines nun den Verdacht nahelegt, daß die Zeitreisenden eines dieser Boote entwendet haben – warum allerdings die Überlebenden von Flug 316 deshalb auf sie schließen sollten, entzieht sich bisher meinem Verständnis. Daß das dritte Boot von Frank und Sun genommen wurde, ist mir allerdings jetzt schon klar – sie wollten sicher zur Hauptinsel zurück, um Jin und die anderen zu suchen. Ich nehme an, daß Flug 316 auf der Nebeninsel abgestürzt ist, auf welcher sich die Hydra-Station befindet.

Johns beziehungsweise Jeremys Versuch, die Oceanic 6 zur Rückkehr zu überreden, scheitern zu sehen, war schmerzlich. Denn es machte mir deutlich, wie schwach Johns Autorität tatsächlich ist. Nachdem John durch eine seltsame – oder notwendige (?) - Fügung außerhalb der Insel wieder auf einen Rollstuhl angewiesen ist, behandelt ihn jeder von oben herab, wenn auch irgendwie höflich, aber doch ablehnend. Sayid versucht seinen Frieden durch wohltätige Arbeit aufrechtzuerhalten, Kate wirft Locke vor, nie jemanden geliebt zu haben und deshalb zurückkehren zu wollen, Jack will ihm nicht glauben, daß der Vater, von dem er nun endlich Abschied genommen hat, immer noch lebt und Hugo mißtraut ihm ab dem Augenblick, als John gesteht, mit wem er zusammenarbeitet. Denn Charles Widmore versucht, John auf seine Seite zu ziehen, indem er ihm hilft, seine Freunde zu kontaktieren und ihm seinen Handlager, Mister Abaddon, zur Seite stellt und ihm gegenüber behauptet, die Insel bräuchte ihn. Ich habe den Verdacht, daß es vor allem Charles Widmore ist, der John braucht. Nachdem sein Team von Killer und seine Bootsladung C4 Benjamin Linus nicht von seiner Position entfernen konnten, versucht er nun über John auf die Insel und ihre Wunder zuzugreifen. Ich habe das Gefühl, daß Charles Widmore die Kontrolle entglitten ist. Das paßt zu der Darstellung in „Jughead“, als es Desmond war, der den Informationsfluß und das Gespräch bestimmte. Doch Widmore ist abgebrüht genug, um sich das nicht anmerken zu lassen, und Abaddon ist ein perfektes Werkzeug, um John dorthin zu bringen, wo er wirklich gebraucht wird.

Das ist natürlich nicht an der Seite von Johns alter Liebe Helen. Ich habe nicht erwartet, daß John ihr begegnen würde. Ich möchte stattdessen glauben, daß sie wirklich an einem Gehirnaneurysma gestorben ist und nicht etwa ermordet wurde. Aber das anzunehmen wäre wohl etwas paranoid. Schließlich konnten weder Ben noch Charles wissen, daß sie eines Tages einen verzweifelten John Locke brauchen würden.

Einen, der bereit ist, eine Selbsttötung zu begehen, um seine Aufgabe vielleicht doch noch zu erfüllen. Und obwohl ich darauf vorbereitet war, daß John sich das Leben nimmt, hat mich doch die ganze Inszenierung emotional überrollt. Das mag an meiner Sympathie für den Charakter liegen, vielleicht auch einfach daran, daß es eine unendlich traurige Art ist, aus dem Leben zu scheiden und einen Grad von Verzweiflung voraussetzt, den ich keinem Menschen wünsche. Die Szene ging unter die Haut. Als Ben plötzlich am Schauplatz auftauchte und John aufhielt, wurde mir mit Grausen klar, daß er versuchen würde John zu ermorden – und in der nächsten Sekunde realisierte ich, daß es ihm gelingen würde! Danach verfolgte ich den restlichen Akt mit atemloser Anspannung. Nun ist klar, woher Ben von Eloise Hawking erfahren hat. Und daß er keineswegs bereit ist, John tatsächlich die Anführerposition über die anderen zu überlassen. Er betrachtet ihn als Rivalen, und deshalb tötet er ihn, als die Gelegenheit dazu hat. Die Wendung ergibt vollkommen Sinn, wenn man Bens manipulierenden Charakter einbezieht. Und schließlich hat Ben durch sein Verhalten die Ereignisse auf der Insel sogar willentlich in Kauf genommen, als er und nicht John das Zeitrad drehte. Eine Entscheidung, die er durch den Mord ebenfalls zu vertuschen sucht.

