Dienstag, 4. Mai 2010

Mächte, Mythen, Moddermonster

Code Delphi. Hier anfangen.
Mit Avatar hat sich Sam Worthington als neuen Helden-Darsteller Hollywoods empfohlen. Da wundert es nicht, daß er in der Neuverfilmung von Kampf der Titanen als Perseus ran darf, um den Tag zu retten. Daß er dabei ein Haarproblem hat, verwundert allerdings.

Im alten Griechenland ist die Hölle los. Oder genauer gesagt die Unterwelt. Denn nachdem sich die ehemals frommen Gläubigen der Stadt Argos von den ekzentrischen Göttern mit ihren Intrigen und ihrem Desinteresse für Sorgen und Nöte der Menschen abgewendet haben, hat ihnen Hades (Ralph Fiennes) mit Billigung von Göttervater Zeus (Liam Neeson) den Krieg erklärt. Und da Hades nicht nur über das Land der Toten regiert, sondern auch über eine bösartige Monsterschar gebietet, sieht es für die Bewohner Argos´ bald ziemlich düster aus. Entweder opfern diese in 10 Tagen die hübsche Prinzessin Andromeda (Alexa Davalos) oder der gefürchtete und als unbesiegbar geltende Kraken zerstört die Stadt. Zum Glück ist Perseus - Sohn des Zeus - gerade in der bedrohten Stadt und bietet seine Hilfe an. Schließlich hat er noch eine Rechnung mit Hades offen, der für den Tod seiner Familie verantwortlich ist. So bricht eine Schar kühner Menschen auf, um eine Waffe gegen die göttliche Bedrohung zu finden...

Die folgende Reise bietet einen erwartungsgemäßen Mix aus geräßlichen Monstern, exotischen Schauplätzen und abenteuerlichen Bedrohungen, die Perseus und seine Verbündeten vor so manche Herausforderung stellen. Daß dabei die griechischen Mythen mitunter ziemlich frei interpretiert werden, stört aufgrund der charmanten Mischung nur wenig. Und daß in der Party von Perseus ein qualifiziert Heiler und Debuffer schmerzlich fehlt, wird nur eine RPG-Fan bemängeln. Die Effekte sind nämlich state-of-the-Art, die Gewandungen und Waffen dem Zeitalter angemessen und überzeugend. Allein die Götter wirken in ihren strahlenden Gewändern ein kleines bißchen zu disko-age-mäßig. Und Perseus´ Stoppelfrisur wirkt direkt aus dem berühmten 3D-Knaller importiert, was es dem Kinozuschauer etwas erschwert, in Perseus einen eigenständigen Charakter zu sehen. Zu sehr erinnert Sam Worthington noch an Jake Sully im lockeren Freizeitdress. Das wird noch durch den Umstand verstärkt, daß ansonsten alle Kerlen mit langen Matten und Zöpfen herumlaufen. Die Story ist leider eher dünn und der Konflikt zwischen den Göttern und den Sterblichen wird zwar nachvollziehbar eröffnet, aber nicht ganz überzeugend abgeschlossen.

Doch ansonsten funktioniert "Kampf der Titanen" sowohl als Abenteuer- als auch als Monsterfilm ausgezeichnet. Gerade die grausigen Vieher machen deutlich, welchen Quantensprung die Tricktechnik in den letzten 19 Jahren seit dem Erscheinen des Originals gemacht hat. Zur Freude der Zuschauer - insbesondere solcher wie ich, die Filme auch einfach mal wegen gut getrickster Monster gucken.

Und das ist ja auch was wert.
Code Delphi. Hier aufhören.

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