Einer der Gründe für meine Bewunderung für LOST liegt in den eigentlich einfachen Momenten, in denen diese Serie ihre treuen Zuschauer eben für diesen Charakterzug belohnt. Solcherlei ist für mich inzwischen ein Unterscheidungskriterium zwischen einer "guten" und einer "sehr guten" Serie. Denn wenn ich eine Serie schaue, dann will ich sie lieben. Und ich bin glücklich, wenn meine Liebe auf diese Weise "erwidert" wird.
Season 5 Episode 8 – LaFleur
Während zu Beginn der Folge vordergründig die Erlebnisse der vier noch übrigen Zeitspringer Miles, Jin, Juliet und James (nicht länger Saywer!) erzählt werden, erklärt eine kurze Einstellung, wie je mysteriöse Statue einst ausgesehen hat, die Sayid, Sun und Jin einst auf ihrer Fahrt zum Lager der „Other“ gesehen haben... die mit den vier Zehen. Die Statue saht irgendwie ägyptisch aus und schien so etwas wie ein Ankh in den Händen zu halten... ein Hinweis auf die erste menschliche Besiedlung der Insel... Ägypter? Oder ein noch geheimnisvolleres Volk aus den Anfängen der Menschheit, das der Sage nach auf der Insel... Atlantis lebte...?
Könnte das die Erklärung für alle die offenen Fragen sein?
Zunächst führt uns eine Texttafel drei Jahre in die Zukunft. Ich finde diese Tafeln zwar manchmal ganz hilfreich, halte sie aber inzwischen für unnötig und unpassend. Denn in den ersten vier Staffeln mussten wir Zuschauer auch ohne direkte Hinweise auf die zeitliche Einordnung auskommen. Wir lernen auf Kleinigkeiten wie Handys, Lieder, Frisuren und Andeutungen zu achten. Locke hat noch Haare? Dann befinden wir uns in der Vergangenheit... Jack hat einen Bart... nahe Zukunft...
Sei´s drum. Daß die Ereignisse im Lager der Dharma Initiative irgendwann zwischen den Anfängen der Initiative und dem „Purge“ liegen, hätten wir auch so gewußt – für die Siebziger spricht schon der Bart vom Sicherheitsmann Jerry. Daß ausgerechnet Saywer, der Betrüger zum Chef der Sicherheit werden würde... wer hätte das gedacht. Ich nicht. Andererseits war es (der Legende nach) bereits im Wilden Western üblich, daß der Sheriff ein mehr oder weniger geläuteter Halunke war. Und noch in unserer Zeit wird ja gerne gewitzelt, daß sich die Organe der Rechtspflege von den Verbrechern gar nicht so sehr unterscheiden. Die Einführung mit den beiden Sicherheitsleuten, die verängstigt und sorgenvoll nachts um 03.00 Uhr ihren Chef wecken gehen, war jedenfalls ein komödiantischer Höhepunkt.
Und natürlich macht sich der LOST-Fan um schwangere Frauen wie Amy sogleich Sorgen. Zu gut ist uns schließlich in Erinnerung, daß Frauen auf der Insel keine Kinder zur Welt bringen können, sondern vorher sterben... Moment... Amy scheint bereits im neunten Monat schwanger zu sein... das paßt nicht. Es hat den Anschein, daß was immer für den merkwürdigen Umstand verantwortlich ist, auf etwas basiert, daß erst später eingetreten ist. Zwar tauchte bereits in der ersten Folge der Staffel ein kleines Kind auf, von dem aber nicht bekannt war, ob es auf der Insel geboren wurde, oder nicht. Jetzt erleben wir eine Geburt auf der Insel mit, die zwar kompliziert ist, aber von Juliet schließlich erfolgreich bewältigt wird. Für diesen Charakter ist die ganze Szene ein Moment der Reinigung von der Hilflosigkeit, die er zuvor bei jedem Tod einer Mutter erfahren hat. So undurchschaubar und berechnend Juliet auch während der 3. Staffel gewesen ist, so aufrichtig und ehrlich war sie stets um das Wohl werdender Mütter besorgt. Und es ist fast spürbar – auch dank der schauspielerischen Leistung von Elizabeth Mitchell – wie sehr Juliet nach diesem Ereignis wieder zu sich selbst findet.