Stellt sich die Frage, wie der wiedererweckte John nun mit Ben verfahren wird. Ich habe das Gefühl, daß Johns Reaktion eher bedacht und überlegt sein wird. Denn ganz augenscheinlich ist nun Ben in einer misslichen Lage...

Bemerkenswerte Zitate:

John: „This is the best mango I´ve ever eaten.“
Und er hat eine Menge gegessen, wie wir wissen.

John: Why would you help me?
Charles Widmore: „Because there´s a war coming, John. And if you´re not back on the island when that happens, the wrong side is going to win.“

John: „He´s the man who killed me.“

Charakterhintergrund:
  • Jeremy Bentham war angeblich Kanadier, in New York am 15. Februar 1948 geboren. Sein Pass wurde am 12. Dezember 2007 ausgestellt. Wahrscheinlich ist das der Tag an, welchem John ihn bekommt.
  • Sayid Farrah arbeitete nach seiner Rückkehr für eine Zeit in Santo Domingo bei einem Hilfsprojekt mit dem Namen „Build our world“ und spricht inzwischen (?) auch Spanisch.
  • Jack arbeitet wieder als Arzt und scheint seinem besonderen Talent wieder gerecht zu werden. Noch glaubt er Johns Behauptung nicht, daß sein Vater noch leben soll. Erst nach dem Besuch bei Hurley und den Erscheinungen wird er beginnen, ihm zu glauben. Doch dann ist es zu spät für John. Kein Wunder, daß ihn Lockes Tod so mitnimmt.
  • Matthhew Abaddon reiht sich neben Martin Kaemi in die Reihen von Widmores Handlagern ein, die von Ben oder auf Bens Anweisung hin, getötet wurden. Der Krieg, von dem Widmore spricht, findet definitiv zwischen ihm und Linus statt. Sind das alle Parteien?

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Montag, 27. April 2009

Im Dinoland

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Während meines Streifzugs durch die Länder der schnellen und launigen Online-Unterhaltung bin ich auf ein weiteres nettes Game gestoßen: Das Dino-RPG.

Die Urzeitviecher mochte schon ich als kleiner Junge - neben Piraten und Spukgeschichten - am liebsten. Weshalb mich das Spiel auch gleich in seinen Bann gezogen hat. Auch wenn man nicht nur Dinos, sondern auch Gorillas und andere Säugetiere durch die Welt der Dino-Zähmer schicken darf.
Der Kampf gegen andere Dinos, fiese Pilze macht aber zusammen mit dem einfachen Quest- und Charaktersystem trotzdem Laune. Die wiederum knuffige Grafik trägt ihr übrigens dazu bei.

Und darauf kommt es an, bei den Spielen zwischendurch.

Mich deucht, daß der Frühling mich irgendwie in Kuschellaune versetzt. Und ungewöhnlich kurze Postings hervorbringt. Aber das paßt irgendwie für Sachen, die sich leicht nebenbei erledigen lassen...

Ich muss mal kurz meinen Dino auf Reisen schicken.



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Sonntag, 26. April 2009

Auf in den Kampf!

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Das Internet ist bekanntlich nicht nur ein riesiges Datenlabyrinth voller Fakten, Spekulationen und Irrtümer, sondern auch ein Ort, an welchem der Suchende Quellen der Zerstreuung findet - etwa bei netten, kleinen Spielchen. Neudeutsch auch "casual games" genannt.
Eines dieser Spiel trägt den Titel "My Brute". Gegenstand des Spiels sind schlicht und ergreifend Arean-Kämpfe von Gladiatoren gegeneinander - mehr oder weniger nach dem Prinzip des Zufalls ausgestaltet. Denn der Spieler kann lediglich auswählen, gegen wen sein "Schläger" einen Kampf bestreiten soll. Eine Taktik festlegen kann er ebenso wenig, wie die Erfahrungspunkte für bestandene Kämpfe zielgerichtet für bestimmte Fähigkeiten vergeben.

