Tempus fugit.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, jede Woche einen Post zur aktuellen Folge der 5. Staffel von LOST zu schreiben. Leider ist mir das nicht gelungen. Deshalb gibt es hier und jetzt einen wilden Sprung durch die letzten... eins... zwei... drei Folgen von LOST. Bitte schnallen Sie sich an. Der Flug wird ziemlich ruckelig.
Season 5 Episode 2 - The Lie
So nachvollziehbar die Lüge der Oceanic Six nach den letzten Ereignissen auf der Insel auch scheinen mag, so überzeugend ist auch die Sichtweise von Hurley, der - mal wieder stellvertretend für den durchschnittlichen LOST-Fan - Kritik daran äußert, alle übrigen zurückzulassen und das weitere Leben mit einer Lüge zu leben. Natürlich steht keineswegs zu erwarten, daß irgendjemand den Überlebenen glauben wird - selbst Hurley Mutter muß zugeben, daß sie nicht versteht, was ihr Sohn ihr stammelnd gesteht, obwohl sie ihm glaubt. Dieses Geständnis mag den Zuschauer im übrigen etwas überraschen, fiel Hurley Familie doch in der Vergangenheit nicht gerade dadurch auf, übermäßig Anteil an Hurleys Bedenken und Gefühlen zu nehmen, wenn es um den - in seinen Augen verfluchten - Lottogewinn ging. Meistens versuchten sie mittels Geld Hurley Laune zu bessern, ebenso wie sie es selbst mit Kavierburgern und Shopping-Touren versuchen. Aber so unglaubwürdig Hurleys Geständnis auch klingen mag, für den Lost-Zuschauer ist sie wohl die bewegenste, witzigste und selbstironiste Zusammenfassung von vier Staffeln einer Fernsehserie, die es je gegeben hat.
Die Reaktion von Hurley Mutter und Vater hätten wohl nicht klassischer sein können, während sich seiner Mutter nach einem "don´t ´Mum´ me!" mit ihrem Sohn ausspricht, schmuggelt Papa den ohnmächtigen Sayid an der Überwachungseinheit der Polizei vorbei zu Jack, der prompt zu hören bekommt, daß er sich nach der ganzen Aktion gefälligst von Hugo fernhalten soll.
Daß Ben´s Herangeweise, um Hugo zum Mitkommen zu überreden, scheitern würde, hat mich denn doch überrascht. Denn eigentlich bietet er Hurley genau das, was dieser sich wünscht - ein Leben ohne weitere Lügen. Aber wie das so mit Angeboten ist, es kommt auch immer auf den Anbieter an. Und Ben sieht gewaschen und gut gekleidet noch mehr wie der Teufel in Menschengestalt aus.
Ob Sun ein Teufel oder ein Engel ist, vermag ich nicht zu sagen. Diese Frau gibt mir einfach Rätsel auf. Einerseits glaube ich nicht, daß sie Kate die Schuld am Tod von Jin gibt - auch wenn die Art ihrer Worte im Zusammenhang mit den Rückblenden das implizieren, andererseits hat sie neuerdings eine Art Fragen zu stellen, die eher eine Gänsehaut verursacht. Sun hat sich definitiv gewandelt und spielt die Stärke, die in ihr war, es deutlicher und aggressiver aus.
Daß auf der Insel Furchbares geschehen würde, davon hat Locke den Oceanic Six berichtet. Daß es sich dabei um einen gewaltsamen Angriff von Unbekannten durch Feuerpfeile handeln würde, hätte ich nie gedacht - weshalb ich auch zunächst nicht glauben konnte, wie brutal und schauerlich einige der Überlebenen dabei den Tod finden. Heftig. Insgesamt habe ich sechs Tote gezählt. Sieht danach aus, daß die Zahl der Überlebenen weiter sinken wird... bis nur die Hauptfiguren übrig sind?
Die drei Soldaten am Ende der Folge sahen mir hingegen nicht nach den Bogenschützen aus. Sie wirkten mehr wie die "Others". Oder hat das amerikanische Militär irgendwann in der Vergangenheit die Insel entdeckt?