Daß es James gelingen würde, nach der Errettung von Amy (welch beherzte Heldenaktion!) der Dharma Initiative eine glaubwürdige Geschichte zu präsentieren, stand für mich gleich außer Zweifel. Denn nicht ohne Grund wurde der Charakter auch durch seine Hintergrundsgeschichte als vortrefflicher Lügner porträtiert. Und wie es sich für einen wirklich guten Lügner gehört, mischt James geschickt dreiste Lügen mit richtigen Informationen zusammen. Die Wahl der „Black Rock“ verweist nicht nur kunstvoll auf das ehemalige Sklavenschiff, das als Dynamitlager bereits eine Rolle gespielt hat, sondern paßt auch zu James, der schließlich an Bord des Schiffes seinen – wenn auch ungleich brutaleren Moment der Reinigung erfahren hat. Und die Übernahme von Verantwortung, als Richard Alpert im Lager auftaucht, zeigt deutlich, wie sehr sich der Charakter von James Ford im Laufe der Zeit entwickelt hat. War er früher ein in sich gekehrter, mürrischer Einzelgänger, ist er im Laufe der Zeit zu einem Anführer, wenn nicht sogar zu einem Helden geworden. Ich habe das Gefühl, daß James wesentlich die weitere Entwicklung mitgestalten wird. Die Zeiten, in denen Saywer Alleingänge unternahm, weil er weder Locke noch Jack so richtig folgen wollte, scheinen jedenfalls vorbei. Jetzt folgen die Überlebenden James.
Es wird interessant zu sehen, wie sich die Rückkehr von Jack und Kate auf den neuen "Jim LaFleur" auswirkt. Ich drücke jedenfalls die Daumen, daß Kate ihn und Juliet nicht auseinander bringt. Die beiden passen nicht nur optisch – als Blumenkinder – besser zusammen, sondern auch von ihren Persönlichkeit. Und bei aller Probleme und Meinungsverschiedenheiten passen eigentlich Jack und Kate besser zusammen... aber im Gegensatz zu Juliet und James waren ihre drei letzten Jahre weniger glücklich.
Fast wirkt es wie eine bittere Ironie, daß Locke nur die schlimmen Ereignisse auf der Insel mitbekommen hat. Nach der Beendigung der Zeitsprünge ist das Leben wieder besser geworden... und findet jetzt im Jahre 1977 statt. Ich wette, es hat eine besondere Bewandtnis mit diesem Jahr. Es kann kein Zufall sein, daß Hurley, Kate und Jack ausgerechnet in diesem Jahr gelandet sind.
Bemerkenswerte Zitate:
Juliet/ Miles: How long do we wait?
James: As long as it takes.
Er gehört eher zu der „man of faith“ - Fraktion. Nur glaubt er an seine Freunde und nicht unbedingt an die „Insel“.
Miles: Or maybe when we get there you´ll... you´ll wanna go back to the Orchid again. And then when that gets boring, we can head back to the beach. It´s the only two plans you people have.
Immer witzig, wenn sich ein Charakter indirekt über die Handlung lustig macht. There and back again. Wobei... in „New Othertown“ waren die Überlebenden auch schon das eine oder andere Mal. Na ja, die Insel bietet nur eine begrenzte Menge geeigneter Unterkünfte. Und die Swan Station scheint es noch nicht zu geben.
Daniel: „The record is spinning again. We´re just not on the song we wanna be on.“
Temporalphysik für Dummies, Teil 2. Sehr unterhaltsam. Aber Moment... wo ist Daniel eigentlich im Jahr 1977?
James: He´s okay? She´s okay?
Juliet: Everybody´s okay.
Sie eingeschlossen. Bei diesen Worten war ich aufrichtig gerührt. Ich mag diesen Charakter einfach.
Charakterhintergrund:
Code Delphi. Hier aufhören.