Daß das Spiel trotzdem viel Vergnügen bereitet, liegt an drei Aspekten. Erstens tragen die Kämpfer ihre Keilereien als putzige Anime-Männlein (und Weiblein) mit entsprechend knuffigen Moves und Waffen aus. Zum zweiten erfordert das Spiel weder zeitraubende Einarbeitungszeit noch stetige Konzentration, dient also lediglich der kurzfristigen Unterhaltung - etwa in der Mittagspause oder kurz vorm schlafengehen. Und drittens versorgt es die Teilnehmer mit einer kurzen Dosis Stolz und Schadenfreude, wenn der eigene Kämpfer den eines Freundes oder Kollegens mal ebenso spektakulär besiegt hat. Zeit für eine Revance bleibt immer noch.

Manchmal sind die einfachen Dinge des Lebens eben gar nicht so verkehrt.

In diesem Sinne - kreuzt die Klingen!

Mein Kämpfer heißt im übrigen Njork.

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Dienstag, 31. März 2009

Aus dem Takt

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Ein beliebtes Thema in fantastischen Serie sind Paralleluniversen, in welchen die Hauptpersonen geraten, meist ohne zunächst zu wissen, wo sie sind. Irgendwann stellt sich dann bei ihnen das Gefühl ein, daß irgendetwas falsch ist.

In unserem Leben lässt sich diese Erfahrung leicht nachempfinden.

Es ist vollkommen ausreichend, auf den Beginn der Sommerzeit zu warten.

Zumindest ich fühle mich dann die nächsten sieben Monate irgendwie in einem Paralleluniversum, in welchem irgendwas falsch ist. Eigentlich ist es nach Normalzeit erst halb sechs Uhr abends, während ich diese Zeilen verfasse, nach der Sommerzeit ist es jedoch schon halb sieben. Verwirrend.

Die Natur kennt zwar die gern zitierte "innere Uhr", und Chronobiologen beschäftigen sich mit der Frage, welche biologischen Prozesse durch welche äußeren Faktoren - wie etwa morgentliches oder abendliches Licht - ausgelöst werden, aber die Einteilung der Zeit in Abschnitte zu 24 Stunden zu je 60 Minuten zu je 60 Sekunden ist ein menschliches Konzept. Und damit ist auch die Entscheidung, die Uhren im Sommer (eigentlich bereits im Frühling) um eine Stunde vorzustellen, ein rein menschliche. Und jedes Jahr beschleicht mich das Gefühl, daß diese Entscheidung auf menschlichem Versagen basiert.

Angeblich wird durch diese Maßnahme jede Menge Energie gespart. Bei in der Morgendämmerung nun erleuchteten Wohnungen und Büros möchte ich dies in Zweifel ziehen. Was im übrigen einige Untersuchungen nahelegen. Tatsächlich hat noch keine Studie den Beweis geführt, daß tatsächlich Energie gespart wird.
Und der Umstand, daß es abends länger hell ist, ist nun wahrlich nicht der Zeitumstellung geschuldet. Es besteht nur die Möglichkeit, länger in der Dämmerung aktiv zu sein - wenn das dann überhaupt gewünscht ist. Denn alle Frühaufsteher werden durch den Umstand genervt, daß sie im Hellen ins Bett gehen, während alle Romantiker eine Stunde länger auf den Sonnenuntergang warten müssen. Und wer hat eigentlich die Prämisse aufgestellt, daß wahre Feierabenderholung nur bei Licht zu finden sei. Mir fallen sponatn - trotz akutem "sozialem Jetlag" - gleich drei Freizeitbeschäftigungen ein, die im ersten Dunkel der Nacht mehr Spaß machen. Und ich hab erst einmal nur die jugendfreien gezählt.
Wenn sich schließlich ein Gutteil meiner Mitbürger alle Jahre wieder einen Knoten beim Versuch ins Gehirn macht, eigenständig zu erklären, ob die Uhren nun eine Stunde vor oder zurück gestellt werden, stellt sich bei mir kein Schmunzeln, sondern nur ein herzhaftes Gähnen ein. Denn meine innere Uhr kommt jedes Jahr aus dem Takt.