Bemerkenswerte Zitate:
Ana Lucia: "Oh, yeah. Libby says Hi."
Neil (aka Frogurt): "We can´t even get fire."
Auch ein Kandidat für die Kategorie: Berühmte letzte Worte.
Charakterhintergrund:
Season 5 Episode 3 - Jughead
Bei LOST geht es auch darum, wie sich Menschen verändern können - zum Guten wie zum Schlechten. Aus Charlie Pace, dem heroinsüchtigen Rockmusiker, wurde ein Held, der sich opferte, um seine Freunde und die Frau, die er liebte zu retten. Aus Desmond Hume, der vor Verantwortung und Bildung erst ins Kloster und dann zum Militär floh, wurde nach einem dreijährigen Dasein auf der Insel im Laufe von drei Jahren auf einem Boot mit der Frau seines Lebens an seiner Seite ein mutiger Familienmensch, der sich in die Höhle des Löwen wagt, um seine Freunde zu retten. Wer hätte das gedacht, als wir Desmond kennenlernten?
Besonders die Szene, als Desmond in Widmore Büru stürmt, um zu erfahren, wohin Faraday Mutter gegangen ist, zeigt diese Wandlung. War es früher Charles Widmore, der das Gespräch und den Fluß von Informationen steuerte, wobei er Desmond mit jedem Wort verhöhnte, bettet dieser - ganz auf seine Gentleman-Art allerdings - um ein Quentchen an Information. Desmond bleibt gelassen und konzentriert, ohne seinen Triumph zu genießen. Was ihn zu einem Helden macht.
Und daß er bereit ist, mit einer Lüge seine gefährliche Suche nach Faradays Mutter zu beenden, um Penny zu schützen, zeigt deutlich, welche Prioritäten Desmond nun hat.
Eine Enthüllung ganz anderer Art wartet auf John Locke, denn auch der hat eine neue Familie gefunden - die "Others". Wobei diese allerdings im Jahre 1954 noch nicht wissen, daß John einst ihr Anführer und ihr Kamerad Widmore ihr größter Feind wird. Und auch Richard Alpert, der laut Juliet "immer an dieser Stelle" und "alt" ist, kann John nicht die Antworten liefern, die Locke sucht. Dafür erklärt die Übergabe des Kompasses und die Erwähnung von Johns Geburtstag, warum Alpert zum einen kurz nach dessen Geburt im Krankenhaus auftauchte und einige Jahre später einen merkwürdigen test mit ihm machte, bei dem er einen Gegenstand auswählen sollte, der ihm "bereits" gehörte. Alpert wollte wohl herausfinden, ob sich John an ihr Zusammentreffen noch oder schon erinnern würde - oder zumindest eine vage Ahnung hätte. Aber John wählte damals das Messer - einen Gegenstand, der später ebenfalls eine großes Bedeutung für ihn haben würde, da John Locke quasi der Mann der Messer ist (und einen ganzen Koffer davon auf die Insel mitgebracht hat).
Auch klärt sich, daß die "Others" hinter dem Überfall am Strand steckten. Sie haben Saywers Befehl gehört und in der Annahme gehandelt, daß amerikanische Militär habe Verstärkung geschickt - anscheinend hat auch dieses die Landminen gelegt. Aber wo sind die restlichen Soldaten, wenn die "Others" - nach Aussage von Miles - vier U.S. Soldaten vor weniger als einem Monat getötet haben...?
Daß die Experimente von Daniel Faraday eine junge Frau namens Theresa Spencer mit der seltsamen "Zeitkrankheit" ansteckten, ist ein echter Schocker. Ich denke allerdings, daß Daniel sie keineswegs bewußt der Strahlung ausgesetzt hat. Entweder war es ein Unfall (bei dem auch Daniel verstrahlt wurde?) oder sie hat sich freiwillig einem Versuch unterzogen, der schief ging. Ein anderes Vorgehen passt irgendwie nicht zu Faraday mit seiner hilfsbereiten und mitfühlenden Art. Und aus irgendeinem Grund hat Theresa noch nicht das Schicksal von George Minkowski erlitten. Liegt es an der medizinischen Versorgung? Oder leidet sie an einer weniger gefährlichen Art der Krankheit? Der Tod der Ratte Eloise spricht eher dagegen.