Season 5 Episode 8 – LaFleur
Während zu Beginn der Folge vordergründig die Erlebnisse der vier noch übrigen Zeitspringer Miles, Jin, Juliet und James (nicht länger Saywer!) erzählt werden, erklärt eine kurze Einstellung, wie je mysteriöse Statue einst ausgesehen hat, die Sayid, Sun und Jin einst auf ihrer Fahrt zum Lager der „Other“ gesehen haben... die mit den vier Zehen. Die Statue saht irgendwie ägyptisch aus und schien so etwas wie ein Ankh in den Händen zu halten... ein Hinweis auf die erste menschliche Besiedlung der Insel... Ägypter? Oder ein noch geheimnisvolleres Volk aus den Anfängen der Menschheit, das der Sage nach auf der Insel... Atlantis lebte...?
Könnte das die Erklärung für alle die offenen Fragen sein?
Zunächst führt uns eine Texttafel drei Jahre in die Zukunft. Ich finde diese Tafeln zwar manchmal ganz hilfreich, halte sie aber inzwischen für unnötig und unpassend. Denn in den ersten vier Staffeln mussten wir Zuschauer auch ohne direkte Hinweise auf die zeitliche Einordnung auskommen. Wir lernen auf Kleinigkeiten wie Handys, Lieder, Frisuren und Andeutungen zu achten. Locke hat noch Haare? Dann befinden wir uns in der Vergangenheit... Jack hat einen Bart... nahe Zukunft...
Sei´s drum. Daß die Ereignisse im Lager der Dharma Initiative irgendwann zwischen den Anfängen der Initiative und dem „Purge“ liegen, hätten wir auch so gewußt – für die Siebziger spricht schon der Bart vom Sicherheitsmann Jerry. Daß ausgerechnet Saywer, der Betrüger zum Chef der Sicherheit werden würde... wer hätte das gedacht. Ich nicht. Andererseits war es (der Legende nach) bereits im Wilden Western üblich, daß der Sheriff ein mehr oder weniger geläuteter Halunke war. Und noch in unserer Zeit wird ja gerne gewitzelt, daß sich die Organe der Rechtspflege von den Verbrechern gar nicht so sehr unterscheiden. Die Einführung mit den beiden Sicherheitsleuten, die verängstigt und sorgenvoll nachts um 03.00 Uhr ihren Chef wecken gehen, war jedenfalls ein komödiantischer Höhepunkt.
Und natürlich macht sich der LOST-Fan um schwangere Frauen wie Amy sogleich Sorgen. Zu gut ist uns schließlich in Erinnerung, daß Frauen auf der Insel keine Kinder zur Welt bringen können, sondern vorher sterben... Moment... Amy scheint bereits im neunten Monat schwanger zu sein... das paßt nicht. Es hat den Anschein, daß was immer für den merkwürdigen Umstand verantwortlich ist, auf etwas basiert, daß erst später eingetreten ist. Zwar tauchte bereits in der ersten Folge der Staffel ein kleines Kind auf, von dem aber nicht bekannt war, ob es auf der Insel geboren wurde, oder nicht. Jetzt erleben wir eine Geburt auf der Insel mit, die zwar kompliziert ist, aber von Juliet schließlich erfolgreich bewältigt wird. Für diesen Charakter ist die ganze Szene ein Moment der Reinigung von der Hilflosigkeit, die er zuvor bei jedem Tod einer Mutter erfahren hat. So undurchschaubar und berechnend Juliet auch während der 3. Staffel gewesen ist, so aufrichtig und ehrlich war sie stets um das Wohl werdender Mütter besorgt. Und es ist fast spürbar – auch dank der schauspielerischen Leistung von Elizabeth Mitchell – wie sehr Juliet nach diesem Ereignis wieder zu sich selbst findet.