Und irgendwie auch dieses Post. Worauf wollte ich hinaus?

Ach ja. Mich nervt die Sommerzeit einfach. Jedes Jahr. Seit ich klar denken kann. Also ungefähr seit ihrer deutschlandweiten Einführung im Jahre 1980. Denn ich kann das Konzept der Einteilung der Zeit in Stunden nachvollziehen. Aber wenn es darum geht, einen Grund für die Einführung der Sommerzeit zu finden, fühlt sich dieses Univesum einfach nur falsch an.

Kann sie bitte jemand abschaffen? Danke!

Links, zwo, drei, vier:
Sommerzeit: Gerät die innere Uhr aus dem Takt?
„Sag´ NEIN zur Zeitumstellung!
Was Wikipedia dazu meint...
samt Einstieg in Chronobiologie.

Ich wußte vorher auch nicht, daß es einen solchen Forschungszweig gibt. Wieder was gelernt.
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Samstag, 21. März 2009

Verschollen in der Zeit

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Aus meinem Vorsatz mit den "LOST"-Rezensionen wird einfach nichts. Aber noch ist die fünfte Staffel ja nicht vorbei. Ich werde mal versuchen, mein Schreibtempo zu erhöhen.

Der Time-Warp geht unvermindert weiter mit der Folge...

Season 5 Episode 5 - This Place is Death
Zwar ist Ben immer wieder für eine Überraschung gut, aber ich ahnte bereits, daß er Sun gegenüber im Augenblick der Konfrontation absolut ruhig bleiben würde. Daß Sun ihm die Schuld an Jins Tod geben würde, hatte ich ja auch vermutet. Und ebenso wenig war ich überrascht, daß Ben einen Beweis für seine Worte haben und Sun damit manipulieren würde. So unheimlich es ist, daß Ben nahezu auf jede Situation vorbereitet ist, so nachvollziehbar ist es auch. Ben hat meistens einen Wissensvorsprung und er ist ein Spieler, der in ungünstigeren Situationen geschickt zu buffen versteht. Allein Alex´ Tod traf ihn bisher unerwartet. Ich bin gespannt, ob Ben auf alles vorbereitet ist, was nach der Rückkehr zur Insel passiert, denn seiner eigenen Aussage nach kann er eigentlich nicht zurück. Mich hat es etwas überrascht, daß Sayid und Kate sich weigern, mit Ben und Jack auf die Insel zurückzukehren. Auch wenn beide sehr gute Gründe haben, Ben nicht zu vertrauen, sollten sie doch genügend Vertrrauen in Jack haben, um seinem Urteil zu trauen. Aber anders als Jack, der schon einen verzweifelten Versuch zur Rückkehr unternommen hat, sind die beiden nicht dazu bereit. Liegt es daran, daß ihnen keine "Walking Deads" begegnet sind? Hmm. Zumindest Kate hatte einen "Traum" von Claire, in welchem sie diese aufforderte, Aaron nicht zurückzubringen. Über einen möglichen Sinneswandel der beiden kann ich an dieser Stelle nicht einmal spekulieren.

