Code Delphi. Hier anfangen.
Eigentlich wollte ich mein erstes Blog gleich am nächsten Tag fortsetzen. Aber wie so oft, wenn ich etwas Neues in Angriff nehme, klappt es so gar nicht wie geplant. Das Wochenende ist vergangen, und ich habe zwar zahlreiche Dinge erledigt, nur nicht diesen Plan fortzusetzen. Also mache ich es heute. Ein Gutes hat das Älterwerden. Man gewöhnt sich an Enttäuschung.
Das gilt zum Glück nicht für positive Überraschungen. Denn "300", jener Kinofilm über 300 Spartiaten, die an einem engen Felspaß Hunderttausend Perser aufhalten, bevor diese ihre griechische Heimat unterwerfen, hat mir tatsächlich Spaß gemacht. Vielleicht lag das in erster Linie daran, daß "300" kein Film mit Tiefgang oder Botschaft ist. Er ist ziemlich flach, aber darin erstaunlich konsequent. Keine Minute vergeht ohne einen pathetischen Oneliner, der zum Ausdruck bringt, wie furchtlos, selbstlos und heldenmütig die Spartiaten doch sind. Das hat einen skurillen Unterhaltungswert und erlaubt Einblicke in die Psyche von Kriegern. Nicht, daß man sie danach mag. Aber ihre Handlungen werden nachvollziehbar.
Zusammen mit der visuell sehr beeindruckenden Umsetzung, den schnellen Schnitte, Kamerafahrten und dem Wechsel zwischen Slowmotion- und Fastmotion-Sequenzen (sehr theatralisch, umwerfend choreografiert und sehr homoerotisch ein Schwerttanz zweier Freunde gegen Ende des zweiten Aktes) hebt der Film dabei schnell von jedweder historischen oder realistischen Darstellung der Schlacht an den Thermopylen ab. Aber das war ja bereits in der Vorlage der Fall, der es darum ging, Menschen, die eigentlich keinesfalls als solche taugen, in heldenhaften Aktionen zu zeigen.
So stellte sich bei mir auch bald das Gefühl ein, daß es ziemlich gut ist, daß man testosterongestählten Anführern wie König Leonidas I. heute allerhöchstens in Jungendbanden begegnet, wo sie einem Haufen rauflustiger Burschen vorstehen.
Nicht nachvollziehen kann ich die Kritik an der Darstellung der Perser. Zwar sind diese nicht schön und muskelbepakt wie die Perser, einige sind häßlich, entstellt oder wirken verdorben. Aber das muß ja nicht gleich eine Beleidigung sein. Wer ist schon ein Action-Toy-Model? Dafür ist ihr Anführer, Xerxes, zwar mit einer seltsamen Vorliebe für Bodypiercing ausgestattet, verfügt aber wenigstens über diplomatische Fähigkeiten und rhetorisches Geschick. Und trotz seines Größenwahns, ein Gott sein zu wollen (sic!), haben seine Vorschläge doch viel Vernünftiges. Und er hält - ganz im Gegensatz zu den typischen Filmbösewichten - konsequent sein Wort. Auch ein Zeichen von Charakterstärke. Aber als Rolemodel taugt er natürlich auch nicht.
Alles in allem blieb mir der Einwand eines Freundes (und manches Kritikers) daher auch eher verschlossen, daß es sich bei dem Film um "geistige Mobilmachung" handeln soll. Vielleicht bin ich einfach immun gegen Werbung für´s Millitär. Ich wollte auch nach "Starship Troopers" bloß ein Bier, aber nicht in die Armee eintreten. Die Folgen des Krieges werden nicht verschwiegen. Die einzige Belohnung, die der König und seine Mannen erhalten, besteht vielleicht darin, daß sie nicht vergessen werden. Gut, eingeräumt. Aber König Leonidas I. ist für uns doch nur noch ein Name in einem Geschichtsbuch. Und für jeden Kinozuschauer, der das Gemetzel wirklich toll und nachnahmenswert finden mag, werden sich zehn finden, die es aus verschiedenen Gründen abstößt. Ich mochte den Film. Nicht den Krieg. Ganz wichtiger Unterschied.
Wer Blut, Gewalt, lässige Sprüche oder/ und halbnackte Männer mag, darf also ruhigen Gewissens für etwa zwei Stunden eine Auszeit von der Realität nehmen.
Die holt uns schon schnell genug wieder ein. Und hier sind "300" nicht genug, um die Welt zu retten.
