Code Delphi. Hier anfangen.
Daß mein Leben außerhalb von Computerspielen und Pen&Paper-Rollenspiel nicht ständig voller Abenteuer wimmelt, ist eigentlich ganz nach meinem Geschmack. Ich bin nämlich eher der vorsichtige und bedachte Typ. Aber mitunter kann auch der Besuch eines - wenn auch ziemlich außergewöhnlichen - Restaurants zu einer aufregenden Angelegenheit werden.
Etwa wenn eine Millionenstadt vor dem Winter kapituliert.
Letzterer hat sich ja etwa seit Weihnachten sehr eindrucksvoll zurück in Erinnerung gerufen. Dabei hatten ihn einige Klimaforscher schon sorgenvoll abgeschrieben. Und wie das mit unerwarteten Comebacks so ist, überfordert das plötzliche Erscheinen des Totgeglaubten. Zumindest dann, wenn er es nicht nur bei einem Kurzauftritt beläßt, sondern es sich auf der Bühne so richtig gemütlich macht. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum in Hamburg statt hanseatisch-akurater Straßen und Weg eine Eiswüste auf den Fußgänger wartete, die Nordend alle Ehre gemacht hätte.
Und mitten drin ein Geburtstagskind und eine illustere Gästeschar: ich war zu einem Besuch im Le Marrakesh eingeladen, genauer gesagt zum dortigen "Arabischen Abend". Nun ist dieses Restaurant in einer etwas eigentümlichen Lokationen untergebracht. Nämlich in einem Möbelhaus. Und die liegen selbst in Hamburg noch nicht notwendigerweise in der Innenstadt - trotz aller Pläne für IKEA in Altona. Sondern in Gewerbegebieten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln eher schlecht zu erreichen sind. Also mußte die Strecke von der Busstation zum Zielort zu Fuß zurückgelegt werden. Zwei, drei Kilometer. Für gewöhnlich ein netter Spaziergang. Aber bei spiegelblanken Eisflächen und festgefrorenen Schneeflächen eher ein - Abenteuer. Zumal tatsächlich kein Stück des Bürgersteiges bestreut, geschweige denn geräumt worden war. Die Stadt war nur zum Teil begehbar, zum großen Teil aber ebenfalls kaum befahrbar. Schnell fühlte ich mich nicht wie im Herzen Europas, sondern in einer verlassenen russischen Kleinstadt. Meine Laune verbesserte sich nicht gerade, als ich durch eine Unachtsamkeit wegrutschte und einem würdelosen Hinschlagen gerade noch durch ein Abfangen des Sturzes mit Händen und Knien entging.
Doch dann tauchte im Halbdunkel der hereinbrechenden Nacht das erste Hinweisschild des Möbelhauses auf. Und schließlich erreichten wir einen schnee- und eisfreien Pfad, einladend mit Lampen beleuchtet. Und traten ein in die ehemalige Fabrikhalle.
Und fanden uns in Tausend-und-einer-Nacht wieder.
Denn im Halleninneren waren die Wände wie bei einer Filmkulisse mit weißgetünchten Mauern verkleidet, so daß der Eindruck entstand, sich mitten auf einem Basar zu befinden. Es war warm, es war hell erleuchtet. Es dauerte eine Weile, bis ich überhaupt Einzelheiten wahrnehmen konnte. Denn überall standen und hingen bunte Lampen und Kerzenhalter. Tische und Regale waren reich gefüllt mit farbigem Geschirr, entzückenden Kleinigkeiten und Handwerkskunst. Und das alles mit dem sinnfrohen arabischen Überschwang. Spätestens nach dem Begrüßungsdrink war meine Laune deutlich aufgeheitert.
Und nachdem die letzten Nachzügler eingetroffen waren, wurde dann auch von der Inhaberin wortreich das Büffet eröffnet. Ich war bereits darauf eingeschworen worden, unbedingt die Vorspeisen zu kosten. Aber ich habe nur einen Teil der 25 (!) Vorspeisen angetestet. Möhren in Rosenwasser. Thunfisch in verschiedenen Zubereitungsformen. Schafskäse. Und jedesmal explodierte in meinem Mund ein Gewürzcocktail. Mild, scharf, würzig. Einfach köstlich. Aber mit Worten eigentlich nicht zu fassen.
Später machte ich eine kleine Essenspause und es mir in einem künstlichen Kellergewölbe gemütlich. Auf verschwenderisch mit Kissen bedeckten Steinbänken. So ein Kellergewölbe könne Dir gefallen, dachte ich bei mir. Dann würde sich auch die Anschaffung einiger der zahllosen Steh-im-Wegs lohnen, die in gewöhnlichen Wohnungen eher verloren und deplaziert wirken würden.
Und nachdem der Besuch mit einer eleganten und talentierten Bauchtänzerin und herrlichem süßem Nachtisch ausgeklungen war, kehrte das Abenteuer in mein Leben zurück. Denn der Rückweg über Schnee und Eis harrte unser.
Zum Glück hat uns der bestellte Taxifahrer schließlich doch gefunden. Denn manche Aufregung umgeht man doch besser beim zweiten Mal.
Code Delphi. Hier aufhören.