Derweil wird Jin auf der Insel Zeuge, wie Rousseaus Team zuerst Nadine an das "Monster" beziehungsweise der "Sicherheitssystem des Tempels" - wie Robert erst später ausdrückt (ebenso wie Rousseau als sie in der 1. Staffel von Sayid danach gefragt wird) - verliert und dann Montand seinen Arm verliert. Davon hatte Rousseau den Überlebenen bereits ebenfalls berichtet - und zwar bei ihrer Reise zur "Black Rock". Der Tempel scheint sich also ebenfalls im "Dunklen Territorium" zu befinden. Und der Grund, warum Ben bei der Invasion der Söldner angenommen hat, daß Rousseau, Alex und Karl dort - wie die "Others" - sicher seien, liegt wohl im Sicherheitssystem begründet, daß dort (besonders) aktiv zu sein scheint. Daß es die Form einer langen, schlangenähnlichen, schwarzen Wolke hat, war uns ja bereits bekannt. Insofern bietet der jetzige Angriff wenig neue Erkenntnisse, außer der, daß das System aus ungeklärten Gründen bestimmte Menschen aus großer Höhe zu Tode schmettert, während es andere unter die Erde zieht. Es ist auf Jins Eingreifen zurückzuführen, daß Danielle als einzige an der Rettungsmission nicht teilnimmt.
Was schließlich dazu führt, daß sie annimmt, daß Monster habe ihren Verlobten krank gemacht. Tatsächlich versucht sie dieser nach einem kurzen Zeitsprung zu ermorden, was ihm nicht gelingt, da Rousseau - wie sie bereits berichtet hat - den Schlagbolzen seiner Waffe entfernt hat. Die seltsamen Himmelslichter, die ein neue Zeitreise ankündigen, scheint Rousseau im übrigen nicht zu bemerken. Für sie ist Jin einfach verschwunden. Dies ist eine interessante Klarstellung zu den bisherigen Zeitsprüngen, die bisher stets aus der Sicht der betroffenen Charaktere geschildert wurden.

So spannend diese Handlung auch ist, wirkte sie doch etwas gehetzt auf mich. Es ist allerdings nachvollziehbar, daß Jin einige wichtige Stationen im Leben von Danielle miterlebt - wenn auch wieder Fragen unbeantwortet bleiben. Könnte es sei, daß die vier Männer im Tempel auf die "Other" gestoßen sind und eine Art Handel mit ihnen eingehen mußten, der Rousseau nicht gefallen würde?
So oder so kommt wieder das Motiv zum Tragen, daß alle Menschen auf der Insel auf geheimnisvolle Weise mit einander verbunden sind. Und daß sich Rousseau zunächst nicht erinnern kann, liegt daran, daß es für Jin noch nicht passiert ist. Hier scheint dieselbe Gesetzmäßigkeit zugreifen, die dazuführte, daß Desmond sich erst an seine Begegnung mit Faraday "erinnerte", als dieser an die Tür der Swan-Station geklopft hat. Leider ist Rousseau inzwischen verstorben.

Daß die mysteriöse Person, die Ben und den Oceanic Six helfen kann, zur Insel zurückzukehren, Eloise Hawking, die Mutter von Daniel Faraday ist, war bereits abzusehen. Woher Ben dies alles weiß, ist zwar noch vollkommen unklar, aber möglicherweise hat er das Wissen von Locke, der auf seinem Weg zu dem geheimnisvollen Zeitrad auf Christian Sheppard trifft, der ihm eröffnet, daß es eigentlich seine, und nicht Bens Aufgabe gewesen sei, die Insel zu bewegen. Dem zufolge sind die Zeitsprünge von Jacob nicht beabsichtigt gewesen. Auffällig ist, daß Christian - der ja eigentlich lange tot sein müßte - in völliger Selbstverständlichkeit Locke bittet, Grüße an seinen Sohn auszurichten, so als sei es das normalste auf der Welt (was es unter anderen Umständen ja auch wäre). Ich hatte bisher angenommen, daß die "Walking Dead" tatsächlich telepathische Projektionen von Jacob sind. Dazu würde passen, daß sie fast nie körperlich aktiv werden (obwohl Christian in der letzten Staffel Aaron wiegen und mitnehmen konnte). Der seltsame Auftritt in dieser Woche läßt mich allerdings wieder etwas ratlos zurück. Könnte es sei, daß Christian tatsächlich wiedererweckt wurde? Ermöglicht die elektromagnetische Besonderheit dieser Insel solche Wunder?