Code Delphi. Hier aufhören.
Eigentlich wollte ich mein erstes Blog gleich am nächsten Tag fortsetzen. Aber wie so oft, wenn ich etwas Neues in Angriff nehme, klappt es so gar nicht wie geplant. Das Wochenende ist vergangen, und ich habe zwar zahlreiche Dinge erledigt, nur nicht diesen Plan fortzusetzen. Also mache ich es heute. Ein Gutes hat das Älterwerden. Man gewöhnt sich an Enttäuschung.
Das gilt zum Glück nicht für positive Überraschungen. Denn "300", jener Kinofilm über 300 Spartiaten, die an einem engen Felspaß Hunderttausend Perser aufhalten, bevor diese ihre griechische Heimat unterwerfen, hat mir tatsächlich Spaß gemacht. Vielleicht lag das in erster Linie daran, daß "300" kein Film mit Tiefgang oder Botschaft ist. Er ist ziemlich flach, aber darin erstaunlich konsequent. Keine Minute vergeht ohne einen pathetischen Oneliner, der zum Ausdruck bringt, wie furchtlos, selbstlos und heldenmütig die Spartiaten doch sind. Das hat einen skurillen Unterhaltungswert und erlaubt Einblicke in die Psyche von Kriegern. Nicht, daß man sie danach mag. Aber ihre Handlungen werden nachvollziehbar.
Zusammen mit der visuell sehr beeindruckenden Umsetzung, den schnellen Schnitte, Kamerafahrten und dem Wechsel zwischen Slowmotion- und Fastmotion-Sequenzen (sehr theatralisch, umwerfend choreografiert und sehr homoerotisch ein Schwerttanz zweier Freunde gegen Ende des zweiten Aktes) hebt der Film dabei schnell von jedweder historischen oder realistischen Darstellung der Schlacht an den Thermopylen ab. Aber das war ja bereits in der Vorlage der Fall, der es darum ging, Menschen, die eigentlich keinesfalls als solche taugen, in heldenhaften Aktionen zu zeigen.
So stellte sich bei mir auch bald das Gefühl ein, daß es ziemlich gut ist, daß man testosterongestählten Anführern wie König Leonidas I. heute allerhöchstens in Jungendbanden begegnet, wo sie einem Haufen rauflustiger Burschen vorstehen.
Nicht nachvollziehen kann ich die Kritik an der Darstellung der Perser. Zwar sind diese nicht schön und muskelbepakt wie die Perser, einige sind häßlich, entstellt oder wirken verdorben. Aber das muß ja nicht gleich eine Beleidigung sein. Wer ist schon ein Action-Toy-Model? Dafür ist ihr Anführer, Xerxes, zwar mit einer seltsamen Vorliebe für Bodypiercing ausgestattet, verfügt aber wenigstens über diplomatische Fähigkeiten und rhetorisches Geschick. Und trotz seines Größenwahns, ein Gott sein zu wollen (sic!), haben seine Vorschläge doch viel Vernünftiges. Und er hält - ganz im Gegensatz zu den typischen Filmbösewichten - konsequent sein Wort. Auch ein Zeichen von Charakterstärke. Aber als Rolemodel taugt er natürlich auch nicht.
Alles in allem blieb mir der Einwand eines Freundes (und manches Kritikers) daher auch eher verschlossen, daß es sich bei dem Film um "geistige Mobilmachung" handeln soll. Vielleicht bin ich einfach immun gegen Werbung für´s Millitär. Ich wollte auch nach "Starship Troopers" bloß ein Bier, aber nicht in die Armee eintreten. Die Folgen des Krieges werden nicht verschwiegen. Die einzige Belohnung, die der König und seine Mannen erhalten, besteht vielleicht darin, daß sie nicht vergessen werden. Gut, eingeräumt. Aber König Leonidas I. ist für uns doch nur noch ein Name in einem Geschichtsbuch. Und für jeden Kinozuschauer, der das Gemetzel wirklich toll und nachnahmenswert finden mag, werden sich zehn finden, die es aus verschiedenen Gründen abstößt. Ich mochte den Film. Nicht den Krieg. Ganz wichtiger Unterschied.
Wer Blut, Gewalt, lässige Sprüche oder/ und halbnackte Männer mag, darf also ruhigen Gewissens für etwa zwei Stunden eine Auszeit von der Realität nehmen.
Die holt uns schon schnell genug wieder ein. Und hier sind "300" nicht genug, um die Welt zu retten.
Code Delphi. Hier aufhören.
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