Daniels Vorschlag, den titelgebenen Jughead zu vergraben, um eine Explosion zu verhindern, scheinen die "Others" allerdings gefolgt zu sein - handelt es sich dabei vielleicht um die massive Betonplatte, die Sayid und jack in der Swan-Station entdeckt haben und die den Techniker an Chernobyl erinnert hat?
Bemerkenswerte Zitate:
Desmond Hume: "I know you have a lot of questions for me. I´m not gonna answer them."
Und tatsächlich beantwortet er nicht eine Frage, sondern nimmt nur Widmores Rat an.
Ellie: "You just couldn´t stay away, could you?"
Das klingt fast so, als sei Daniel Ellie bereits begegnet. Und auch Daniel scheint sie irgendwie bekannt vorzukommen.
Desmond: "Why in God´s name would I ever go back there?"
Hmmm. Da wird den Autoren schon was einfallen, jede Wette.
Sawyer: "Where the hell have you been?"
Locke: "If you´ve been going through what I have, James, mabye the more appropriate question would be, when the hell I have been?"
Locke: "Your name is Widmore? Charles Widmore?"
Widmore: "What´s it to you?"
Locke: "Nothing... it´s nice to meet you."
Mir gefällt, daß auch auf dieser Zeitebene Widmore ausgebremst wird - und die Reaktion von Locke ist selbstbewußt und lässig. Zum Glück ist Jack nicht da, der wäre wohl ausgerastet.
Charakterhintergrund:
Season 5 Episode 4 - The Little Prince
Bis auf Hurley hat es Ben geschafft, alle Mitglieder der Oceanic Six an Steg 23 (sic!) zu versammeln. Und Hurley wird in den nächsten Stunden durch seinen Anwalt aus dem Polizeigewahrsam befreit. Fast schon ein bißchen zu elegant für Ben. Auch daß er hinter der Aktion mit den Anwalten steckt, die Kate Aaron wegnehmen wollten, hätte ich ihm nicht zugetraut. Aber Ben scheint ganz genau zu wissen, daß Kate Muttergefühle für Aaron entwickeln und ihn daher nicht in Gefahr bringen würde. Aber noch mehr als Ben habe ich Kate unterschätzt. Obwohl es durchaus anderslautende Anzeichen gab, hatte ich angenommen, daß Kate sich nur um Aaron kümmert, weil sie die geeigneste Person dafür ist. Ich lag falsch. Kate wünscht sich ein Familie, am liebsten zusammen mit Jack. Daß dieser ihr endlich gestand, daß für ihn Aaron auch ein Familienmitglied ist und daß er die Sache mit der Klage in Ordnung bringen würde, hat ihm meine verlorenen Sympathien zurückgebracht. Überhaupt beginnt Jack langsam wieder seine Fassung zurückzugewinnen. Aber wird er die richtigen Entscheidungen treffen? Ich habe da meine Zweifel.
Und ich denke, daß es Ben gelingen wird, Sun davon abzuhalten, auf ihn zu schießen - denn das hat sie wohl vor. Oder zielt sie auf Jack? So oder so denke ich, daß Ben sie überreden wird, ihre Vergeltung aufzuschieben, bis er ihr gezeigt hat, was die Insel von ihr erwartet. Vielleicht reagiert Ben auf die Frge nach Jins Tod auch genauso wie auf Jacks Frage nach Johns Tod in der letzten Folge... mit bedeutungsvollem Schweigen.