Charlottes Tod hat mich sehr getroffen. Ich hatte die spröde Rothaarige gerade in mein Herz geschlossen. Der Bericht über Daniels Warnung an die kleine Charlotte wirft natürlich zahlreiche Fragen auf. Die wichtigste ist wohl, ob Daniel die Warnung überbringen wird oder nicht. Denn nach seiner eigenen Zeitreisephilosophie wird er dies tun - es ist nämlich schon passiert.

Bemerkenswerte Zitate:
Daniel: "So do you speak any other languages?"
Charlotte: "Only Klingon!"

Robert: "We do not leave anyone behind."
Live together, die alone. Leider führt der Grundsatz dieses Mal nicht zum gewünschten Ergebnis.

Charakterhintergrund:
  • Die Ehrringe von Sun uns Jin haben in der Serie eine besondere Bedeutung. In der 1. Staffel verlegte Sun ihren Ring und hätte beinahe gleichzeitig auch Jin (und seine Liebe) verloren. Jetzt gibt Jin seinen Ring fort, um Sun von seinem Tod zu überzeugen und von einer Rückkehr auf die Insel abzuholen. Ich schätze, daß Sun trotzdem gehen wird. Was wird dann aus Ji Yeon? Wird sie bei ihrer Großmutter in Korea aufwachsen?
  • Daß Charlotte Koreanisch spricht, hat Jin erfahren, als er mit ihr Medikamente für Jacks Blinddarmoperation geholt hat. Weder Daniel noch Miles wußte um diese Talent ihrer Kollegin.
  • Die übrigen Mitglieder von Rosseaus Team hießen Nadine, Brennan und Lacombe. Zweitere spielte Geige (oder Violine - ich bin schlecht, was das Identifizieren von Musikintrumenten angeht). Die Spieluhr, die Sayid später für Danielle reparieren wird, lag funktionsfähig am Strand, als Danielle Robert mit einem Kopfschuß tötete. Viele Jahre später stirbt auch Danielle durch ein Gewehr.
Die Zeitreise geht in den nächsten Tagen weiter. Bleiben Sie bitte angeschnallt.

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Freitag, 27. Februar 2009

Woher mein Name kommt...

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Im "Real Life" heiße ich natürlich nicht CyberYork. Ich heiße nicht einmal York. Aber da das Internet eine virtuelle Welt ist, habe ich mich bei meinem Einstieg in dieses HTML-Universum dazu entschlossen, ebenfalls eine virtuelle Identität anzunehmen.

Cyber ist laut Wikipedia ein griechisches Präfix und bedeutet ursprünglich "Steuerung". Nachdem ein Großrechner mit dem Markennamen Cyber lange Zeit als leistungsstärkste Maschine galt, wurde das Präfix aber zu einem Wortbestandteil der Computergeneration. Aus Punk wurde Cyberpunk, aus Sex Cybersex, der Cyberspace und der Cyberborg entstanden und so weiter. Und ich übernahm für meine Online-Identität diese Vorsilbe ebenfalls. Ich kann nicht immer originell sein.

Mir gefiel der Klang des Wortes York aber bereits vorher, von dem ich eigentlich nur wußte, daß er eine Stadt im Norden von England bezeichnet. Dank Wikipedia weiß ich jetzt um die etwa dreiundreißig anderen Bedeutung meines Alias´.

Und seit einem Besuch auf der Seite Think Baby Names bin ich durch folgendes schlauer geworden:
The boy's name York \yo-rk\ is pronounced york. It is of Old English origin, and its meaning is "boar settlement; yew settlement". Place name and surname. Also used as a title (Duke of York) in the English royal family for several hundred years.
York has 3 variant forms: Yorick, Yorrick and Yorke.
Baby names that sound like York are Yorik and Yurik.
York is a very rare male first name and a very popular surname (source: 1990 U.S. Census).

Seltsame Namensbedeutung. Eiben- oder Ebersiedlung? Wie kommen Eltern dazu, ihr Kind nach soetwas zu benennen?