Daß mein Leben außerhalb von Computerspielen und Pen&Paper-Rollenspiel nicht ständig voller Abenteuer wimmelt, ist eigentlich ganz nach meinem Geschmack. Ich bin nämlich eher der vorsichtige und bedachte Typ. Aber mitunter kann auch der Besuch eines - wenn auch ziemlich außergewöhnlichen - Restaurants zu einer aufregenden Angelegenheit werden.
Etwa wenn eine Millionenstadt vor dem Winter kapituliert.
Letzterer hat sich ja etwa seit Weihnachten sehr eindrucksvoll zurück in Erinnerung gerufen. Dabei hatten ihn einige Klimaforscher schon sorgenvoll abgeschrieben. Und wie das mit unerwarteten Comebacks so ist, überfordert das plötzliche Erscheinen des Totgeglaubten. Zumindest dann, wenn er es nicht nur bei einem Kurzauftritt beläßt, sondern es sich auf der Bühne so richtig gemütlich macht. Anders kann ich es mir nicht erklären, warum in Hamburg statt hanseatisch-akurater Straßen und Weg eine Eiswüste auf den Fußgänger wartete, die Nordend alle Ehre gemacht hätte.
Und mitten drin ein Geburtstagskind und eine illustere Gästeschar: ich war zu einem Besuch im Le Marrakesh eingeladen, genauer gesagt zum dortigen "Arabischen Abend". Nun ist dieses Restaurant in einer etwas eigentümlichen Lokationen untergebracht. Nämlich in einem Möbelhaus. Und die liegen selbst in Hamburg noch nicht notwendigerweise in der Innenstadt - trotz aller Pläne für IKEA in Altona. Sondern in Gewerbegebieten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln eher schlecht zu erreichen sind. Also mußte die Strecke von der Busstation zum Zielort zu Fuß zurückgelegt werden. Zwei, drei Kilometer. Für gewöhnlich ein netter Spaziergang. Aber bei spiegelblanken Eisflächen und festgefrorenen Schneeflächen eher ein - Abenteuer. Zumal tatsächlich kein Stück des Bürgersteiges bestreut, geschweige denn geräumt worden war. Die Stadt war nur zum Teil begehbar, zum großen Teil aber ebenfalls kaum befahrbar. Schnell fühlte ich mich nicht wie im Herzen Europas, sondern in einer verlassenen russischen Kleinstadt. Meine Laune verbesserte sich nicht gerade, als ich durch eine Unachtsamkeit wegrutschte und einem würdelosen Hinschlagen gerade noch durch ein Abfangen des Sturzes mit Händen und Knien entging.
Doch dann tauchte im Halbdunkel der hereinbrechenden Nacht das erste Hinweisschild des Möbelhauses auf. Und schließlich erreichten wir einen schnee- und eisfreien Pfad, einladend mit Lampen beleuchtet. Und traten ein in die ehemalige Fabrikhalle.
Und fanden uns in Tausend-und-einer-Nacht wieder.
Denn im Halleninneren waren die Wände wie bei einer Filmkulisse mit weißgetünchten Mauern verkleidet, so daß der Eindruck entstand, sich mitten auf einem Basar zu befinden. Es war warm, es war hell erleuchtet. Es dauerte eine Weile, bis ich überhaupt Einzelheiten wahrnehmen konnte. Denn überall standen und hingen bunte Lampen und Kerzenhalter. Tische und Regale waren reich gefüllt mit farbigem Geschirr, entzückenden Kleinigkeiten und Handwerkskunst. Und das alles mit dem sinnfrohen arabischen Überschwang. Spätestens nach dem Begrüßungsdrink war meine Laune deutlich aufgeheitert.
Und nachdem die letzten Nachzügler eingetroffen waren, wurde dann auch von der Inhaberin wortreich das Büffet eröffnet. Ich war bereits darauf eingeschworen worden, unbedingt die Vorspeisen zu kosten. Aber ich habe nur einen Teil der 25 (!) Vorspeisen angetestet. Möhren in Rosenwasser. Thunfisch in verschiedenen Zubereitungsformen. Schafskäse. Und jedesmal explodierte in meinem Mund ein Gewürzcocktail. Mild, scharf, würzig. Einfach köstlich. Aber mit Worten eigentlich nicht zu fassen.
Später machte ich eine kleine Essenspause und es mir in einem künstlichen Kellergewölbe gemütlich. Auf verschwenderisch mit Kissen bedeckten Steinbänken. So ein Kellergewölbe könne Dir gefallen, dachte ich bei mir. Dann würde sich auch die Anschaffung einiger der zahllosen Steh-im-Wegs lohnen, die in gewöhnlichen Wohnungen eher verloren und deplaziert wirken würden.
Und nachdem der Besuch mit einer eleganten und talentierten Bauchtänzerin und herrlichem süßem Nachtisch ausgeklungen war, kehrte das Abenteuer in mein Leben zurück. Denn der Rückweg über Schnee und Eis harrte unser.
Zum Glück hat uns der bestellte Taxifahrer schließlich doch gefunden. Denn manche Aufregung umgeht man doch besser beim zweiten Mal.
Code Delphi. Hier aufhören.
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