Ganz anders sieht es meiner Meinung nach inzwischen bei Locke aus, der Sawyer von seinen Gefühlen in der Nacht berichtet, als Boone starb und er an die Luke klopfte. Damals glaubte er, daß Licht habe etwas zu bedeuten, heute ist er schlauer. Aber auch weiser, denn er hat erkannt, daß er diese Erfahrung brauchte, um zu dem zu werden, der er nun ist. Ob Jack zu dieser Einsicht fähig ist, vermag ich nicht zu sagen, aber ich habe auch da meine Zweifel. Das ist der Grund, warum ich Locke nicht nur für den besseren Anführer halte, sondern auch denke, daß Locke am meisten von der Insel gelernt hat. Es sind eben nicht nur die guten Erfahrungen, die einen Menschen wachsen lassen, sondern auch die schlechten. Gerade durch diese kann er an Stärke gewinnen, wenn er die Herausforderung, die sie darstellen annimmt. Viele Menschen gehen negativen Erfahrungen eher aus dem Weg und sind verärgert, wenn es in ihrem Leben nicht so glatt und sorglos läuft, wie sie es erwarten oder gerne hätten. Dabei gehören Schmerz, Kummer und Tod zum Leben dazu. Das mag sich nach einer Binsenweisheit anhören, ist aber nicht leicht umzusetzen. Weshalb mir die Geschichte, die LOST hier erzählt, um so mehr gefällt.
Nach Charlotte haben jetzt auch Miles und Juliet das "Zeitnasenbluten". Verdammt. das könnte unschön werden. Ich mag jeden einzelnen der drei und möchte sie nicht verlieren. Es gab schon genug Tote. Mir reicht´s.
Und ja, in der Hinsicht gibt es eine gute Nachricht: Jin lebt. Ich habe die Figur vermisst, denn sie hatte und hat noch viel Potential für die Geschichte. Natürlich war ich spektisch, was seinen Tod betraf, da wir seine Leiche nicht gesehen haben. Ironisch genug, daß Jin wieder in der Gesellschaft von Fremden gestrandet ist, die ihn kaum verstehen. Zum Glück hat Jin damals etwas Englisch gelernt, um Sun zu zeigen, daß er sie liebt. Diese Verknüpfung scheint - wie so oft - schicksalsgewoben. Ich bin sehr gespannt, was diese Rückblende über Rousseau und ihr Team enthüllen wird. Denn eine Menge Fragen warten immer noch auf eine Klärung.
Aber ich bin sehr zuversichtlich, daß die Autoren die Zeitsprünge genau dazu nutzen werden.
Upps. Dahinten kommt ein grelles Licht über den Horizont.
Let´s do the time wrap again...
Bemerkenswerte Zitate:
Locke: "No, I needed the pain to get to where I´m now."
Sawyer: "I wasn´t about to tell you anything."
Juliet: "Why don´t you tell me now?"
Schön zu sehen, wie diese beiden Figuren sich näher kommen. Daß sie einander etwas bedeuten, wird wohl jedem klar, der sie sieht.
Ben: "Because he´s not your son, Kate."
Treffsicher, wie immer.
Charakterhintergrund:
Code Delphi. Hier aufhören.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, jede Woche einen Post zur aktuellen Folge der 5. Staffel von LOST zu schreiben. Leider ist mir das nicht gelungen. Deshalb gibt es hier und jetzt einen wilden Sprung durch die letzten... eins... zwei... drei Folgen von LOST. Bitte schnallen Sie sich an. Der Flug wird ziemlich ruckelig.
Season 5 Episode 2 - The Lie
So nachvollziehbar die Lüge der Oceanic Six nach den letzten Ereignissen auf der Insel auch scheinen mag, so überzeugend ist auch die Sichtweise von Hurley, der - mal wieder stellvertretend für den durchschnittlichen LOST-Fan - Kritik daran äußert, alle übrigen zurückzulassen und das weitere Leben mit einer Lüge zu leben. Natürlich steht keineswegs zu erwarten, daß irgendjemand den Überlebenen glauben wird - selbst Hurley Mutter muß zugeben, daß sie nicht versteht, was ihr Sohn ihr stammelnd gesteht, obwohl sie ihm glaubt. Dieses Geständnis mag den Zuschauer im übrigen etwas überraschen, fiel Hurley Familie doch in der Vergangenheit nicht gerade dadurch auf, übermäßig Anteil an Hurleys Bedenken und Gefühlen zu nehmen, wenn es um den - in seinen Augen verfluchten - Lottogewinn ging. Meistens versuchten sie mittels Geld Hurley Laune zu bessern, ebenso wie sie es selbst mit Kavierburgern und Shopping-Touren versuchen. Aber so unglaubwürdig Hurleys Geständnis auch klingen mag, für den Lost-Zuschauer ist sie wohl die bewegenste, witzigste und selbstironiste Zusammenfassung von vier Staffeln einer Fernsehserie, die es je gegeben hat.