Daß es James gelingen würde, nach der Errettung von Amy (welch beherzte Heldenaktion!) der Dharma Initiative eine glaubwürdige Geschichte zu präsentieren, stand für mich gleich außer Zweifel. Denn nicht ohne Grund wurde der Charakter auch durch seine Hintergrundsgeschichte als vortrefflicher Lügner porträtiert. Und wie es sich für einen wirklich guten Lügner gehört, mischt James geschickt dreiste Lügen mit richtigen Informationen zusammen. Die Wahl der „Black Rock“ verweist nicht nur kunstvoll auf das ehemalige Sklavenschiff, das als Dynamitlager bereits eine Rolle gespielt hat, sondern paßt auch zu James, der schließlich an Bord des Schiffes seinen – wenn auch ungleich brutaleren Moment der Reinigung erfahren hat. Und die Übernahme von Verantwortung, als Richard Alpert im Lager auftaucht, zeigt deutlich, wie sehr sich der Charakter von James Ford im Laufe der Zeit entwickelt hat. War er früher ein in sich gekehrter, mürrischer Einzelgänger, ist er im Laufe der Zeit zu einem Anführer, wenn nicht sogar zu einem Helden geworden. Ich habe das Gefühl, daß James wesentlich die weitere Entwicklung mitgestalten wird. Die Zeiten, in denen Saywer Alleingänge unternahm, weil er weder Locke noch Jack so richtig folgen wollte, scheinen jedenfalls vorbei. Jetzt folgen die Überlebenden James.
Es wird interessant zu sehen, wie sich die Rückkehr von Jack und Kate auf den neuen "Jim LaFleur" auswirkt. Ich drücke jedenfalls die Daumen, daß Kate ihn und Juliet nicht auseinander bringt. Die beiden passen nicht nur optisch – als Blumenkinder – besser zusammen, sondern auch von ihren Persönlichkeit. Und bei aller Probleme und Meinungsverschiedenheiten passen eigentlich Jack und Kate besser zusammen... aber im Gegensatz zu Juliet und James waren ihre drei letzten Jahre weniger glücklich.
Fast wirkt es wie eine bittere Ironie, daß Locke nur die schlimmen Ereignisse auf der Insel mitbekommen hat. Nach der Beendigung der Zeitsprünge ist das Leben wieder besser geworden... und findet jetzt im Jahre 1977 statt. Ich wette, es hat eine besondere Bewandtnis mit diesem Jahr. Es kann kein Zufall sein, daß Hurley, Kate und Jack ausgerechnet in diesem Jahr gelandet sind.
Bemerkenswerte Zitate:
Juliet/ Miles: How long do we wait?
James: As long as it takes.
Er gehört eher zu der „man of faith“ - Fraktion. Nur glaubt er an seine Freunde und nicht unbedingt an die „Insel“.
Miles: Or maybe when we get there you´ll... you´ll wanna go back to the Orchid again. And then when that gets boring, we can head back to the beach. It´s the only two plans you people have.
Immer witzig, wenn sich ein Charakter indirekt über die Handlung lustig macht. There and back again. Wobei... in „New Othertown“ waren die Überlebenden auch schon das eine oder andere Mal. Na ja, die Insel bietet nur eine begrenzte Menge geeigneter Unterkünfte. Und die Swan Station scheint es noch nicht zu geben.
Daniel: „The record is spinning again. We´re just not on the song we wanna be on.“
Temporalphysik für Dummies, Teil 2. Sehr unterhaltsam. Aber Moment... wo ist Daniel eigentlich im Jahr 1977?
James: He´s okay? She´s okay?
Juliet: Everybody´s okay.
Sie eingeschlossen. Bei diesen Worten war ich aufrichtig gerührt. Ich mag diesen Charakter einfach.
Charakterhintergrund:
- Paul, Amys verstorbener Ehemann, trug ein Ankh bei sich, als er starb. Anscheinend bedeutete ihm dieser Gegenstand sehr viel, da ihn Horace gleich mit Paul in Verbindung bringt und sich mit seiner hochschwangeren Frau darüber streitet. Pauls Körper wurde von Richard Alpert als Wiedergutmachung für den Bruch der Waffenruhe eingefordert. Ein sehr seltsamer Preis, selbst für LOST-Verhältnisse.
- Jim LaFleur ist angeblich der Kapitän eines Bergungsschiff aus Tahiti, welches nach dem Sklavenschiff „Black Rock“ aus Portmouth, England suchte und in einem Sturm auf ein Riff lief. Der Umstand, daß einige Besatzungsmitglieder verschwunden sind, soll die Suche im Dschungel erklären. Beeindruckend wie James aus den verschiedenen Geschichten, die er gehört hat, eine geschickte Lüge spinnt. Interessant auch, daß Horace sie nicht überprüfen läßt.
Code Delphi. Hier aufhören.
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