Nach kurzer Suche konnte ich in Erfahrung bringen, daß York wahlweise die englische, slawische oder ostdeutsche Form von Georg ist. Georg kommt aus dem Griechischen und heißt "Bauer" oder "Landmann". Hmm. Die Richtung stimmt, was die oben genannte Erklärung angeht. Aber ich denke, da sind weitere Nachforschungen angezeigt...

Und so richtig bäuerlich ist mein Alter Ego ja nicht. Hmm.

Meinen realen Vornamen habe ich bei der Gelegenheit natürlich gleich ebenfalls überprüft. Keine neuen Erkenntnisse auf diesem Gebiet. Außer, daß auch dieser Name "a very rare male first name" ist. Aber das wußte ich schon. Das Leben hat mich dies in Form von stetigen Nachfragen von Mitmenschen gelehrt. Und daß der Name nordischen Ursprungs ist, wußte ich auch.

Woher kommt Dein Name? Und ist nomen est omen?
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Donnerstag, 26. Februar 2009

Wenigstens das, Oscar!

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Ich habe mir die Verleihung der Academy Adwards aufgenommen und in den letzten Tagen portionsweise gesehen. Ein Live-Gucken war einfach nicht möglich, schließlich kann ich am Montag morgen nicht im Halbschlaf zur Arbeit geben. Das war zu meinen Studentenzeiten noch anders. Aber die sind seit längerem vorbei.

Jedenfalls hat Heath Ledger für seine Darstellung des Jokers in The Dark Knight posthum den Oscar gewonnen. Verdientermaßen. Und wenigstens hat der Film selbst in Sound Editing auch einen bekommen. Er hätte mehr verdient.

Da die Show dank eines glänzend aufgelegten Hugh Jackman (der eindrucksvoll bewiesen hat, daß er nicht nur cool als Wolverine die Klingen schwingen, sondern auch tanzen und singen kann) aber wenigstens eine unterhaltsame Veranstaltung war, bei der auch politische Kritik an der Homophobie und Doppelmoral des Landes nicht zu kurz kamen, bin ich geneigt, dem Oscar zu vergeben und mir den diesjährigen Abräumer "Slumdog Millionaire" anzuschauen. Zumal dessen Regisseur Danny Boyle bisher keine schlechten Filme gemacht hat. Außer "Nightwatch" vielleicht...
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Mittwoch, 18. Februar 2009

Menschliche Monster

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Auch wenn ich hauptsächlich (und gerne) us-amerikanische Serien schaue, vergesse ich nicht, daß auch auf einer besonderen Insel nördlich von uns, skurrile und eigentümliche Serien entstehen, die etwas Unverwechselbares an sich haben. Ich erinnere mich immer noch wohligen Schauern an die Sci-Fi-Serie The Tripods, die ich in meiner frühen Jugend gesehen habe. Natürlich sind deren Effekte heute nicht mehr zeitgemäß. Die Geschichte über den Planeten Erde, der nach dem Sieg der dreibeinigen Herrschern aus Metall wieder im Mittelalter befindet, funktioniert aber wegen des menschlichen Elements auch heute noch - geht es doch darum, wie Jugendliche ihren Platz in der Gesellschaft finden.

Und auch bei der Serie Being Human, die bei BBC Three läuft, sorgt das menschliche Element für (noch) mehr Spannung als die SFX und die episodenhaften Geschichten. Auch wenn beide den heutigen Anforderungen mehr als genügen.