Die Reaktion von Hurley Mutter und Vater hätten wohl nicht klassischer sein können, während sich seiner Mutter nach einem "don´t ´Mum´ me!" mit ihrem Sohn ausspricht, schmuggelt Papa den ohnmächtigen Sayid an der Überwachungseinheit der Polizei vorbei zu Jack, der prompt zu hören bekommt, daß er sich nach der ganzen Aktion gefälligst von Hugo fernhalten soll.
Daß Ben´s Herangeweise, um Hugo zum Mitkommen zu überreden, scheitern würde, hat mich denn doch überrascht. Denn eigentlich bietet er Hurley genau das, was dieser sich wünscht - ein Leben ohne weitere Lügen. Aber wie das so mit Angeboten ist, es kommt auch immer auf den Anbieter an. Und Ben sieht gewaschen und gut gekleidet noch mehr wie der Teufel in Menschengestalt aus.
Ob Sun ein Teufel oder ein Engel ist, vermag ich nicht zu sagen. Diese Frau gibt mir einfach Rätsel auf. Einerseits glaube ich nicht, daß sie Kate die Schuld am Tod von Jin gibt - auch wenn die Art ihrer Worte im Zusammenhang mit den Rückblenden das implizieren, andererseits hat sie neuerdings eine Art Fragen zu stellen, die eher eine Gänsehaut verursacht. Sun hat sich definitiv gewandelt und spielt die Stärke, die in ihr war, es deutlicher und aggressiver aus.
Daß auf der Insel Furchbares geschehen würde, davon hat Locke den Oceanic Six berichtet. Daß es sich dabei um einen gewaltsamen Angriff von Unbekannten durch Feuerpfeile handeln würde, hätte ich nie gedacht - weshalb ich auch zunächst nicht glauben konnte, wie brutal und schauerlich einige der Überlebenen dabei den Tod finden. Heftig. Insgesamt habe ich sechs Tote gezählt. Sieht danach aus, daß die Zahl der Überlebenen weiter sinken wird... bis nur die Hauptfiguren übrig sind?
Die drei Soldaten am Ende der Folge sahen mir hingegen nicht nach den Bogenschützen aus. Sie wirkten mehr wie die "Others". Oder hat das amerikanische Militär irgendwann in der Vergangenheit die Insel entdeckt?
Bemerkenswerte Zitate:
Ana Lucia: "Oh, yeah. Libby says Hi."
Neil (aka Frogurt): "We can´t even get fire."
Auch ein Kandidat für die Kategorie: Berühmte letzte Worte.
Charakterhintergrund:
- Hurley sieht weiterhin tote Menschen, die zudem beginnen, ihm kluge Ratschläge zu geben. Nach Charlie und Mr. Eko taucht nun Ana Lucia auf. Und zwar als Cop und wie frisch aus dem Ei gepellt. Das fiel schon bei Charlie auf. Was immer auch hinter diesem Phänomen stecken mag, es sorgt dafür, daß die "Walking dead" im besten Licht erscheinen.
- Frank, der Pilot, hat den sechs Fremden, die er gerettet hat, das Versprechen gegeben, ihren Plan zu decken, welcher aus auch immer sei. So freundlich und symphatisch Frank auch ist, da steckt noch was dahinter. Liegt es daran, daß Frank Flug Oceanic 815 fliegen sollte und sein Kollegen an Seinerstatt starb?
Season 5 Episode 3 - Jughead
Bei LOST geht es auch darum, wie sich Menschen verändern können - zum Guten wie zum Schlechten. Aus Charlie Pace, dem heroinsüchtigen Rockmusiker, wurde ein Held, der sich opferte, um seine Freunde und die Frau, die er liebte zu retten. Aus Desmond Hume, der vor Verantwortung und Bildung erst ins Kloster und dann zum Militär floh, wurde nach einem dreijährigen Dasein auf der Insel im Laufe von drei Jahren auf einem Boot mit der Frau seines Lebens an seiner Seite ein mutiger Familienmensch, der sich in die Höhle des Löwen wagt, um seine Freunde zu retten. Wer hätte das gedacht, als wir Desmond kennenlernten?
Besonders die Szene, als Desmond in Widmore Büru stürmt, um zu erfahren, wohin Faraday Mutter gegangen ist, zeigt diese Wandlung. War es früher Charles Widmore, der das Gespräch und den Fluß von Informationen steuerte, wobei er Desmond mit jedem Wort verhöhnte, bettet dieser - ganz auf seine Gentleman-Art allerdings - um ein Quentchen an Information. Desmond bleibt gelassen und konzentriert, ohne seinen Triumph zu genießen. Was ihn zu einem Helden macht.
Und daß er bereit ist, mit einer Lüge seine gefährliche Suche nach Faradays Mutter zu beenden, um Penny zu schützen, zeigt deutlich, welche Prioritäten Desmond nun hat.
Eine Enthüllung ganz anderer Art wartet auf John Locke, denn auch der hat eine neue Familie gefunden - die "Others". Wobei diese allerdings im Jahre 1954 noch nicht wissen, daß John einst ihr Anführer und ihr Kamerad Widmore ihr größter Feind wird. Und auch Richard Alpert, der laut Juliet "immer an dieser Stelle" und "alt" ist, kann John nicht die Antworten liefern, die Locke sucht. Dafür erklärt die Übergabe des Kompasses und die Erwähnung von Johns Geburtstag, warum Alpert zum einen kurz nach dessen Geburt im Krankenhaus auftauchte und einige Jahre später einen merkwürdigen test mit ihm machte, bei dem er einen Gegenstand auswählen sollte, der ihm "bereits" gehörte. Alpert wollte wohl herausfinden, ob sich John an ihr Zusammentreffen noch oder schon erinnern würde - oder zumindest eine vage Ahnung hätte. Aber John wählte damals das Messer - einen Gegenstand, der später ebenfalls eine großes Bedeutung für ihn haben würde, da John Locke quasi der Mann der Messer ist (und einen ganzen Koffer davon auf die Insel mitgebracht hat).
Auch klärt sich, daß die "Others" hinter dem Überfall am Strand steckten. Sie haben Saywers Befehl gehört und in der Annahme gehandelt, daß amerikanische Militär habe Verstärkung geschickt - anscheinend hat auch dieses die Landminen gelegt. Aber wo sind die restlichen Soldaten, wenn die "Others" - nach Aussage von Miles - vier U.S. Soldaten vor weniger als einem Monat getötet haben...?
Daß die Experimente von Daniel Faraday eine junge Frau namens Theresa Spencer mit der seltsamen "Zeitkrankheit" ansteckten, ist ein echter Schocker. Ich denke allerdings, daß Daniel sie keineswegs bewußt der Strahlung ausgesetzt hat. Entweder war es ein Unfall (bei dem auch Daniel verstrahlt wurde?) oder sie hat sich freiwillig einem Versuch unterzogen, der schief ging. Ein anderes Vorgehen passt irgendwie nicht zu Faraday mit seiner hilfsbereiten und mitfühlenden Art. Und aus irgendeinem Grund hat Theresa noch nicht das Schicksal von George Minkowski erlitten. Liegt es an der medizinischen Versorgung? Oder leidet sie an einer weniger gefährlichen Art der Krankheit? Der Tod der Ratte Eloise spricht eher dagegen.
Daniels Vorschlag, den titelgebenen Jughead zu vergraben, um eine Explosion zu verhindern, scheinen die "Others" allerdings gefolgt zu sein - handelt es sich dabei vielleicht um die massive Betonplatte, die Sayid und jack in der Swan-Station entdeckt haben und die den Techniker an Chernobyl erinnert hat?