Die Geschichte der bisher auf sechs Folgen (plus Pilot) ausgelegten Mini-Serie erzählt die Erlebnisse von George Sands, John Mitchell und Anna "Annie" Clare Sawyer (sic!), drei Erwachsenen Anfang bis Mitte zwanzig, die gemeinsam in einem etwas heruntergekommenen Haus in Bristol leben - und ihren Versuchen, die menschliche Komponente in ihrem Leben zu bewahren. Eben "being human".
Die besondere Herausforderung liegt in ihrem Fall darin, daß George ein Werwolf, Mitchell ein Vampir und Annie ein Geist ist. Was zunächst nach einem schlechten Monsterwitz klingt, funktioniert bereits im Piloten ganz ausgezeichnet, der erzählt, wie George und Mitchell, die sich von der Arbeit im Krankenhaus kennen, gemeinsam in ein Haus ziehen, welches die Vormieter als "creepy" bezeichnet und bereits nach wenigen Nächten wieder verlassen haben. Nur ihre besondere "Verfassung" erlaubt es ihnen, den Grund dafür zu sehen - nämlich Annie, die in diesem Haus zu Tode gekommen ist und es seitdem nicht mehr verlassen hat. Denn sie fürchtet, sich außerhalb des Hauses aufzulösen, weiß sie doch nur wenig darüber, was es wirklich bedeutet ein Geist zu sein.
Ebenso wie Annie kämpft auch George mit einem Zustand, über den er nur wenig mehr weiß, als daß er ihn einmal im Monat in eine wilde, zottelige Bestie verwandelt. Mitchell hingegen ist zwar schon seit längerem ein Vampir, aber ein Außenseiter, weil er versucht seinen Blutdurcst zu zügeln, statt ihm nachzugeben.

"Being human" klingt beim zweiten Hören wie eine Variante von "Angel", "Teen Wolf" oder "Moonlight", schlägt aber eine neue, frische Richtung ein. Keine Privatdetektive. Kein neues Monster der Woche. Das Übernatürliche wird in der Serie sehr zurückhaltend verwendet, ebenso wie SFX. Letzteres ist natürlich auch dem Umstand geschuldet, daß eine (englische) Fernsehserie nicht über das Budget eines Kinofilms verfügt. Allerdings sorgt dies dafür, daß die Handlung und die Charaktere sehr bodenständig ausfallen und die Geschichte damit - im Rahmen - glaubhaft und stets nachvollziehbar ist. Und anders als in all den Serie und Filmen zum Thema "Vampire" und "Werwölfe" gibt "Being Human" nicht schon im Pilot alle Antworten und Regeln vor. Welche Fähigkeiten, Eigenarten und Schwächen die drei menschlichen "Monster" haben, enthüllt sich den Figuren und dem Zuschauer erst nach und nach.
Etwas zur Verwirrung könnte der Umstand beitragen, daß für die Serie fast alle Hauptrollen neubesetzt wurden. Aber daran gewöhnlich man sich rasch und die "Neuen" spielen die Rolle sehr dicht an ihren Kollegen im Piloten.

Die Dreiecksbeziehung gewinnt ihren Reiz im Folgenden aus den unterschiedlichen, sehr liebenswerten und klug gezeichneten Charakteren. Annie ist unsicher und zurückhaltend, aber immer noch schwer in ihren Exverlobten verliebt, der schon eine Neue hat, während Mitchell sich zwar weltmännisch und lässig gibt, aber durch seinen Blutdurst bedingt stets wachsam sein muß und George, hochintelligent und auf Ruhe und Sicherheit bedacht, bei Vollmond die Kontrolle über seinen Körper verliert und von tierischen Impulsen getrieben wird. Die Serie schafft es mit britischer Eleganz, aus diesen Eigenarten sowohl Momente beschwingter Komik als auch traurigen Dramas zu zeichnen, ohne dabei - und das ist ihre eigentliche Stärke - zu übertreiben. Zwar ist manche Plotwendung vorhersehbar, aber dadurch nicht weniger wirkungsvoll. Meist ist das Gegenteil der Fall. Denn wie im wahren Leben findet das Leben häufiger in Details und kleinen Worten und gewöhnlichen Tücken statt als in umwälzenden Ereignissen und scheinbar undurchdringlichen Mysterien. Und auf diese Weise vermittelt diese Serie gleichzeitig ein Gefühl von Spannung, Erheiterung und Alltagsweisheit, ohne darum lautstark zu buhlen.

Und diese Abwechselung zum sonstigen Serien-Entwurf macht "Being Human" sehenswert.
Vielleicht sind die Briten auch klug genug, daß Konzept nicht zu Tode zu filmen. Anspielung intendiert. Schade, daß deutsche Serien-Macher nicht den Mut für solche Sachen haben...
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