Bemerkenswerte Zitate:
Desmond Hume: "I know you have a lot of questions for me. I´m not gonna answer them."
Und tatsächlich beantwortet er nicht eine Frage, sondern nimmt nur Widmores Rat an.
Ellie: "You just couldn´t stay away, could you?"
Das klingt fast so, als sei Daniel Ellie bereits begegnet. Und auch Daniel scheint sie irgendwie bekannt vorzukommen.
Desmond: "Why in God´s name would I ever go back there?"
Hmmm. Da wird den Autoren schon was einfallen, jede Wette.
Sawyer: "Where the hell have you been?"
Locke: "If you´ve been going through what I have, James, mabye the more appropriate question would be, when the hell I have been?"
Locke: "Your name is Widmore? Charles Widmore?"
Widmore: "What´s it to you?"
Locke: "Nothing... it´s nice to meet you."
Mir gefällt, daß auch auf dieser Zeitebene Widmore ausgebremst wird - und die Reaktion von Locke ist selbstbewußt und lässig. Zum Glück ist Jack nicht da, der wäre wohl ausgerastet.
Charakterhintergrund:
- Charlie Hume, Sohne von Pennelope Widmore und Desmond Hume, benannt nach seinem Großvater Charles Widmore und Desmonds Freund Charlie Pace, wurde auf der Insel Mubuhay von Efren Salonga, dem dortigen Arzt zur Welt gebracht.
- Charles Widmore hat die Forschungsarbeit von Daniel Faraday seit 10 Jahren unterstützt. Der Universität von Oxford hingegen gefielen Faradays Forschungen keineswegs, weshalb er sie heimlich durchführen musste. Nach dem Zwischenfall mit Theresa wurden sämtliche Aufzeichnungen bezüglich Daniel Faraday bei der Universität gelöscht.
- Charles Widmore hat die Forschungsarbeit von Daniel Faraday seit 10 Jahren unterstützt. Der Universität von Oxford hingegen gefielen Faradays Forschungen keineswegs, weshalb er sie heimlich durchführen musste. Nach dem Zwischenfall mit Theresa Spencer wurde sämtliche Aufzeichnungen bezüglich Daniel Faraday bei der Universität gelöscht. Als Charles Widmore auf der Insel einer der "Others" war, tötete er einen Kameraden, um vergeblich die Position des Camps zu verbergen.
- Miles Straume kann nicht nur Geister "sehen" und "hören", sondern erkennt auch eine Landmine, wenn er sie sieht. Seine Warnung kommt für die beiden namenlosen Überlebenen dennoch zu spät.
- John Locke wurde am 30. Mai 1956 in Tustin, California geboren.
Season 5 Episode 4 - The Little Prince
Bis auf Hurley hat es Ben geschafft, alle Mitglieder der Oceanic Six an Steg 23 (sic!) zu versammeln. Und Hurley wird in den nächsten Stunden durch seinen Anwalt aus dem Polizeigewahrsam befreit. Fast schon ein bißchen zu elegant für Ben. Auch daß er hinter der Aktion mit den Anwalten steckt, die Kate Aaron wegnehmen wollten, hätte ich ihm nicht zugetraut. Aber Ben scheint ganz genau zu wissen, daß Kate Muttergefühle für Aaron entwickeln und ihn daher nicht in Gefahr bringen würde. Aber noch mehr als Ben habe ich Kate unterschätzt. Obwohl es durchaus anderslautende Anzeichen gab, hatte ich angenommen, daß Kate sich nur um Aaron kümmert, weil sie die geeigneste Person dafür ist. Ich lag falsch. Kate wünscht sich ein Familie, am liebsten zusammen mit Jack. Daß dieser ihr endlich gestand, daß für ihn Aaron auch ein Familienmitglied ist und daß er die Sache mit der Klage in Ordnung bringen würde, hat ihm meine verlorenen Sympathien zurückgebracht. Überhaupt beginnt Jack langsam wieder seine Fassung zurückzugewinnen. Aber wird er die richtigen Entscheidungen treffen? Ich habe da meine Zweifel.
Und ich denke, daß es Ben gelingen wird, Sun davon abzuhalten, auf ihn zu schießen - denn das hat sie wohl vor. Oder zielt sie auf Jack? So oder so denke ich, daß Ben sie überreden wird, ihre Vergeltung aufzuschieben, bis er ihr gezeigt hat, was die Insel von ihr erwartet. Vielleicht reagiert Ben auf die Frge nach Jins Tod auch genauso wie auf Jacks Frage nach Johns Tod in der letzten Folge... mit bedeutungsvollem Schweigen.
Ganz anders sieht es meiner Meinung nach inzwischen bei Locke aus, der Sawyer von seinen Gefühlen in der Nacht berichtet, als Boone starb und er an die Luke klopfte. Damals glaubte er, daß Licht habe etwas zu bedeuten, heute ist er schlauer. Aber auch weiser, denn er hat erkannt, daß er diese Erfahrung brauchte, um zu dem zu werden, der er nun ist. Ob Jack zu dieser Einsicht fähig ist, vermag ich nicht zu sagen, aber ich habe auch da meine Zweifel. Das ist der Grund, warum ich Locke nicht nur für den besseren Anführer halte, sondern auch denke, daß Locke am meisten von der Insel gelernt hat. Es sind eben nicht nur die guten Erfahrungen, die einen Menschen wachsen lassen, sondern auch die schlechten. Gerade durch diese kann er an Stärke gewinnen, wenn er die Herausforderung, die sie darstellen annimmt. Viele Menschen gehen negativen Erfahrungen eher aus dem Weg und sind verärgert, wenn es in ihrem Leben nicht so glatt und sorglos läuft, wie sie es erwarten oder gerne hätten. Dabei gehören Schmerz, Kummer und Tod zum Leben dazu. Das mag sich nach einer Binsenweisheit anhören, ist aber nicht leicht umzusetzen. Weshalb mir die Geschichte, die LOST hier erzählt, um so mehr gefällt.
Nach Charlotte haben jetzt auch Miles und Juliet das "Zeitnasenbluten". Verdammt. das könnte unschön werden. Ich mag jeden einzelnen der drei und möchte sie nicht verlieren. Es gab schon genug Tote. Mir reicht´s.
Und ja, in der Hinsicht gibt es eine gute Nachricht: Jin lebt. Ich habe die Figur vermisst, denn sie hatte und hat noch viel Potential für die Geschichte. Natürlich war ich spektisch, was seinen Tod betraf, da wir seine Leiche nicht gesehen haben. Ironisch genug, daß Jin wieder in der Gesellschaft von Fremden gestrandet ist, die ihn kaum verstehen. Zum Glück hat Jin damals etwas Englisch gelernt, um Sun zu zeigen, daß er sie liebt. Diese Verknüpfung scheint - wie so oft - schicksalsgewoben. Ich bin sehr gespannt, was diese Rückblende über Rousseau und ihr Team enthüllen wird. Denn eine Menge Fragen warten immer noch auf eine Klärung.
Aber ich bin sehr zuversichtlich, daß die Autoren die Zeitsprünge genau dazu nutzen werden.
Upps. Dahinten kommt ein grelles Licht über den Horizont.
Let´s do the time wrap again...
Bemerkenswerte Zitate:
Locke: "No, I needed the pain to get to where I´m now."
Sawyer: "I wasn´t about to tell you anything."
Juliet: "Why don´t you tell me now?"
Schön zu sehen, wie diese beiden Figuren sich näher kommen. Daß sie einander etwas bedeuten, wird wohl jedem klar, der sie sieht.
Ben: "Because he´s not your son, Kate."
Treffsicher, wie immer.
Charakterhintergrund:
- Danielle Rousseaus Forschungsteam bestand aus insgesamt sechs Personen, einer weiteren Frau und vier Männern, zwei mit Namen Montand und Robert. Einer der noch namenlosen scheint ein Musiker zu sein. Danielle ist bereits schwanger. Ich frage, ob die "Insel" ein Fabile für schwangere Frauen und Musiker hat?
Code Delphi. Hier aufhören.
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